Nico Hammann (FCM) gestikuliert.
Ein Samstag zum Vergessen für Nico Hammann und den 1. FC Magdeburg. Bildrechte: imago images / DeFodi

Fußball | 2. Bundesliga Bitterer Nackenschlag in Bochum - FCM rutscht auf Abstiegsplatz

32. Spieltag

Es wird immer enger für den 1. FC Magdeburg. Durch eine 2:4 (0:1)-Auswärtsniederlage beim VfL Bochum rutschten die Sachsen-Anhalter zwei Spieltage vor Schluss auf einen direkten Abstiegsplatz. Vor 17.339 Zuschauern dominierten die Gäste in der ersten Halbzeit über weite Strecken die Partie, verpassten es allerdings, in Führung zu gehen. Stattdessen schlug Silvère Ganvoula wenige Minuten vor dem Pausenpfiff eiskalt zu. Nach Wiederanpfiff nahm das Unheil seinen Lauf.

von Maximilian Hendel

Nico Hammann (FCM) gestikuliert.
Ein Samstag zum Vergessen für Nico Hammann und den 1. FC Magdeburg. Bildrechte: imago images / DeFodi

Zwei gelbgesperrte Akteure fehlten FCM-Cheftrainer Michael Oenning in der Startaufstellung im Vergleich zum jüngsten Heimsieg über Greuther Fürth. Timo Perthel und Rico Preißinger hatten jeweils ihren fünften Karton kassiert. Dafür kehrte der zuletzt über Oberschenkelprobleme klagende Jan Kirchhoff auf die zentrale Regieposition vor der Dreierabwehrkette zurück. Zudem erhielt Tarek Chahed erstmals in dieser Saison die Chance von Beginn an.

Silvere Ganvoula (Bochum) und Tarek Chahed (FCM) im Zweikampf.
Bochums erster Storschütze Silvère Ganvoula behält im Zweikampf mit Tarek Chahed die Oberhand. Bildrechte: imago images / DeFodi

Magdeburg spielbestimmend - Bochum bleibt passiv

Chahed und Marius Bülter sorgten von Beginn an für ordentlich Bewegung und Unruhe auf beiden Außenbahnen. Magdeburg kam mit munterem Tatendrang in die Partie, die Gastgeber hingegen agierten passiv. Kirchhoffs gefährlicher Kopfball nach Nico Hammans Ecke ging knapp links vorbei (6.). Auch der anschließende ruhende Ball von der gegenüberliegenden Seite beschwor Gefahr herauf, da sich VfL-Schlussmann Manuel Riemann verschätzte - einer seiner Vorderleute klärte allerdings in höchster Not (10.). Riemanns Amtskollege Alexander Brunst war im direkten Gegenzug gefordert - Ganvoulas Direktabnahme lenkte der 23-Jährige reaktionsschnell aus dem rechten Eck.

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Es blieb lediglich ein kurzes Bochumer Zwischenhoch - hartnäckig arbeiteten nur die Magdeburger an einer möglichen Führung. Bülter hob aus Strafraumposition knapp drüber (18.), während Christian Beck einen Schritt zu spät kam, um Bülters tückische Eingabe von der linken Seite zu kontrollieren (31.). Und es wurde noch knapper: Beck zog nach gekonnter Brustannahme unweit links vorbei, bevor Riemanns Klassetat Bülters Abschluss aus 17 Metern vereitelte (38./40.).

Ganvoula schockt die Gäste

Mitten in diese beste Magdeburger Phase des Nachmittages hinein verschätzte sich Kirchhoff bei Riemanns langem Abschlag, wovon Lukas Hinterseer profitierte, gegen drei Magdeburger die Ruhe bewahrte und den besser postierten Ganvoula in Szene setzte, der problemlos vollendete (42.). Der FCM – zuvor noch spielbestimmend - taumelte in die Pause. Anthony Losilla hätte das beinah noch vor dem Pfiff bestraft (45.+1).

