Fußball | 2. Bundesliga Rieses feines Füßchen reicht nicht für Auer Sieg über Heidenheim

12. Spieltag

Auch wenn Erzgebirge Aue sein sechstes Heimspiel der Saison nicht verloren hat, endete die Partie vor 8.700 Zuschauern gegen Angstgegner 1. FC Heidenheim mit einer bitteren Schlussnote: Die "Veilchen" brachten Philipp Rieses herrlichen Führungstreffer nicht über die Zeit, sondern fingen sich kurz vor Abpfiff noch den 1:1 (0:0)-Endstand.

Dimitrij Nazarov (10, Aue) und Patrick Schmidt
Bildrechte: Picture Point

Die Zweitrunden-Pokalspiele vom Mittwoch – sowohl Aue (in Düsseldorf) als auch Heidenheim (in Bremen) waren gegen Bundesligisten ausgeschieden – hatten Spuren in beiden Startaufstellungen hinterlassen. Im Vergleich zu den Gästen, bei denen Trainer Frank Schmidt gleich auf acht Positionen rotierte, wechselte Dirk Schuster jedoch geradezu moderat (Philipp Zulechner für Pascal Testroet, Tom Baumgart für Florian Krüger und Clemens Fandrich für Dominik Wydra).

Männel auf der Höhe

Über Stückwerk kam das Geschehen im ersten Durchgang nicht heraus. Die Kontrahenten waren diszipliniert um Ordnung und Stabilität in der eigenen Hälfte bemüht, scheuten in diesem Zuge jedoch das Risiko im Angriffsspiel. Bezeichnend war, dass das Heimpublikum beispielsweise lediglich Szenenapplaus spendete, als Offensivmann Nazarov den über links freigespielten Jonas Föhrenbach nach langem Springt mit langer Grätsche am letzten Pass hinderte (45.).

Zuvor hatte FCE-Kapitän Martin Männel dank zwei sehenswerten Paraden binnen kaum 60 Sekunden sogar einen möglichen Rückstand verhindert: Zunächst lenkte er Tim Kleindiensts immer länger werdende Kopfballbogenlampe mit einer Hand aus dem langen Eck, dann griff er im Flug reaktionsschnell über und wehrte den straffen Kopfball von Ex-Mitspieler Arne Feick ab (38./39.).

Torhüter Martin Männel (1, Aue) rettet nach einem Kopfball der Heidenheimer.
Parade von Martin Männel. Bildrechte: Picture Point

Schimmer antwortet Riese spät

Auch der zweite Durchgang begann eher gemächlich – bis sich Philipp Riese beinah aus dem Nichts aus gut 18 Metern den Ball vorlegen durfte und diesen traumhaft ins lange Eck sezierte (54.). Der bis dato im Angriff kaum sichtbar gewordene FCE lag plötzlich in Führung.

Wie reagierten die Gäste? Weiterhin vor allem mit langen Bällen aus der Tiefe, mit denen sie zumindest punktuell Anspielstationen fanden. Noch zwei Mal musste der fehlerlose Männel jeweils gegen Heidenheims Zielspieler Kleindienst mit guten Fußreflexen retten (61./80), ehe dem FCH vermehrt die eh schon wenigen Ideen ausgingen.

Tor für Aue. Philipp Riese (17, Aue) trifft zum 1:0 und jubelt.
Philipp Riese (17, Aue) trifft zum 1:0 und jubelt. Bildrechte: Picture Point

Trotzdem blieb es spannend – auch weil der eingewechselte Testroet am Ende einer von ihm selbst initiierten Drei-gegen-Einen-Kontersituation den entscheidenden Augenblick zu lang gezögert hatte (72.) So flog ein letzter weiter Einwurf des FCH in den Auer Strafraum, wurde dreifach per Hinterkopf verlängert – zuletzt unglücklich von FCE-Verteidiger Sören Gonther –, ehe Joker Stefan Schimmer humorlos aus Nahdistanz volley vollendete (88.).

