Fußball | 2. Bundesliga Erzgebirge Aue stößt zum Abschluss den Auswärtsbock um

34. Spieltag

Am letzten Spieltag der 2. Bundesliga hat sich der FC Erzgebirge Aue mit 2:1 (1:1) beim SSV Jahn Regensburg durchgesetzt. Die Sachsen kamen vor allem im ersten Durchgang nicht so recht in die Partie und konnten sich bei Schlussmann Robert Jendrusch bedanken, dass der Rückstand zwischenzeitlich nur einen Treffer betrug. Eine Standardsituation und der folgenden Kopfball von Pascal Testroet brachte die Sachsen dann aber doch noch auf die Siegerstraße.

Pascal Testroet jubelt mit den Teamkollegen Philipp Riese, Jacob Rasmussen und Florian Krüger
Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag

Aue spielerisch nicht überzeugend

Die auf zwei Positionen veränderte Startelf von Dirk Schuster (Calogero Rizzuro und Jan Hochscheidt angeschlagen nicht im Kader) erwischte beim SSV Jahn Regensburg einen unkonzentrierten Start und kassierte in der 2. Minute direkt das 0:1 durch Haralambos Makridis, der nach einem Pfostenschuss abstaubte. Da sah die FCE-Abwehr um Sören Gonther nicht gut aus. Die Regensburger von Trainer Mersad Selimbegovic legten eine sehr erwachsene Spieltaktik an den Tag und ließ den Gästen nur wenig Spielräume. Eine Tatsache, die dem FCE sehr wehtat, denn in der Offensive ging spielerisch im ersten Abschnitt wenig beim Schuster-Team. Lediglich John Patrick Strauß konnte einmal "durchbrechen", musste sich aber letztendlich Jahn-Goalie Alexander Weidinger geschlagen geben (16.).

Auf der anderen Seite konnten sich die "Veilchen" abermals bei Jendrusch bedanken, der zwei Hochkaräter von Andreas Albers parierte (9./32.). Doch wenn es spielerisch nicht läuft, muss es halt über Standards gehen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff führte Philipp Riese einen Freistoß aus, den Pascal Testroet mit einem wuchtigen Kopfball zum überraschenden 1:1 einnetzte (45.+3).

Pascal Testroet trifft per Kopf zum 1:1 Ausgeich.
Viel gelang der Schuster-Elf im ersten Durchgang nicht. Doch nach einem Standard und dem darauffolgenden Koipfball von Pascal Testroet durften die Auer doch noch jubeln (45.+3). Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag

Zulechner mit der Saison-Premiere

Die "Veilchen" kamen aggressiver aus der Kabine und agierten mit einer deutlich höher positionierten Pressinglinie. Das führte zu mehr Spielanteilen und auch größeren Chancen. So scheiterten unter anderem Dimitrij Nazarov und Strauß in aussichtsreichen Positionen an der eigenen Abschlussgenauigkeit (55./57.). Eine Viertelstunde vor dem Schluss erzielte Testroet den vermeintlichen 2:1-Treffer, jedoch stand der Angreifer knapp im Abseits und musste seinen Jubel abbrechen (76.).

Aber Aue ließ in der zweiten Hälfte einfach nicht mehr locker und konnte schlussendlich doch noch jubeln. Nach einem feinen Außensprint und der darauffolgenden Flanke von Testroet stand der eingewechselte Philipp Zulechner goldrichtig und brachte den Ball mit dem Oberschenkel über die Torlinie (87.). Erstes Saisontor für Zulechner und der gefeierte Endstand. Damit schloss sich für Aue ein verrückter Kreis. Genau elf Monate nach dem 2:0 in Fürth am ersten Spieltag konnten die Auer erst jetzt erneut einen Auswärtsdreier feiern. Der siebte Tabellenrang ist Aues beste Zweitliga-Platzierung seit der Saison 2010/11.

