Fußball | 2. Bundesliga 1. FC Magdeburg verschläft erste Halbzeit

10. Spieltag

von Tom Wohlrabe & Christian Stolze

Am zehnten Spieltag der 2. Bundesliga hat der 1. FC Magdeburg eine 0:3-(0:2)-Niederlage beim 1. FC Heidenheim einstecken müssen. Dabei zeigte sich die Elf von Jens Härtel vor allem im ersten Durchgang viel zu schläfrig und ließ die Hausherren walten und schalten. Erst im zweiten Durchgang und nach der Umstellung auf 4-4-2 zeigte sich der FCM in alter Stärke und erarbeitete sich massig Chancen. Der Ertrag blieb dieses Mal jedoch aus. Der FCM bleibt Tabellen-15., Heidenheim klettert auf Rang sechs.

Bilder zum Auswärtsauftritt des 1. FC Magdeburg beim 1. FC Heidenheim

Jens Härtel
Die Elf von Jens Härtel blieb vor der Partie beim 1. FC Heidenheim fünf Partien ohne Niederlage. Das sollte sich noch an diesem Spieltag ändern... Bildrechte: imago/Eibner
Jens Härtel
Die Elf von Jens Härtel blieb vor der Partie beim 1. FC Heidenheim fünf Partien ohne Niederlage. Das sollte sich noch an diesem Spieltag ändern... Bildrechte: imago/Eibner
Trainer Frank Schmidt (1.FC Heidenheim)
In der ersten Viertelstunde hielt der 1. FC Magdeburg gut dagegen und ließ den FCH nicht in die Partie kommen. Das zeigte sich auch in der Laune von Coach Frank Schmidt. Bildrechte: IMAGO/Eibner
Zweikampf Romain Bregerie vs. Neuzugang Patrick Schmidt
Vor allem der körperliche Faktor stand zuerst im Vordergrund. Hier versucht Romain Bregerie vor FC Heidenheim-Neuzugang Patrick Schmidt den Ball zu behaupten. Bildrechte: IMAGO
Norman Theuerkauf ( 1.FC Heidenheim 30) Marcel Costly ( 1.FC Magdeburg 9 )
Die offensive Power der Baden-Württemberger nahm aber stark zu. Der 1. FC Magdeburg kam ordentlich ins Schwitzen. Bildrechte: IMAGO/Eibner
Bjoern Rother und Romain Bregerie freuen sich über das Tor zum 1:0.
Was folgte war blankes Entsetzen bei Björn Rother und Romain Bregerie. Beim 0:1 von Sebastian Griesbeck sah die gesamte Abwehr des 1. FC Magdeburg schlecht aus (18.). Bildrechte: IMAGO
Magdeburgs Romain Bregerie
Besonders Romain Bregerie stand beim 0:1 völlig neben sich und ließ Griesbeck im Zentrum enteilen (18.). Bildrechte: imago/Eibner
Norman Theuerkauf, Nikola Dovedan und Niklas Dorsch jubel nach dem 2:0 für Heidenheim
Und es ging schlecht weiter für die Blau-Weißen. Jubeln durften nur die Hausherren aus Heidenheim. Kurz vor der Halbzeit war es der wieselflinke Nikola Dovedan, der auf 0:2 stellte (42.). Bildrechte: imago/Eibner
Nils Butzen ( 1.FC Magdeburg 16 ) ärgert sich
Im zweiten Abschnitt zeigte der 1. FC Magdeburg ein anderes Gesicht. Die Kicker aus Sachsen-Anhalt erarbeitetn sich Großchance um Großchance. An diesem Tag fehlte jedoch das Glück im Abschluss. Bildrechte: imago/Eibner
Schiedsrichter Arne Aarnink zeigt Tobias Müller die gelb-rote Karte
Schiedsrichter Arne Arnink hielt jedoch kurz vor dem Abpfiff noch eine böse Überraschung für den FCM bereit. Gelb-Rote Karte für Tobias Müller und Elfmeter für Heidenheim (90.+2). Bildrechte: imago/Eibner
Marc Schnatterer (1.FC Heidenheim 7) beim Elfmeter zum 3:0.
Flanken-Experte Marc Schnatterer übernahm die Verantwortung vom Elfmeterpunkt und ließ FCM-Torwart Alexander Brunst keine Chance (90.+2). Bildrechte: imago/Eibner
Kolja Pusch und Marc Schnatterer
Am Ende gab es nur Jubel beim 1. FC Heidenheim. Kolja Pusch und Marc Schnatterer feierten am Ende das zu klare 3:0 für die Hausherren. Der dritte Heimsieg in Folge für Heidenheim. Bildrechte: imago/Eibner
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Schnupper-Phase

In der Heidenheimer Arena gab es in den ersten Spielminuten keine großen Offensivaktionen zu beobachten. Bei den Gastgebern fiel kurz vor der Partie Top-Torjäger Robert Glatzel (bislang sieben Tore) mit einem Muskelfaserriss aus. Ein Verlust, der bei den Gastgebern anfangs schwer ins Gewicht fiel. Die vielen langen Bälle fanden dieses Mal keinen Abnehmer, und die Gäste aus Magdeburg hatten im Abwehrverbund keine Probleme mit den FCH-Angriffen.