Tor zum 2:0 durch Dominik Baumgartner (Bochum) im im Zweikampf gegen Christian Beck (FCM)
Der Anfang vom Ende: Baumgartner köpft das zwischenzeitliche 0:2 aus Magdeburgre Sicht. Bildrechte: imago images / DeFodi

Die Viertelstunde Luftholen verhalf zu keinem neuen Schwung. VfL-Verteidiger Dominik Baumgartner hatte sich im Zuge eines zweifelhaften Freistoßes in den FCM-Strafraum aufgemacht und Milos Pantovic‘ punktgenaue Vorlage völlig unbedrängt einköpfen dürfen (50.). Oennings Team stand neben sich - Losillas Traumpass per Außenrist in den Lauf des gerade erst eingewechselten Tom Weilandt leitete das nächste Unheil ein: Bochums Joker traf mit einem sehenswerten Heber (60.).

Erst nach dem dritten Gegentor kommt FCM wieder zu sich

Erst durch diesen dritten Nackenschlag kamen die Magdeburger urplötzlich wieder zu sich. Chahed gelangte über die rechte Bahn auf die Grundlinie, bediente Bülter am langen Pfosten, der humorlos aus sieben Metern ein Lebenszeichen sendete (64.). Steven Lewerenz hatte im direkten Anschluss die große Gelegenheit, daran anzuknüpfen, aber Riemans großartiger Reflex verhinderte das (65.).

Fußball | 2. Bundesliga VfL Bochum gegen den 1. FC Magdeburg in Bildern

Nico Hammann (FCM) gestikuliert.
Es war zum Verzweifeln, was der 1. FC Magdeburg am frühen Samstagnachmittag in Bochum erleben sollte. Nico Hammann und Co. boten insbesondere in der ersten Halbzeit einen überzeugenden Auftritt. Bildrechte: imago images / DeFodi
Nico Hammann (FCM) gestikuliert.
Es war zum Verzweifeln, was der 1. FC Magdeburg am frühen Samstagnachmittag in Bochum erleben sollte. Nico Hammann und Co. boten insbesondere in der ersten Halbzeit einen überzeugenden Auftritt. Bildrechte: imago images / DeFodi
Marius Bülter schlägt die Hände über dem Kopf zusammen nach einer vergebenen Chance.
Marius Bülter war ein Aktivposten für die Gäste - zog auf der linken Außenbahn immer wieder das Tempo an, erarbeitete sich selbst Abschlüsse: die größte Chance vereitelte VfL-Keeper Manuel Riemann mit einer Klasseparade (40.). Bildrechte: IMAGO/Eibner
Silvere Ganvoula (Bochum) und Dennis Erdmann (FCM) im Zweikampf.
Alle Hände voll zu tun hatte Verteidiger Dennis Erdmann mit Bochums Offensivakteur Silvère Ganvoula. Die beiden Kontrahenten lieferten sich wiederholt intensive Duelle. Bildrechte: IMAGO/DeFodi
Tor zum 1:0 durch Silvere Ganvoula (Bochum), links.
Kurz vor der Pause war Ganvoula dann hellwach und besorgte die zu dem Zeitpunkt glückliche Bochumer Führung. Er profitierte dabei jedoch zunächst von einem schweren Stellungsfehler in der FCM-Defensive sowie dem energischen Nachsetzen von Vorbereiter Lukas Hinterseer. Bildrechte: imago images / DeFodi
Christian Beck (FCM) gestikuliert
Ob Kapitän Christian Beck das Unheil kommen sah? Unmittelbar nach Wiederanpfiff bekam der VfL einen mindestens diskussionswürdigen Freistoßpfiff nahe der Magdeburger Grundlinie zugesprochen. Bildrechte: IMAGO/DeFodi
Tor zum 2:0 durch Dominik Baumgartner (Bochum) im im Zweikampf gegen Christian Beck (FCM)
Und genau jenen ruhenden Ball hob Milos Pantovic butterweich in den Fünfmeterraum, wo Verteidiger Dominik Baumgartner sträflich allein gelassen einköpfen durfte. Bildrechte: imago images / DeFodi
Silvere Ganvoula (Bochum) und Tarek Chahed (FCM) im Zweikampf.
Dieser Nackenschlag so kurz nach der Pause saß. Ganvoula und Co., die vor der Pause wahrlich keine Glanzleistung boten, waren obenauf. Tarek Chahed, der sein Startelf-Debüt in dieser Saison feierte, zog in diesem Zweikampf den Kürzeren. Bildrechte: imago images / DeFodi
Tor zum 4:1 durch Tom Weilandt (Bochum)
Nicht zuletzt der bald eingewechselte Bochumer Joker Tom Weilandt sorgte dafür, dass die Gäste ihre 14. Saisonniederlage hinnehmen mussten. Der gebürtige Rostocker und Sohn von Hansa-Legende Hilmar Weilandt traf zunächst mit einem truamhaften Heber zum 3:0 und ließ in der Schlussphase auch die zwischenzeitlich zarten Hoffnungen des FCM durch seinen Doppelpack platzen. Bildrechte: IMAGO/DeFodi
Nico Hammann (FCM) enttäuscht.
Pure Enttäuschung: Nico Hammann am Boden nach dem Schlusspfiff. Bildrechte: imago images / DeFodi
Christian Beck (FCM) und Trainer Michael Oenning (FCM) enttäuscht
Cheftrainer Michael Oenning muss sich nun etwas einfallen lassen: zwei Punkte fehlen dem FCM auf den "Strohhalm" Relegationsplatz. Und die abschließenden beiden Partien haben es in sich. Union Berlin und der 1. FC Köln warten noch auf die Blau-Weißen. Bildrechte: IMAGO/DeFodi
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Viel mehr fiel den Sachsen-Anhalter Landeshauptstädtern dann jedoch nicht mehr ein. Stattdessen wurde die bis dato beste Liga-Defensive der Rückrunde noch ein viertes Mal erwischt. Wiederum Weilandt nutzte diesmal Hammanns Stellungsfehler bei Jannik Bandowskis Flanke und drosch den Ball volles Risiko aus Nahdistanz unter den Querbalken (84.). Becks zehntes Saisontor, das er per Kopf nach einer Ecke erzielte, war nur noch eine Resultatsrandnotiz an diesem Samstag zum Vergessen (87.).