Philipp Zulechner trifft zum 1:2 gegen Torwart Alexander Weidinger und Benedikt Gimber und jubelt.
Der moment des Glücks. Philipp Zulechner erzielte mit seinem ersten saisontreffer das entscheidende 2:1 in Regensburg (87.). Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag

Jahn Regensburg gegen den FC Erzgebirge Aue in Bildern

Trainer Dirk Schuster
Aue-Trainer Dirk Schuster guckte vor dem Anpfiff schon etwas grimmig. Wie sich herausstellte, nicht zu Unrecht. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Trainer Dirk Schuster
Aue-Trainer Dirk Schuster guckte vor dem Anpfiff schon etwas grimmig. Wie sich herausstellte, nicht zu Unrecht. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Regensburg jubelt.
Nach einem Pfostenschuss roch Haralambos Makridis den Braten und staubte zum frühen 0:1 aus Auer Sicht ab (2.). Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Pascal Testroet trifft per Kopf zum 1:1 Ausgeich.
Doch es kam dann vor der Halbzeitpause doch noch ganz anders... Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Trainer Dirk Schuster
Dirk Schuster muss in der Halbzeitpause die richtige Anspache gefunden haben. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Philipp Zulechner trifft zum 1:2 gegen Torwart Alexander Weidinger und Benedikt Gimber.
Kurz vor dem Abpfiff wurde die starke Leistung der Auer im zweiten Abschnitt belohnt. Ein Einwechsler erlöste den FCE. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Pascal Testroet und Marcel Correia
Denn sein Team hatte von der ersten Spielminute an mächtig mit dem aggressiven Gegenpressing der Oberpfälzer zu kämpfen. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Tor für Jahn Regensburg.
Folglich hatte Regensburg die volle Spielkontrolle und stach schon früh in das Auer Herz. Da konnte der ansonsten stark aufgesetzte Auer-Goalie Robert Jendrusch auch nur hinterher schauen. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Florian Krüger und Marcel Correia
Danach versuchten die Sachsen mit Gewalt etwas in der Offensive auf die Beine zu stellen. Jedoch fehlte bis zu diesem Zeitpunkt der zündende Gedanke, um den Regensburgern gefährlich zu werden. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Trainer Mersad Selimbegovic
Regensburg-Trainer Mersad Selimbegovic konnte absolut zufrieden sein mit der Leistung seines Teams. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Pascal Testroet jubelt mit den Teamkollegen Philipp Riese, Jacob Rasmussen und Florian Krüger
... nach einem Standard von Philipp Riese stand Pascal Testroet goldrichtig und köpfte zum überraschenden 1:1 ein (45.+3). Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Benedikt Gimber, Dimitrij Nazarov und Clemens Fandrich
Diesen Schwung nahm das Schuster-Team im zweiten Abschnitt dann mit. Der FCE agierte viel aggressiver und hatte auch offensiv einige Chancen vorzuweisen. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Benedikt Gimber und Dimitrij Nazarov
Auf einmal lief es auch in den Zweikämpfen. Hier setzt sich Dimitrij Nazarov beim Kopfball-Duell mit Bendeikt Gimber durch. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
Philipp Zulechner trifft zum 1:2 gegen Torwart Alexander Weidinger und Benedikt Gimber und jubelt.
Philipp Zulechner setzte sich nach einer butterweichen Flanke von Pascal Testroet im Zentrum durch und erzielte mit dem Oberschenkel den 2:1-Siegtreffer. Somit der zweite Auswärtsdreier der Auer nach dem 1. Spieltag. Die "Veilchen" beendeten die Saison auf einem starken 7. Tabellenplatz - das beste Ergebnis seit dem Wiederaufstieg 2016. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag
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Stimmen zum Spiel:

Dirk Schuster (Aue): "Ich bin heute sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir mussten lange auf einen Auswärtserfolg warten. Beide Mannschaften haben heute einen sehr intensiven Kampf geliefert. Regensburg hat es uns vor allem in der ersten Halbzeit sehr schwer gemacht. Erst nach der 30. Spielminute und der Systemumstellung fanden wir besser in die Partie. Ich fand, für ein letztes Spiel, wo es tabellarisch um nicht mehr so viel ging, war das ein richtig ordentliches Fußballspiel. Wir sind heute natürlich sehr glücklich, dass wir auswärts mal wieder gewinnen konnten und die Saison mit dem hervorragenden siebten Tabellenplatz abschließen."

