Dresden ist enttäuscht und lässt die Köpfe hängen
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Fußball | 2. Bundesliga Bitterer Last-Minute-Knockout für Dynamo beim HSV

14. Spieltag

Drama und Dynamo. Das passt derzeit, aber leider nur in negativer Hinsicht: Beim Hamburger SV konnte der krasse Außenseiter bis in die Nachspielzeit hinein von einer faustdicken Überraschung träumen. Am Ende gingen die Sachsen, wie schon im DFB-Pokal bei Bundesligist Hertha BSC, leer aus.

von Christian Kerber

Dresden ist enttäuscht und lässt die Köpfe hängen
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Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat am Samstag bei Aufstiegsaspirant Hamburger SV eine faustdicke Überraschung nur haarscharf verpasst. Durch ein Treffer in der fünften Minute der Nachspielzeit unterlag Dynamo beim HSV mit 1:2. Beim Duell des Vorletzten beim Tabellenzweiten zeigte das Team von Cristian Fiel eine couragierte Vorstellung.

HSV-Blitzchance

Das Ambiente passte: Mehr als 50.000 Zuschauer, darunter rund 10.000 Dynamo-Fans, waren da. Bundesliga-Atmo im Volkspark. Das Elb-Duell wurde auch per Choreo begleitet: "Die Elbe runter liegt die wahre Pracht" finden HSV-Anhänger. So prickelnd wie die Stimmung begann auch die Partie: Kaum 30 Sekunden waren vorbei, als der ins Team gekommene HSV-Angreifer Booby Wood über links konterte, in die Mitte passte, wo Christoph Moritz vor Dynamo-Schlussmann Kevin Broll knapp rechts verzog.

Moussa Kone Dynamo Dresden und Tim Leibold Hamburger SV
Dresdens Moussa Koné (li.) gegen Tim Leibold Bildrechte: imago images/Michael Schwarz

So ging es aber nicht weiter. In der Folge bekam Dynamo das Spiel weitgehend im Griff. Bei einem Versuch ins kurze Eck hatte Youngster Max Kulke sogar die Chance zur Führung, aber Heuer Fernandes war auf dem Posten (11.). Nach 35 Minuten wurden die Heim-Zuschauer erstmals unruhig. Eine kleine Drangphase der Gastgeber sahen sie dann sogar noch. Nach Tim Leibolds Linksflanke nutzte Martin Harnik die Unaufmerksamkeit eines Verteidigers und kam per Kopf zum Abschluss - Broll reagierte stark (39.).

v.l.. Kevin Broll Dynamo Dresden, Martin Harnik Hamburger SV, Kevin Ehlers Dynamo Dresden
HSV-Angreifer Martin Harnik (Mi.) machte Ende der ersten Hälfte Betrieb. Bildrechte: imago images/Michael Schwarz

