Fußball | 2. Bundesliga Dynamo verliert "Endspiel" in Kiel - Löwe kritisiert DFL hart

32. Spieltag

Dynamo Dresden steht mit mehr als einem Bein in der 3. Liga. Gegen Holstein Kiel verlor die SGD auswärts mit 0:2 (0:1) und hat damit nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Dabei musste die Kauczinski-Elf mehr als eine Halbzeit mit einem Spieler weniger auskommen. Danach kritisierte Chris Löwe die DFL mit harten Worten.

 Chris Löwe Dynamo Dresden
Chris Löwe. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice

Es war die womöglich letzte Chance für Dynamo Dresden, den Drittliga-Abstieg doch noch zu verhindern. Gegen Holstein Kiel musste am Donnerstag (18. Juni) auf jeden Fall ein Sieg her, um den Rückstand auf den Relegationsplatz zu verkleinern. Dementsprechend motiviert ging die Mannschaft von Markus Kauczinski zu Werk.

Die Bilder zu Holstein Kiel - Dynamo Dresden

KSV-Co-Trainer Fabian Boll rechts mit KSV-Co-Trainer Patrick Kohlmann
Die KSV-Co-Trainer Fabian Boll (re.) und Patrick Kohlmann vertraten ihren Chef Ole Werner, der wegen eines Krankheitsfalls in der Familie fehlte. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice
Ondrej Petrak bei der Ballannahme mit der Brust
Dynamos Ondrej Petrak sah in der zweiten Hälfte die fünfte Gelbe und fehlt somit gegen Sandhausen. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice
Dynamo-Trainer Marcus Kauczinski nach dem Schlusspfiff in Kiel
Dynamo-Trainer Marcus Kauczinski nach dem Schlusspfiff. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice
KSV-Co-Trainer Fabian Boll rechts mit KSV-Co-Trainer Patrick Kohlmann
Die KSV-Co-Trainer Fabian Boll (re.) und Patrick Kohlmann vertraten ihren Chef Ole Werner, der wegen eines Krankheitsfalls in der Familie fehlte. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice
Jannik Müller Dynamo Dresden nach dem Foul an Jannik Dehm KSV
Die Gelb-Rote Karte für Jannik Müller in der 39. Minute war der Anfang vom Ende für die SGD. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice
Jubel nach dem 1:0 von Emmanuel Iyoha KSV
Kurz vor Pause gingen die Kieler durch einen Treffer von Emmanuel Iyoha in Führung. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice
Emmanuel Iyoha KSV, 19, Holstein Kiel vs Dynamo Dresden
Für den Ex-Auer war es bereits das neunte Tor im Holstein-Trikot. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice
Torhüter Ioannis Gelios
Kiels Torhüter Ioannis Gelios hatte die ganze Partie über nur wenig zu tun. Bildrechte: imago images/Claus Bergmann
 Lion Lauberbach freut sich nach dem Tor zum 2:0
Das 2:0 durch Lion Lauberbach war dann schon mehr als eine Vorentscheidung. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice
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Müller erweist Dresden einen Bärendienst

Nach einer kurzen Abtastphase kamen die Elbestädter in Person von Ondrej Petrak zum ersten Mal gefährlich vor das Tor der Kieler (10.). Der Flachschuss des Tschechen segelte aber knapp neben dem Pfosten vorbei. Auch im Anschluss zeigte Dresden immer wieder gute Ansätze in der Offensive. Chris Löwe scheiterte nach einer halben Stunde mit einem Freistoß am gut reagierenden Kieler Schlussmann Ioannis Gelios. Nachdem alles bereits nach einer torlosen ersten Hälfte aussah, erwies Dresdens Jannik Müller seiner Mannschaft einen Bärendienst. Übermotiviert ging der Innenverteidiger an der Mittellinie in einen Zweikampf und sah fünf Minuten nach seiner ersten Verwarnung zu Recht Gelb-Rot (39.).