Fußball | 2. Bundesliga Bilder zum Spiel FC Erzgebirge Aue - 1. FC Heidenheim

Trainer Frank Schmidt, 1.FC Heidenheim, Co Trainer Sascha Franz (Aue) und Trainer Dirk Schuster
Shakehands unter Freunden. Aue-Trainer Dirk Schuster begrüßt Heidenheim-Coach Frank Schmidt. Bildrechte: Picture Point
Trainer Frank Schmidt, 1.FC Heidenheim, Co Trainer Sascha Franz (Aue) und Trainer Dirk Schuster
Shakehands unter Freunden. Aue-Trainer Dirk Schuster begrüßt Heidenheim-Coach Frank Schmidt. Bildrechte: Picture Point
Jan Hochscheidt (7, Aue), Robert Strauß (29, Heidenheim), Torwart Kevin Müller (1, Heidenheim) und Sebastian Griesbeck
Die Hausherren fanden wenig Mittel gegen die kompakt stehende Abwehr der Baden-Württemberger. Bildrechte: Picture Point
Duell Jan Hochscheidt (7, Aue) und Robert Strauß
Auch in der zweiten Halbzeit schenkten sich die Teams nichts. Vor allem "Strippenzieher" Jan Hochscheidt hatte im Duell gegen Heidenheim nicht ganz so viele starke Momente. Bildrechte: Picture Point
Trainer Frank Schmidt, 1.FC Heidenheim
FCH-Coach Frank Schmidt gab seinem Team von der Außenlinie noch einmal die nötige Kraft mit. Bildrechte: Picture Point
Dimitrij Nazarov (10, Aue) und Patrick Schmidt
Auf dem Platz wurde sich danach aber nichts mehr geschenkt. Beide Teams liefen den Gegner früh an und versuchten, den Spielrhythmus zu unterbinden. Bildrechte: Picture Point
Trainer Dirk Schuster, gestikulierend
Auf der anderen Spielseite sah das etwas anders aus. Die Heidenheimer kamen immer besser in die Partie und drückten auf die Führung. Das gefiel Aue-Coach Dirk Schuster gar nicht. Bildrechte: Picture Point
Torhüter Martin Männel (1, Aue) rettet nach einem Kopfball der Heidenheimer.
Nach einem Kopfball der Heidenheimer musste "Teufelskerl" Aue-Keeper Martin Männel eingreifen und verhinderte mit einer Glanzparade das 0:1. Bildrechte: Picture Point
Tor für Aue. Philipp Riese (17, Aue) trifft zum 1:0 und jubelt.
Doch dann wie aus dem Nichts Auer Jubel: Nach einer Standard-Situation schnappte sich Philipp Riese an der Strafraumgrenze den Ball und zirkelte mit ganz viel Gefühl das Spielgerät in den Heidenheimer Kasten (54.). Bildrechte: Picture Point
Tor für Aue, Philipp Riese (17, Aue) trifft zum 1:0 und jubelt mit den verletzten Kollegen Malcolm Cacutalua (21, Aue), Steve Breitkreuz (12, Aue) und Fabian Kalig (4, Aue).
Jubeltraube beim "Kumpelverein". Auch die verletzten Kollegen Steve Breitkreuz, Malcolm Cacutalua und Fabian Kalig freuten sich mit ihren Mannschaftskollegen. Bildrechte: Picture Point
Maurice Multhaup (17, Heidenheim) und Philipp Riese (17, Aue).
Doch diese Saison kann man sich bei den Erzgebirgern darauf verlassen, dass es fast nie ein langweiliges Ergebnis gibt. Heidenheim ackerte sich wieder in die Partie. Bildrechte: Picture Point
Stefan Schimmer 1. FC Heidenheim 1846 erzielt den 1:1 Ausgleich
Und es half: Mit einem Volleyschuss sorgte Stefan Schimmer für den 1:1-Endstand. Bildrechte: imago images/Eibner
Alle (11) Bilder anzeigen
Trainer Frank Schmidt, 1.FC Heidenheim, Co Trainer Sascha Franz (Aue) und Trainer Dirk Schuster
Shakehands unter Freunden. Aue-Trainer Dirk Schuster begrüßt Heidenheim-Coach Frank Schmidt. Bildrechte: Picture Point

