Fußball | 2. Bundesliga Erzgebirge Aue ohne Chance beim Hamburger SV

7. Spieltag

Bitterer Nachmittag für den FC Erzgebirge Aue: Bei Aufstiegsaspirant Hamburger SV ging das Team von Dirk Schuster am Sonntag leer aus. Die Veilchen agierten zu passiv, zudem war lange "jeder Schuss ein Gegentreffer".

von Christian Kerber

Tor für Hamburg. Aaron Hunt (14, Hamburg) trifft zum 4:0.
Bildrechte: Picture Point

Der FC Erzgebirge Aue hat das Zweitliga-Spitzenspiel am Sonntag beim Hamburger SV klar mit 0:4 verloren. Damit verpasste das Team von Dirk Schuster, der im dritten Spiel mit den Sachsen erstmals leer ausging, den möglichen Sprung auf Relegationsrang drei. Aue fiel von Rang fünf auf sieben zurück.

Aue vor der Pause zu passiv

Bei der erst zweiten Saison-Niederlage setzten die Veilchen vor der Pause auf eine dichtgestaffelte Defensive. Die ließ zwar nicht viel zu, aber offensiv kamen die Gäste kaum zur Geltung. Hamburg, das sich für die erste Saison-Niederlage, die ausgerechnet bei Erzrivale FC St. Pauli (0:2) zustande gekommen war, rehabilitieren wollte, agierte abgeklärt. Das Team von Dieter Hecking gewann deutlich mehr Zweikämpfe und hatte auch viel mehr den Ball. Es reichte zwar nur zu ganzen drei Torschüssen, aber gleich zwei davon waren drin: Für die Führung sorgte HSV-Youngster Josha Vagnoman, dessen 16-Meter-Schuss nach einem Solo an drei Auern vorbei, auch deshalb den Weg ins Netz fand, weil Verteidiger Marko Mihojevic unglücklich abfälschte (18.). Aue monierte, dass Hamburgs Neuzugang Martin Harnik beim Schuss im Abseits stand, aber es gab keine Video-Überprüfung.

Fußball | 2. Bundesliga Bildershow: Hamburger SV - Erzgebirge Aue

Erzgebirge Aue ist beim Hamburger SV untergegangen. Dabei galt: (Fast) jeder Schuss ein Treffer. Bitte für Aue. Aber wie heißt es so schön: Lieber einmal 0:4 verlieren, als viermal 0:1. Die ersten Bilder des Spiels!

Präsident Helge Leonhardt, freudig winkend
Vor dem Spiel freute sich Aues Boss Helge Leonhardt auf die 90 Minuten. Bildrechte: Picture Point
Präsident Helge Leonhardt, freudig winkend
Vor dem Spiel freute sich Aues Boss Helge Leonhardt auf die 90 Minuten. Bildrechte: Picture Point
Tor für Hamburg. Josha Vagnoman trifft zum 1:0 und jubelt mit den Teamkollegen Lukas Hinterseer und Sonny Kittel (10, Hamburg).
Das Hamburger Talent Josha Vagnoman (Mi.) brachte die Gastgeber in Führung. Bildrechte: Picture Point
Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Schon früh machte sich Aues Trainer Dirk Schuster so seine Gedanken. Bildrechte: Picture Point
Christoph Daferner (33, Aue) und Aaron Hunt (14, Hamburg) im Kampf um den Ball.
Bei seinem Startelfdebüt kämpft Aues Christoph Daferner (li.) gegen Hamburgs Kapitän Aaron Hunt. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Tor für Hamburg. Aaron Hunt (14, Hamburg) trifft zum 4:0.
In Halbzeit zwei überwindet Hunt Aues Schlussmann Martin Männel zum 4:0. Bildrechte: Picture Point
Hamburger SV vs. FC Erzgebirge Aue - Adrian Fein (29, Hamburg), Pascal Testroet (37, Aue) und JTim Leibold (21, Hamburg)
Aues Offensive, hier Pascal Testroet (Mi.), hatte im Volkspark-Stadion nur eine Chance. Bildrechte: Picture Point
Christoph Daferner (33, Aue) und Lukas Hinterseer (16, Hamburg) im Kampf um den Ball.
Beim 2:0 war HSV-Mittelstürmer Lukas Hinterseer (re.) erfolgreich. Hier im Duell mit Daferner. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Hamburger SV vs. FC Erzgebirge Aue - Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue, Co Trainer Sascha Franz (Aue) und Co Trainer Marc Hensel (Aue).
Aue war irgendwann dann ziemlich ratlos. Bildrechte: Picture Point
Fans von Erzgebirge Aue.
Die Fans von Erzgebirge Aue feierten ihr Team dennoch. Demnächst steht ein wichtiges Saisonspiel an. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
Enttäuschung nach dem Spiel bei Mannschaft und Fans von Erzgebirge Aue. Torhüter Martin Männel (1, Aue) und Philipp Riese (17, Aue) bei den Fans.
Wundenlecken mit den Fans: Am Sonntag spielt Erzgebirge Aue dann gegen Dynamo Dresden. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag
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Das 2:0 entstand aus einem langen Ball von Rick van Drongelen an die Abseitskante, Harnik leitete volley weiter und Mittelstürmer Lukas Hinterseer finalisierte in der Mitte (32.). Aue hatte zwar vier Torschüssen, aber nur eine wirklich gefährliche Aktion: Der neu ins Team gekommene Christoph Daferner scheiterte per Kopf an Hamburgs Schlussmann Daniel Heuer Fernandes (24.). Der am Vortag Vater einer Tochter gewordene Pascal Testroet hatte von rechts geflankt.