Fußball | 2. Bundesliga Hamburger SV - Dynamo Dresden in Bildern

Cristian Fiel und Dieter Hecking
Man kennt sich: Cristian Fiel (Dynamo-Trainer, li.)) stieg 2006 mit Aachen in die Bundesliga auf. Sein Coach damals: Dieter Hecking (Hamburg). Bildrechte: imago images/Michael Schwarz
Cristian Fiel und Dieter Hecking
Man kennt sich: Cristian Fiel (Dynamo-Trainer, li.)) stieg 2006 mit Aachen in die Bundesliga auf. Sein Coach damals: Dieter Hecking (Hamburg). Bildrechte: imago images/Michael Schwarz
Moussa Kone Dynamo Dresden und Tim Leibold Hamburger SV
Vor der Pause hatte der krasse Außenseiter den Gegner gut im Griff. Hier Moussa Koné (li.) mit Grätsche gegen Tim Leibold. Bildrechte: imago images/Michael Schwarz
v.l.. Kevin Broll Dynamo Dresden, Martin Harnik Hamburger SV, Kevin Ehlers Dynamo Dresden
SGD-Keeper Kevin Broll (li.) klärt vor Martin Harnik (Mi.) Bildrechte: imago images/Michael Schwarz
Max Kulke und Sonny Kittel
Auch der junge Max Kulke (li.) warf sich in die Zweikämpfe (gegen Sonny Kittel). Bildrechte: imago images/Michael Schwarz
Niklas Kreuzer Dresden 07 schiesst das 1-0 fuer Dresden vorbei an Torhueter D. Heuer Fernandes Hamburg 01 und die Mannschaft jubelt
Dann versuchte es Niklas Kreuzer ins lange Eck des HSV-Tores - und traf! Bildrechte: imago images/Nordphoto
Spieler von Dynamo Dresden jubeln
Ab zum Jubelns zu Trainer Cristian Fiel. Kreuzers Vater Oliver war einst Sportdirektor beim HSV. Bildrechte: imago images/Nordphoto
Tim Leipold und Khaled Narey  versuchen sich gegen Niklas Kreuzer durchzusetzen.
Dann stemmte sich Kreuzer gegen die Hamburger Angriffe, die nun immer gefährlicher wurden. Bildrechte: imago images/Nordphoto
Hamburgs Sonny Kittel feiert seinen Treffer zum 1:1
Sonny Kittel gelang dann aber doch das 1:1 (68.). Bildrechte: dpa
Hamburgs David Kinsombi trifft mit dem Kopf zum 2:1
In der Nachspielzeit sorgte David Kinsombi per Kopf für das aus Dresdner Sicht höchst unglückliche 1:2. Bildrechte: dpa
Dresden ist enttäuscht und lässt die Köpfe hängen
Ohne Wort. Dynamo am Boden. Bildrechte: imago images/Nordphoto
Enttäuschte Dresdner gehen vom Platz
Am Ende bedankten sich die Dynamo-Akteure bei den rund 10.000 Fans. Bildrechte: imago images/Nordphoto
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Niklas Kreuzer Dresden 07 schiesst das 1-0 fuer Dresden vorbei an Torhueter D. Heuer Fernandes Hamburg 01 und die Mannschaft jubelt
Niklas Kreuzer trifft zum 1:0 ins lange Eck. Bildrechte: imago images/Nordphoto

Paukenschlag kurz nach der Pause

Die zweite Hälfte begann mit einem Versuch von Niklas Kreuzer im Anschluss an eine abgewehrte Flanke (47.): Und sein Ball landete an Freund und Feind vorbei von halblinks ins lange Eck! Der HSV musste sich berappeln. Es dauerte, ehe die Hanseaten Dauerdruck entfachen konnten. Ein Kopfball von Rick van Drongelen flog knapp vorbei (62.), das war so etwas wie der Startschuss. Sieben Minuten später war es so weit: Der Ex-Frankfurter Sonny Kittel nutzte ein Zuspiel von Tim Leibold zum Ausgleich (68.). Nach Videobeweis-Check zählte der Treffer. Drei Minuten später traf Martin Harnik, erneut aus abseitsverdächtiger Position, diesmal entschied Schiedsrichter Marco Fritz nach Videobeweis auf "kein Tor". Und noch einmal gab es Abseits, als Aaron Hunt per Kopf scheinbar das 2:1 erzielte (84.). Diesmal hatte der Schiedsrichter-Assistent ein Abseits von Flankengeber Leibold gesehen.

Hamburgs David Kinsombi trifft mit dem Kopf zum 2:1
David Kinsombi (Mi.9 mit dem 2:1. Keeper Broll (re.) hatte zuvor abgewehrt. Bildrechte: dpa

Last-Minute-Knockout für Dynamo

Danach bekam Dresden die Partie wieder in den Griff. Ehe die letzte Minute kam - nach einem Hackentrick war Leibold durch, scheiterte von links an Broll, doch dessen Rettungstat ließ den Ball in die Mitte fliegen, wo der eingewechselte David Kinsombi zum Last-Minute-2:1 einnicken konnte (90.+4).