Da der FC Ingolstadt gleichzeitig den Hamburger SV in dessen Volksparkstadion mit 3:0 düpierte, hat der FCM auf Rang 17 zwei Spieltage vor Schluss nun zwei Zähler Rückstand auf den FCI - und ein knüppelhartes Restprogramm vor der Brust. Am übernächsten Sonntag geht es zu Aufstiegsaspirant 1. FC Union Berlin, eine Woche darauf gastiert der 1. FC Köln in der MDCC-Arena.

Tor zum 4:1 durch Tom Weilandt (Bochum)
Joker Tom Weilandt traf nach der Pause doppelt für die Bochumer. Bildrechte: IMAGO/DeFodi

Die Stimmen zum Spiel:

Michael Oenning (Magdeburg): "In der ersten Halbzeit haben wir sehr mutig gespielt, viele Torchancen gehabt. Leider haben wir aber wie so oft das Tor nicht getroffen. Das erste Gegentor fällt nach einer bekannten Situation. Ein langer Ball, Verlängerung. Wir sind eigentlich dran, gehen aber in Rückstand. Das hat uns in unserer Situation natürlich nicht geholfen. Wir kommen aus der Kabine, machen wieder Druck, aber dann verteidigen wir das einfach schlecht. Bochum hat das einfach clever gemacht. Wir haben nicht enttäuscht, aber zu viele falsche Entscheidungen getroffen."

Robin Dutt (Bochum): "Es fühlt sich nach einem hart erarbeiteten Sieg an. Momentan sind wir in einer Phase, in der uns die Dinge nicht so leicht fallen. Wir sind aktuell auf Mentalität und Laufbereitschaft angewiesen, das hat die Mannschaft in einem Großteil des Spiels gezeigt. Wir haben uns die Chancen und Tore erarbeitet. Aber man hat auch gesehen, dass wir im Moment auch mal vier Dinger machen müssen, um als Sieger vom Platz zu gehen. Ich wünsche Magdeburg alles Gute - haut alles rein. Tolle Fans, der Fußballstandort Osten hat es immer verdient, in der Liga zu bleiben."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. Mai 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Mai 2019, 17:46 Uhr

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138 Kommentare

06.05.2019 17:54 HKS Dauerkarte 138

Niemand aus dem Sendegebiet hat es geschafft, uns in der 2. Bl zu schlagen. Unser Club hat in dieser Saison niemals total versagt. Mit ein bisschen mehr Erfahrung und Cleverness wäre uns das ein oder andere von den 12 Unentschieden erspart geblieben. Vor wem sollen wir hier Demut zeigen? Wir sind in jeder Liga die Größten der Welt. Schert Euch fort und weiter gehts.