Hamburger SV vs. FC Erzgebirge Aue - Adrian Fein (29, Hamburg), Pascal Testroet (37, Aue) und JTim Leibold (21, Hamburg)
Pascal Testroet (Mi.) konnte sich kaum einmal in Szene setzen´. Bildrechte: Picture Point

Vier direkte HSV-Torschüsse drin

Eine mögliche Aufholjagd geriet schon kurz nach der Pause zu einer Herkulesaufgabe: Denn da gelang Harnik das nächste HSV-Tor, als er wieder einen erneuten Steilpass von van Drongelen mit Vollspann von rechts direkt ins Tor knallte (47.). Danach war Aue etwas mehr drin im Spiel, der Gastgeber schien zufrieden zu sein. Kapitän Aaron Hunt war es nicht, nach einem Zusammenspiel mit Samperio konnte er Männel erneut überwinden (62.). Alle vier direkten Torschüsse der Hanseaten führten zu Treffern - das gibt es auch nicht alle Tage. Aue blieb auch in der zweiten Hälfte harmlos. Männel verhinderte gegen Hunt den nächsten Einschlag (71,), allerdings hatte das FCE-Urgestein die Chance durch einen Fehlpass auf Sonny Kittel auch erst ermöglicht. Viel mehr passierte an diesem Nachmittag nicht mehr. Aus Sicht von Aue war das auch gut so.

Stimmen zum Spiel

Präsident – Helge Leonhardt 1 min
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Sport im Osten So 22.09.2019 16:30Uhr 01:26 min

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Video

Dirk Bremser (Co-Trainer HSV, in Vertretung von Dieter Hecking: "Für uns war es sehr wichtig, dass wir nach der Stadtderby-Niederlage als Mannschaft die richtige Antwort geben, auch für das Umfeld und die Fans. In den ersten Minuten haben wir nach Sicherheit gesucht, die wir dann aber auch schnell gefunden haben. Spätestens nach dem 1:0 hat es die Mannschaft sehr gut gemacht. Wir haben geduldig gespielt und sind immer wieder in den Rücken der Abwehr gekommen. Insgesamt war nach dem 3:0 der Deckel drauf. Es ist nicht selbstverständlich, dass man gegen Erzgebirge Aue so souverän auftritt. Dieses Level müssen wir jede Woche neu nachweisen."

Dirk Schuster (Aue): "Wir haben die Tore zu einfach hergeschenkt, durch einfache Bälle hinter die Abwehr, die wir sehr schlecht verteidigt haben, es dem HSV ziemlich einfach gemacht, das zweite und dritte Tor zu erzielen. Mit dem 0:3 war das Spiel dann eigentlich gelaufen. Wenn Du in der 47. den Nackenschlag bekommst, ist es sehr schwierig, da noch einmal zurückzukommen. Alle, die geträumt haben und vielleicht gemeint haben, wir sind auf einem guten Weg und gemeint haben, wir müssten nicht mehr 100 Prozent abrufen, die sind auf dem Boden der Tatsachen gelandet und haben gemerkt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 22. September 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2019, 22:00 Uhr

12 Kommentare

max mustermann vor 8 Wochen

Da war zuviel Respekt, um nicht zu sagen Angst vor einer zugegeben
imposanten Kulisse. Aber auch beim Spielstand von 0:2 oder 0:3 hat
man nicht versucht das Spiel zumindest zeitweise selbst zu bestimmen.
Auch wenn es für Aue "normal" ist beim HSV zu verlieren; das war sehr wenig.
Man kann nur hoffen, das die eingesparten "Körner" nun gegen Dynamo eingesetzt werden. Das Hamburger Publikum war sehr "gastfanfreundlich",
Vielen Dank dafür.


SGDHarzer66 vor 8 Wochen

Mein lieber Aldi, wir beide wissen doch nur zu gut, das wir unsere Punkte woanders holen müssen und nicht gerade beim HSV. Was ist heute schon passiert? Richtig, nichts Weltbewegendes.
Gruß aus dem Harzer Land ins schöne Erzgebirge...

revolvere vor 8 Wochen

als heiner bin ich dir natürlich verbunden.
mehr mut zeigen, mein lieber dirk.
mauern in hh hilft nix - entweder- oder - 1 - 5.
ich wünsche euch erzgebirgern, als alter hensel und gretel-fan (2 zu 1 gegen bs), trotzdem alle gute.