Das sagten die Trainer

Cristian Fiel (Dresden): "Wir konnten das Spiel offen gestalten und haben immer mal wieder Nadelstiche gesetzt. Nachdem wir in Führung gegangen sind, war es für mich wichtig, dass wir genauso weiterspielen. Wenn wir den einen oder anderen Angriff besser ausspielen, dann können wir noch ein zweites Tor erzielen. So ist es am Ende sehr bitter, wie wir das Spiel verlieren. Man muss fairerweise aber auch sagen, dass eine sehr große Qualität auf dem Platz war und du es nicht schaffen wirst, gegen den HSV keine Torchancen zuzulassen. Es hat mich etwas geärgert, dass wir die vielen Tiefenlaufwege des HSV nicht immer mitgegangen sind, auch wenn wir darauf hingewiesen haben. So kommen dann auch die Tore zustande. Es ist eine bittere Niederlage, aber es geht darum, die Köpfe schnell wieder hochzunehmen und nächste Woche das Heimspiel zu gewinnen."

Dieter Hecking (Hamburg): "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und hatten nach wenigen Minuten hochkarätige Torchancen. Anschließend sind wir etwas dem Ball hinterhergelaufen. Das ist die Qualität von Dynamo Dresden und der Ansatz von Cristian, Fußball spielen zu wollen. Wir haben mit unserer Raute nicht den Zugriff bekommen, den wir uns erhofft haben, so dass wir nach 25 Minuten umgestellt haben. Nach der Halbzeit lagen wir dann plötzlich 0:1 hinten. Dann musst du die Qualität haben, den Gegentreffer zu verdauen, dich zu schütteln und anschließend Druck aufzubauen. Das hat die Mannschaft hervorragend gemacht. Sie hat eine Welle nach der anderen aufgebaut und sich mit dem Ausgleichstreffer belohnt. Anschließend fallen zwei Tore, die wegen Abseits zurückgenommen werden. Auch diese Phase musste die Mannschaft verarbeiten, aber sie war am Ende beseelt davon, dieses Spiel zu gewinnen. Bei einem späten Tor sprechen wir immer von einem glücklichen Sieg, aber er war in diesem Fall auch nicht unverdient."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 23. November 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. November 2019, 20:04 Uhr

75 Kommentare

70er vor 1 Wochen

Ein Trainer darf beim Stande von 1:1 nach 90, 91 Minuten gern einmal in der uralten Fußballerweisehitskiste kramen und eine taktische Auswechsung vornehmen. Oder dachte Fiel tatsächlich, seine Equipe kann ausgerechnet in Hamburg noch einen Dreier kreieren?

Schnibbler vor 1 Wochen

@bockwurst-willi
da der zu gemäß ihrem wissen ja schon abgefahren ist stellt sich die frage über was sie sich eigentlich aufregen hier?
laß den leuten doch ihren glauben daran ein von vornherein bei vielen schon verloren geglaubtes spiel eng gestaltet zu haben...

wolle1 vor 1 Wochen

Hi Wicky67, danke fuer den tollen Support.
Als ich zur Schule ging, gab es " fakultativen Unterricht " in einigen Faechern wie englisch und franzoesisch. Man hat zwar nicht viel gelernt, aber besser als nix. Wenn manche Provokateure hier Mathe als fakultativ genommen haetten, wuessten die heute auch etwas mehr als nix. Zum regulaeren Mathe hat es scheinbar sowieso nicht gereicht. Die sehen nicht mal das in der Tabelle zwischen Platz 8 und uns gerade mal 6 Punkte sind und das nach 14 Spielen. Der einzige Zug der hier abgefahren ist, ist deren .... ( darf ich nicht schreiben).
Zum anderen kennen die nicht mal den Unterschied zwischen Besserwisser und Integritaet zum Verein, aber werfen mit Begriffen um sich ohne sie zu verstehen.
Naja was solls.
Gruesse an dich, Wicky67, Reisender, SGDHARZER66 und die, die Dynamo weiterhin treu sind

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