Fußball | 2. Bundesliga "Veilchen" vertrocknet - Erzgebirge Aue steigt ab

32. Spieltag

Erzgebirge Aue ist nach 2008 und 2015 zum dritten Mal aus der 2. Bundesliga abgestiegen. Nach einem peinlichen Auftritt In Darmstadt war der Abstieg besiegelt. Was Aue ablieferte, hatte nichts mit Zweitliga-Fußball zu tun.

v.l. Luca Pfeiffer, SV Darmstadt 98, Torjubel zum 1:0.
Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Erzgebirge Aue spielt in der kommenden Saison in der 3. Liga. Nach einer 0:6 (0:4)-Niederlage beim SV Darmstadt war der Abstieg besiegelt und die logische Konsequenz nach der schwächsten Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte. Das Spiel in Darmstadt war der negative Höhepunkt einer frustrierenden Spielzeit. In den 16 Zweitliga-Jahren von Aue lag die Mannschaft nur einmal mit 0:4 nach der ersten Halbzeit zurück - und das war gegen Dynamo Dresden in der Saison 2016/17.

Defensive Startelf

Trainer Pavel Dotchev überraschte vor dem Anpfiff mit einer extrem defensiven Aufstellung. Mit John Patrick Strauß, Sören Gonther und Anthony Barylla rutschten im Vergleich zum 2:2 gegen Hansa Rostock drei defensive Spieler für den gesperrten Prince Owusu, den kranken Erik Majetschak und Antonio Jonjic (aus Leistungsgründen nicht im Kader) in die Startelf.

Drei Gegentore in drei Minuten

Dotchev wollte Darmstadt überraschen und kündigte frühes Pressing an. Das klappte nur in den ersten zehn Minuten. Danach erlebte Aue innerhalb von knapp drei Minuten einen Albtraum. Zwischen der 16. und 19. Minute traf Darmstadt im Sekundentakt. Tor-Jubel-Tor-Jubel-Tor-Jubel. Das ganze innerhalb von 2:43 Minuten. Und Aue? Schaute wie eine Schülermannschaft zu und machte einfachste Fehler. Zweitliga-Niveau hatte die Mannschaft an diesem Abend nicht. Luca Peiffer, Tim Skarke und Braydon Manu machten mit ihren Toren alles klar. 3:0 nach 19 Minuten!

Im Bild: Tor für Darmstadt. Luca Pfeiffer 16, Darmstadt trifft zum 1:0.
Tor für Darmstadt. Luca Pfeiffer 16, Darmstadt trifft zum 1:0. Bildrechte: IMAGO/Picture Point

Aue fiel in dieser Phase auseinander, kaum kam an den Ball und hatte Glück, dass Darmstadt vor der Pause nur noch einmal traf. Nach einem schlimmen Rückpass von Barylla ging der überragende Manu - einst in Halle - ab und legte quer auf Skarke, der seinen zweiten Treffer erzielte (39.). Die "Veilchen" kamen zu keiner einzigen Torchance.

Noch zwei Tore in der Schlussphase

Aue wirkte mausetot und war in der zweiten Halbzeit nur noch darum bemüht, einen Untergang zu vermeiden. Die eingewechselten Jan Hochscheidt (300. Zweitligaspiel für Aue) und Clemens Fandrich sollten mit ihrer Routine für Ruhe sorgen. Der Plan gibt auf. Aue war kämpferisch deutlich besser im Spiel und peppte die unterirdische Zweikampfquote des ersten Durchgangs auf. In der 65. Minute lag sogar der Ehrentreffer in der Luft. Nach butterweicher Hochscheidt-Eingabe köpfte Ben Zolinski knapp am rechten Pfosten vorbei. Zwei weitere Gegentreffer konnten die Auer aber nicht verhindern. In der 74. Minute kombinierte Darmstadt traumhaft. Luca Pfeiffer legte mustergültig quer auf den eingewechselten Mathias Honsak, der zum 5:0 ins leere Tor schob. Den Schlusspunkt setzte mit Tobias Kempe einen Ex-Auer mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 6:0.

