Fußball | 2. Bundesliga Last-Minute-Schock für Dynamo Dresden

23. Spieltag

Das rettende Ufer entfernt sich für Zweitliga-Schlusslicht Dynamo Dresden immer weiter. Auch das Heimspiel gegen Kellerkind VfL Bochum ging verloren, wobei der entscheidende K.o.-Schlag in der Nachspielzeit kam.

Enttäuschte Dresdner Spieler nach Abpfiff
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Die SG Dynamo Dynamo Dresden muss sich nach der 1:2-Heimniederlage gegen den VfL Bochum langsam mit der 3. Liga beschäftigen. Das Schlusslicht der 2. Bundesliga hat damit bereits acht Punkte Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze.

Vier Wechsel, wenige Offensivakzente

Vier Umstellungen hatte Dynamo-Coach Markus Kauczinski im Vergleich zum 0:0 beim FC St. Pauli vorgenommen. Chris Löwe, Patrick Schmidt, Baris Aytik und Josef Husbauer blieben auf der Bank, dafür durften  Alexander Jeremejeff, Patrick Ebert, René Klingenburg und Brian Hamalainen von Beginn an ran. Druck machte zunächst aber nur Bochum, hatte durch Danny Blum auch eine gute Kopfballchance, Keeper Kevin Broll bekam aber noch die Finger dran. Nach einer Viertelstunde biss sich Dynamo rein, Ebert wurstelte sich durch den Strafraum, sein Schuss wurde aber noch geblockt. Nach einer halben Stunde gab es kaum noch sehenswerte Offensivaktionen zu bewundern. Dynamo wirkte im Spiel nach vorn zu unbeweglich, viele Pässe kamen zudem zu ungenau. Auch Bochum passte sich an, so mussten die Zuschauer eher Schmalkost bis zur Pause verdauen, was sie auch mit einem kleinen Pfeifkonzert quittierten.

Simon Zoller von Bochum und Jannis Nikolaou von Dresden im Zweikampf
Simon Zoller von Bochum und Jannis Nikolaou von Dresden im Zweikampf Bildrechte: imago images/Picture Point LE

Janelt sorgt für Dresdner Schockstarre

Nach dem Wechsel wurden die Sachsen endlich mutiger, doch das Tor erzielten die Gäste. Nach einer schönen Kombination über die linke Seite netzte Goalgetter Silvere Ganvoula aus 14 Metern flach ein. Dynamo kam zurück: Jannis Mikolaou gelang nach einer Ecke per Kopf der Ausgleich. Doch in der Schlussphase konnten sich die Sachsen trotz vieler Bemühungen keine klaren Chancen erspielen, gingen auch nicht das letzte Risiko. So kam die 93. Spielminute: Vitaly Janelt erwischte den Ball nach einer Linksflanke optimal, es schlug im oberen rechten Eck ein. Dynamo konnte sich davon nicht mehr erholen.

Bochumer Torjubel nach dem Siegtreffer in der Schlussminute -Jordi Osei-Tutu
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Stimmen zum Spiel:

Thomas Reis (Bochum): "Wir sind unheimlich glücklich, dass wir das Spiel für uns entscheiden konnten. Dresden stand noch etwas mehr unter Druck, beide mussten heute gewinnen. Wir sind gut in die Partie gekommen, sind ruhig geblieben. Wir haben keine großen Chancen zugelassen. Nach dem Gegentor war etwas Unruhe drin. Mit der letzten Aktion machen wir das entscheidende Tor. Es war nicht unverdient."

Markus Kauczinski (Dresden): "Man hat den Abstiegskampf gemerkt, es gab auf beiden Seiten leichte Abspielfehler. Uns fehlte oft der letzte Pass und das letzte Durchsetzungsvermögen. In der letzten Aktion hatten wir nicht die Ordnung, kriegen so die Flanke und verlieren. Ein Punkt wäre verdient gewesen. Du musst aber so clever sein und das über die Zeit bringen. Es ist jetzt nicht die Zeit für Durchhalteparolen. Die Enttäuschung sitzt tief. Trotzdem werden wir auch dieses Spiel analysieren, weiterarbeiten und nach vorne schauen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Sport im Osten | 22. Februar 2020 | 14:00 Uhr

107 Kommentare

Muzzi vor 40 Wochen

Was für Sachsen? Ausser dem Co-Trainer ist da kein Sachse mehr im Team. Siegesserie mit was? Den Junioren aus dem A? Solange man verklemmt und ängstlich spielt, kommt hier kein Punkt mehr zusammen. Im Prinzip gibts jetzt nichts mehr zu verlieren, nur müssen das die richtigen Köpfe erkennen. Weiter dieses 1-Sturm Modell und möglichst lange die 0 halten, wird keinen einzigen Punkt mehr bringen. Volle Power die letzten 11 Spiele mit einem offensiven System, damit der Fan wenigstens sieht, dass das Team alles versucht hat. Klar sind 33 Punkte noch verdammt viel, aber die Gegner werden nicht viel leichter als die eigentlich harmlosen Bochumer.

rolf75 vor 40 Wochen

Zwei mal als mit RB in Dresden gewesen, zweimal wegen Symathie zu diesem "Konstrukt" fast Prügel bezogen.
Nun trennen sich Ziele, der eine möchte unter die ersten vier in Bundeslige und der andere läßt nichts unversucht endlich in der 3. Liga unterzutauchen

Hilfe vor 40 Wochen

Sehr guter Kommentar. Laut MK haben wir mit zwei Spitzen gespielt, wobei unser Superstürmer kein Fuß auf dem Boden bekommt. Wie kann man für so einen Spieler über eine Mio. ausgeben? Sobald zu viele Bestandskicker in der Startelf stehen, fängt es im Stadion an verdächtig zu riechen. So wir uns in die Reli retten wollen, sollten alle Winterneuzugänge in der Startelf stehen und den Rest füllt man mit mental straken Spielern auf … wie Du erwähnt hast … Kreuzer und Co.
Spätestens jetzt sollten die Weichen für die nächste Saison gestellt werden und ich finde, es ist unabdingbar, Minge und Walter zu verabschieden, um einen sportlichen Neuanfang zu starten. Wenn wir absteigen, ist Ralf einmal im Kreis gelaufen. Sieht so sein Fünfjahresplan aus?

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