Jannik Müller Dynamo Dresden nach dem Foul an Jannik Dehm KSV
Jannik Müller sieht nach einem Foul an Jannik Dehm die Ampelkarte. Bildrechte: imago images/Holsteinoffice

Ex-Zwickauer Lauberbach macht den Sack

Kurz darauf kam es für Dynamo noch bitterer, nachdem Kiels Emmanuel Iyoha auf der linken Seite nicht gestört wurde und mit einem Sonntagsschuss ins lange Eck den Führungstreffer erzielte. Nach der Pause war Kiel weiter die drückende Mannschaft, verpasste es aber, den zweiten Treffer draufzulegen. Stattdessen bäumte sich Dresden noch einmal auf und kam noch einige Male gefährlich vor das gegnerische Tor. Zehn Minuten vor Schluss waren es aber die Gastgeber, die in Person von Lion Lauberbach einen Konter eiskalt verwerteten und auch den letzten Hoffnungsschimmer der Sachsen zerschlugen. Alexander Jeremejeff hätte vier Minuten vor Schluss fast noch für den Anschlusstreffer gesorgt, stand beim Zuspiel aber im Abseits. Dynamo bleibt damit mit 28 Punkten abgeschlagenes Schlusslicht und kann so langsam aber sicher für die 3. Liga planen.

Löwe kritisiert DFL hart

Nach der Partie übte Chris Löwe heftige Kritik an der Deutschen Fußball-Liga (DFL). "Glauben Sie, dass einer in der DFL sich nur eine Sekunde Gedanken macht, was bei uns in den Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheißegal. Wir sind die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiß. Die Leute sitzen in ihren 5.000-Euro-teuren Bürostühlen und entscheiden etwas über unsere Köpfe hinweg. Wir sind am Ende die, die das Ganze ausbaden", erklärte der Außenverteidiger beim Pay-TV-Sender "Sky".

Stimmen zum Spiel:

Markus Kauczinski (Trainer Dresden): "Wir haben es versucht, aber am Ende hat es in Unterzahl einfach nicht gereicht. Wir sind einfach durchgenudelt."

Jannik Müller (Spieler Dresden): "Das Ding geht auf meine Kappe, ich muss da einfach wegbleiben. Das tut mir einfach nur leid für die Jungs, es war einfach nur dumm."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 18. Juni 2020 | 21:45 Uhr

87 Kommentare

Hubert vor 18 Wochen

Danke, ich wollte ja nur einen Vergleich ziehen, weil.damals auf den letzten Metern noch der Aufstieg geschafft worden ist, ich glaube 13/14 war es, bin mir aber nicht mehr ganz sicher.

erzgebirger vor 18 Wochen

Wer weiß schon, was dann passiert? Aber so schell wirft man bei uns im Erzgebirge nicht hin. Das, was die Leo's von den Angestellten verlangen, leben sie ja auch vor. Es ist und bleibt eben schon eine wunderbare Sache, dass so ein kleiner Verein wie der FC Erzgebirge in der 2. Liga spielt. Als Erzgebirger kann man da nur stolz darauf sein und sich mitfreuen, dass man so zusammenhält (siehe Union, siehe Freiburg). Glück Auf und alles Gute!

Rino vor 18 Wochen

Die Wahrheit ist das größte Abenteuer. Der Sky-Kommentator sagte, unsere Jungs sind gegen Bielefeld sieben Kilometer weniger gelaufen als der Gegner. Das war in der Hinrunde bei etlichen Spielen genauso. Auch die Schlafmützigkeit, mit der unsere Kicker ein Spiel angehen, zieht sich durch die gesamte Saison. Ich habe es schon mehrfach erwähnt … wir brauchen professionelle Strukturen und keine Vereins-Vetternwirtschaft. Den Abstieg würde ich allein schon aus finanzieller Sicht nicht begrüßen und ein direkter Aufstieg wird sicher kein Selbstläufer. Am Sonntag muss ein Sieg her!

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