BESTE GRÜßE!

06.05.2019 17:01 Z. 137

Auch ich glaube, dass die Sache für Magdeburg durch ist. Einen Funken Hoffnung habe ich noch. Sie beruht auf Darmstadt, einer Mannschaft mit Herz und Charakter, die keinen Punkt wegschenkt, wie Union erfahren musste. Die werden auch gegen Ingolstadt alles geben.
Kann aber nur funktionieren, wenn Magdeburg alle 6 Punkte holt.

06.05.2019 16:53 Udo841 136

@Schacht
Ja vor Leo war es der Bruder.
Wie viel Geld hat denn Aue ? Und Wie viel Ingolstadt ?

06.05.2019 16:01 Schacht 135

@131 Absoluter Schwachsinn. Leo ist einer unter vielen Gönnern bei uns. Er lebt und liebt den Verein, hat nen guten Draht zu den Spielern und Fans. Aber Aue hat schon einige Jahre zweite Liga gespielt, da war Leo nicht der Präsident. In Aue hat man Fußballsachverstand und setzt das Geld klug ein. Man liegt vor Audistadt, die haben mindestens das Doppelte an Geld. Hier können viele Möchtegernzweitligisten was von Aue lernen. Schuldenfrei und erfolgreich, Dank Leo und anderen.

06.05.2019 15:03 Berliner Support 134

@ 132 uto

Nicht alles so verbissen ernst sehen. Das sind Gesänge mit viel Selbstironie.
Selbst hier, in der Hauptstadt, haben wir ähnliche Gesänge.

Einfach mal locker bleiben....

06.05.2019 11:53 Muzzi 133

Es ist erschreckend, wie sich hier EIGENTLICH erwachsene Menschen gegenseitig diffamieren und so weit es die Zensur der Redaktion erlaubt, beschimpfen und beleidigen! Himmeltraurig, aber ein super Spiegelbild unserer Gesellschaft! Und hört mit der OST/WEST Scheisse auf, die Wende ist 30 Jahre her! Die ehemaligen Ostclubs hatten damals keine Chance gegen den Ausverkauf und man hat es bis heute nicht geschafft diesen Zerfall von damals zu kompensieren. Die Gründe dafür liegen aber nicht bloss an der Wende, sondern auch an den Vereinen selbst!
Und wenn der FCM absteigt, dann sind sie schlussendlich selber Schuld und niemand anderes. Schwarz/Gelb kann auch froh sein diese Seuchensaison überlebt zu haben mit all ihren Nebengeräuschen auf und neben dem Platz.
Ganz ehrlich, mir ist egal wer absteigt, denn für mich als Fan zählt einzig und allein MEIN VEREIN, der Rest ist mir egal. Keiner schenkt Dir etwas, das musst du dir alles selbst erarbeiten.
Dynamische Grüsse
Muzzi

06.05.2019 11:42 uto 132

Ich kann ja den Frust der FCM Anhänger verstehen,
aber wer mit den Gesängen, wie "Nie mehr 3. Liga,
ganz Deutschland steht in Deinem Schatten FCM oder Wir sind die Größten der Welt ! " in die Stadien
der Gegner einzieht , muß sich über Hohn und Spott
der besser platzierten Gegner nicht wundern.
Lernt daraus und übt mehr Bescheidenheit !!!!!

06.05.2019 09:34 Mal angemerkt 131

@Schacht

Ohne euren großen Gönner würde das kleine Aue in der Oberliga versauern. Genießt den Moment. Helge pumpt nicht endlos Geld rein.
Dynamische Grüße

05.05.2019 23:49 Andreas Rottleb 130

Ich denke auch, wenn der FCM die Relegation schafft, bleiben er in der 2. Liga egal wer in der Relegation kommt

05.05.2019 23:35 Weit im Süden 129

Was hat sky sagt: das ist der Club der sportlich geschaft aufzusteigen. Anderen haben mit viel Geld geschaft.

Ich bin stolz auf meinen Club

Bwg