Stimmen zum Spiel:

Frank Schmidt (Heidenheim): "In der ersten Halbzeit war es ein umkämpftes und ausgeglichenes Spiel - mit dem Unterschied, dass wir zwei gute Chancen nach Standards hatten. Aber Männel hält da zweimal erstklassig. Die zweite Hälfte war ähnlich, aber wir hatten etwas mehr Ballbesitz. Wir haben heute den einfachen Weg gesucht im Spielaufbau. Wenn Philipp Riese den Ball auf der rechten Seite mit dem linken Fuß so bekommt - das weiß ich noch aus seinen Zeiten bei uns in Heidenheim - dann wird es gefährlich. Nach dem Tor war es extrem schwer für uns. Wir hätten uns schon vorher mit dem Ausgleich belohnen können. Wir waren mit unseren Chancen etwas fahrlässig. Wäre uns das 1:1 früher gelungen, hätten wir das Spiel noch gewinnen können."

Dirk Schuster (Aue): "Mein Kollege hat das ganz treffend analysiert. Er hatte sieben frische Spieler in der Startformation, wir nur drei. Das hat sich am Ende des Spiels bemerkbar gemacht. Wir sind relativ schwierig in die Partie reingekommen. Wir haben uns dann reingebissen im Laufe der Spielzeit und gefightet. Unser Torwart hat uns in der ersten Halbzeit mit zwei Glanzparaden im Spiel gehalten. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir kämpferisch alles abgerufen und sind dann in Führung gegangen. Nach einer vergebenen Konterchance bekommen wir in der 87. Minute dann den Ausgleich - der war so auch verdient. Das der Treffer so kurz vor Schluss fällt, ist für uns natürlich ärgerlich. Trotzdem ist es ein positiver Punkt für uns."

----
mhe/rho

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 02. November 2019 | 16:30 Uhr

6 Kommentare

Aldi1 vor 46 Wochen

@ Max mustermann: Sehe ich nicht ganz so. Das ist das zweite Punktspiel hintereinander, wo Aue in den letzten Minuten ein Tor kassiert. Sind das Konzentrationsschwächen oder macht sich sogar das Abwandern unseres Fitnesstrainers bemerkbar. Im Angriff haben wir heute gar nicht richtig stattgefunden ( das Tor von Riese mal ausgenommen). Das englische Wochen schlauchen, ist mir auch klar. Aber Heidenheim hatte auch ein Pokalspiel in den Knochen. Und wenn die Jungs schon platt sind, dann muss ich eher wechseln und vor allen das Kontingent auch ausschöpfen. DS hat aber heute nur zweimal gewechselt. Und das kann ich nicht nachvollziehen. Ich sehe heute also eher zwei verlorene als einen gewonnenen Punkt. Grüße aus dem Schacht. ⚒️

Teamplayer vor 46 Wochen

Glück auf!
Ein verdientes Unentschieden.
Und wieder ein Punkt für den Klassenerhalt!
Aue hätte das 2. Tor erzielen können.
Aber wenn es dumm läuft, hätte Aue auch verlieren können.
Gott sei Dank hat der "Dino Zoff des Erzgebirges" sehr gut gehalten.
Glück auf!
Druschba!
Arzgebirch, wie bist du schie!
02.11. 19:00 Uhr

Michael S. vor 46 Wochen

Ich bin der Meinung, dass das Ergebnis am Ende gerecht ist. Es ist natürlich ärgerlich den Ausgleich in der 88. Minute zu kassieren. Aber mit dem Punkt können wir gut leben. Es war dann auch eine Frage der Kraft und Frische. Und da hatte Heidenheim etwas mehr zum Zusetzen. Sie bleiben eben einer unserer Angstgegner. 19 Punkte nach 12 Spielen ist eine mehr als gute Basis für die weitere Saison. Der vierte Platz ist da nicht so von Bedeutung, den nehmen wir aber im Moment gerne mit.

Ergebnisse & Tabelle