Mersad Selimbegović (Regensburg): "Das war heute ein bisschen unglücklich, dass wir das verloren haben. Ein Unentschieden wäre wohl gerechter gewesen, aber so ist das im Fußball. Wir hätten das 2:0 in der ersten Halbzeit erzielen müssen. Dann wäre die Partie wohl endgültig in unsere Richtung gelaufen. Es war nach gut einer halben Stunde ein absolut offenes Spiel. Wir haben heute leider nicht ganz das umsetzen, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen hatten. Dennoch können wir absolut stolz auf unsere Saison sein. jetzt heißt es gut erholen und nächste Saison greifen wir wieder an."

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Ein Spieler von Fußball-Zweitligist Aue blickt resigniert nach der Niederlage im DFB-Pokal gegen Regionalligist Ulm.
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Diesen Saison-Auftakt hätte sich Aue anders vorgestellt: Der Fußball-Zweitligist verlor in der 1. Runde des DFB-Pokals - und das bei Regionalligist SSV Ulm. Thomas Pasold berichtet.

Sa 12.09.2020 21:52Uhr 01:50 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-dfb-pokal-erzgebirge-aue-ssv-ulm-100.html

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Video
Sport im Osten
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Im letzten Testspiel vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal hat Dynamo Dresden seinen sächsischen Rivalen Erzgebirge Aue knapp geschlagen. Sehen Sie hier die Highlights.

Sport im Osten Sa 05.09.2020 16:30Uhr 02:30 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 28. Juni 2020 | 15:30 Uhr

9 Kommentare

Schachter vor 11 Wochen

Glückwunsch an unsere Jungs für eine Klasse-Saison.
Nun geht es in die 15.Zweiligasaison des Vereins - absolute Spitze im Osten.
Die Baustellen sind bekannt. Insbesondere die Auswärtsbilanz muss verbessert werden, um auch im nächsten Jahr die Ziele zu erreichen.
Natürlich wird auch im kommenden Jahr der Klassenerhalt oberste Priorität haben (müssen). Das Ganze, wenn möglich, wieder so frühzeitig wie möglich.
Gespannt werden wir Anhänger das Transfer-Geschehen verfolgen und uns sehnlichst wünschen, mit Saisonbeginn wieder dabei zu sein. Fußball ohne Zuschauer braucht kein Mensch auf Dauer. Es ist grauenhaft!!!
Glück auf!

max mustermann vor 12 Wochen

Alte Wismut, das war in der Summe eine Saison.sehr gute Saison.
Herzlichen Glückwunsch zur Endplazierung in der oberen Tabellen-
hälfte der 2. Liga. Soweit möglich, bleibt zusammen im nächsten Jahr,
dann könnt ihr die 47 Punkte noch toppen. Die letzten Begegnungen
brachten noch eine Erkenntnis. Robert Jendrusch hat sich von Martin
Männel viel abgeschaut und hat nach dem holprigen Beginn gegen Darm-
stadt in den letzten Partien tolle Torwartleistungen gezeigt, die so nicht
zu erwarten waren.

Dartmeister vor 12 Wochen

Glückwunsch in den Schacht u.alles Gute für die neue Saison.
Ihr habt eine sensat. Hinrunde gespielt,nur auswärts noch besser
werden. Es gibt im Osten nicht viele Fans ,die mit ihrer Mannschaft
glücklich sind. Bisher 14 Jahre 2.BL ,hab nachgeschaut.Da sind
andere meilenweit weg.

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