Trainer Frank Schmidt (1.FC Heidenheim)
FCH-Coach Frank Schmidt war in den ersten Minuten nicht zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. Das sollte sich jedoch noch ändern. Bildrechte: IMAGO/Eibner

FCM erneut im Rückstand

Bjoern Rother und Romain Bregerie freuen sich über das Tor zum 1:0.
Entsetzen bei Björn Rother und Romain Bregerie. Beim 0:1 sah die gesamte Abwehr des 1. FC Magdeburg schlecht aus (18.). Bildrechte: IMAGO

Das sollte sich jedoch ändern. Nach einem schönen Solo-Lauf von Nikola Dovedan setzte sich Sebastian Griesbeck im richtigen Moment im Strafraum ab und ließ FCM-Keeper Alexander Brunst keine Chance (18.). Eine vertraute Situation für die Sachsen-Anhalter. In den letzten vier Partien lag der FCM drei Mal mit 0:1 zurück. Und auch in Heidenheim versuchten die Blau-Weißen sofort zurückzuschlagen. Nach einer punktgenauen Flanke von Marcel Costly kam Philip Türpitz völlig frei zum Kopfball, verfehlte den FCH-Kasten jedoch sträflich aus fünf Metern (24.). Dies blieb jedoch die einzige FCM-Chance im ersten Abschnitt. Die Hausherren boten eine enorme Flexibilität und Rotation im Mittelfeld und banden die Blau-Weißen ständig im eigenen Strafraum. Kurz vor der Pause dann der nächste Schock. Nach einer Flanke von FCH-Kapitän Marc Schnatterer setzte sich Dovedan im Zentrum durch und köpfte zum 0:2 ein (42.).

Frischer Schwung bei den Gästen

Trainer Jens Härtel musste in der Pause die richtigen Worte an seine Spieler gefunden haben, denn der FCM kam mit neuem Offensivschwung aus der Kabine. Härtel brachte für Aleksander Ignjovski den Ex-Heidenheimer Richard Weil in die Partie. Und der hatte in der 48. Minute eine gute Schusschance. Er wurde aber im entscheidenden Moment noch von einem Heidenheimer Bein gestört. Kurz darauf war es wieder Weil, der nach einer Ecke von Nils Butzen frei zum Abschluss kam und nur knapp an FCH-Keeper Kevin Müller scheiterte (57.). Der FCM-Trainer stellte wie bei dem 0:2-Rückstand gegen SG Dynamo Dresden auf eine 4-4-2-Formation um.

Nils Butzen ( 1.FC Magdeburg 16 ) ärgert sich
Es war zum Verzweifeln. Die Sachsen-Anhalter erspielten sich massig Chancen im zweiten Durchgang. Es fehlte heute aber an der letzten Zielgenauigkeit im Abschluss. Bildrechte: imago/Eibner

Sturm- und Drangphase des FCM

Schiedsrichter Arne Aarnink zeigt Tobias Müller die gelb-rote Karte
Bitterer Schlusspunkt der Partie. Nach einem Foul sieht Tobias Müller die Gelb-Rote Karte und muss das 0:3 von der Seitenlinie aus mit ansehen (90.+2). Bildrechte: imago/Eibner

Den Magdeburgern tat die Umstellung erneut gut, sie hatten nun deutlich besseren Zugriff auf die Partie. Es folgte eine wahre Chancenflut für die Blau-Weißen. Der eingewechselte Marius Bülter (66.) sowie Björn Rother (67.) und Weil (71./79.) erarbeiteten sich aussichtsreiche Chancen, scheiterten aber alle am teils überragend aufgelegten Heidenheimer Schlussmann Müller. Die Hausherren zeigten sich da effizienter und verwandelten in der Nachspielzeit durch Schnatterer den fälligen Strafstoß (90.+2). Tobias Müller brachte Dovedan zu Fall und erhielt dafür die Gelb-Rote Karte. Ein bitterer Abschluss für die Sachsen-Anhalter, die die erste Niederlage nach sechs Partien kassierten.