Dimitri Nazarov (AU) 3 min
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Sören Gonther von Erzgebirge Aue 2 min
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Diese Spieler haben den Abstieg schon erlebt

Mit Martin Männel und Fandrich sind zwei Auer noch dabei, die schon beim letzten Abstieg 2015 unter Tomislav Stipic für Aue spielten. Auch Hochscheidt (mit Braunschweig), Gonther (mit Paderborn), Philipp Riese (mit Bielefeld),Tim Kips (mit Magdeburg) und Florian Ballas sind schon abgestiegen. Für Ballas ist es sogar der dritte Abstieg aus der 2. Bundesliga. Zuvor war er schon mit Dynamo Dresden und dem FSV Frankfurt abgestiegen.

Das sagten die Trainer:

Torsten Lieberknecht (Darmstadt): "Es war ein Dreierschlag, der die Auer komplett gebrochen hat. Dann ist es wichtig, dass wir die Situation des Gegners respektieren und keinen Firlefanz anfangen. Das war herausragend, dass die Mannschaft auch in der zweiten Halbzeit versucht hat, klarzubleiben. Man weiß, welche Emotionen gerade auf der anderen Seite herrschen und da ist es wichtig, dass das Stadion komplett bei uns geblieben ist. Wir haben viel Energie auf den Platz gebracht, was man gesehen hat. Für mich war dieses Spiel nur ein Gradmesser."

Torsten Lieberknecht Darmstadt 4 min
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4 min

Sa 30.04.2022 23:13Uhr 03:46 min

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Pavel Dotchev (Aue): "Wir haben noch nicht mit der Mannschaft gesprochen, die Kabine ist klein und die Mannschaft ist verteilt. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Sie können sich vorstellen, wie die Stimmung bei uns ist. Wir haben in dem Spiel wie Absteiger gespielt - da müssen wir nicht drumherum reden. Es ist jetzt Fakt und die Tabelle lügt nicht. Darmstadt hat wie ein Aufsteiger gespielt und wir wie ein Absteiger. Es tut weh und ich muss mich für diese desolate Leistung bei unseren Fans entschuldigen. Gegen Bremen wird eine andere Mannschaft auftreten. Wir müssen enger zusammenrücken und überlegen, welche Spieler noch ein Thema für uns sind."

Pavel Dotchev von Erzgebirge Aue 3 min
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3 min

Sa 30.04.2022 23:19Uhr 03:28 min

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Sanny Stephan

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 01. Mai 2022 | 19:30 Uhr

55 Kommentare

sportspecker vor 22 Wochen

Glück Auf,
Ich wollte eigentlich nichts loswerden aber wenigstens ist diesmal nicht, die selbe Leier am Start.
Beste Grüße und natürlich Gesundheit ( allerdings bin ich, ob der Leistungen dieser Notelf etwas verschnupft)

alter dynamo fan vor 22 Wochen

Ich weiß nicht was zwischen Schuster und Leonhardt war zumal als außenstehender Dynamo Anhänger aus dem Erzgebirge, fahre schon seit 1973 als die Bayern gegen Dynamo spielten im Europacup, nach Dresden ,aber nicht jedes Spiel . Aber mit Schusters Weggang ging das Dilemma bei Wismut los voher war Aue im Konzert der zweiten Liga stabiler als Dynamo wo die Voraussetzung in Punkto Finanzen höher ist . Generell wünsche ich als Sachse das alle Profimannschaften unseres Bundeslandes Erfolg haben . Freue mich aber auch für Magdeburg und Rostock wegen der Begeisterung der Anhänger dort . Sport Frei

Hubert vor 22 Wochen

Hi saxonia, Danke für Deine Wünsche.
Die Reli wird eine enge Kiste und hoffe, dass Dynamo dann das bessere Ende für sich hat.
Sollte bei mir nichts dazwischenkommen, fahr ich zum Sachsenderby nach Dresden.
Da müsste es auch zwischen den Fan-Lagern ruhig zugehen, da geht es nichts mehr. Beider Schicksale sind ja schon besiegelt.
Bleib auch Du gesund!

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