Stimmen zum Spiel

Jens Härtel (Magdeburg): „Glückwunsch an Heidenheim. Ich hab von meiner Mannschaft ein richtig gutes Auswärtsspiel gesehen und in dem wir uns eine Menge Torchancen erarbeitet haben. Hinten haben wir auch gar nicht so viel zugelassen. Im Fußball zählt aber das Ergebnis. Wir sind gut in das Spiel reingekommen und hatten früh viel Ballbesitz. Wenn Marcel Costly auf Christian Beck querlegt, können wir früh in Führung gehen. Aber dann machen wir einen Kettenfehler und liegen hinten. Kurz vor der Pause kriegen wir dann ein Abseitstor. In der zweiten Halbzeit ist die Mannschaft überragend zurückgekommen und hatte unfassbar viele Chancen. Hintenraus gibt es dann noch einen komischen Elfmeter. Aber das ist geschenkt – in der letzten Minute hätten wir das Spiel nicht mehr gedreht. Für uns ist es ein ganz bitterer Nachmittag, weil wir der Mannschaft nicht so viel vorwerfen können. Außer halt der Effizienz, die uns Heidenheim heute voraus hatte."

Frank Schmidt (Heidenheim): „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. In der ersten Halbzeit waren wir sehr effektiv, haben einige Szenen über die Flügel aber nicht gut zu Ende gespielt. Schön, dass wir in einer Situation in der wir hinten eine schlechte Absicherung hatten, dann selber einen Konter fahren können und Dovedan Grießmann perfekt in der Schnittstelle bedient. Diese Laufwege haben wir trainiert. Beim 2:0 war der Unterschied zu vielen Szenen heute einfach die Qualität der Flanke von Marc Schnatterer. Niko Dovedan baute die Führung aus und da denkt man, dass man das Spiel heute nicht mehr hergibt. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass Magdeburg über eine aussergewöhnliche Mentalität verfügt – auch zu vielen Torchancen gekommen ist. Der Unterschied war heute die Effektivität. Gerade aber auch ein Kevin Müller hat insbesondere in der zweiten Halbzeit hervorragend reagiert. Der Elfmeter zum Endstand war dann nicht mehr spielentscheidend. Wenn man am Ende 3:0 gewinnt, dann ist man auch der verdiente Sieger. Unter dem Strich haben wir unserer Heimspiel gegen einen Gegner gewonnen, der schwer zu besiegen ist."

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 20. Oktober 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2018, 16:40 Uhr

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71 Kommentare

22.10.2018 15:20 pickering 71

Wow, hat der Schiri das tatsächlich gemacht, potzblitz, das gab's ja noch nie!
Nee mal Spass bei Seite, kann da @69 nur zustimmen, das ist Gang und Gebe im Fussball, in allen Ländern, in allen Ligen, schon seit immer, und nicht nur im Fussball, und vor allem, es ist keinerlei Verwerflichkeit in dieser Vorgehensweise zu erkennen,
kannst den Aluhut also wieder absetzen, Sportsfreund!
Ansonsten, Kopf hoch, weiter geht's, 15.Platz ist nach wie vor und sicherlich auch zur Not noch bis zum letzten Spieltag machbar, auch wenn einige von euch (@9) scheinbar immer noch auf rosa Wolken unterwegs sind.

22.10.2018 15:13 Berliner Support 70

@66 @69 beide habt Ihr, in meinem Augen, Recht.
Kann man als nette Warnung sehen oder aber auch als willkür bzw. Arroganz des Schiri.

Nun ist es so. Dennoch, großer Mist, dass Earthmann fehlt.
Gegen Hamburg wäre er irre wichtig gewesen.

22.10.2018 12:11 Axcel_BB 69

@66: Was ist daran verwerflich? Ich finde es super, wenn jemand vorgewarnt wird und eine Karte in Aussicht gestellt wird. Besser als die Karte direkt zu bekommen? So kann der Trainer noch reagieren, wenn er möchte!

22.10.2018 11:07 MLink-Berlin 68

Mensch nun entspannt euch mal wieder!!!

Das war ein Spiel, was wir mal wieder unglücklich verloren haben. Egal wer da jetzt kommt, man muss gegen alle Gegner gewinnen wollen. Wenn man jetzt schon aufgibt, kann man sich in der 2. abmelden und gleich die Zeit nutzen, um für die dritte zu planen...

So ein blöder Kack! Was will man mit einem anderen Trainer bei dem Kader. Aus Sch... kann man nunmal kein Gold machen :-) Mit dem arbeiten was man hat und das Beste hoffen!

Das wird schon.

BWG aus der Mudderstadt

22.10.2018 10:48 Sportsfreund 67

Erinnert mich an irgendwie an die Aue in der letzten Saison.

22.10.2018 10:22 Sportsfreund 66

Habe gerade den Artikel in der Volksstimme zum Schiedsrichter gelesen. Also wenn es so war, dass er D. E. eine gelbe Karte in Aussicht stellt, falls dieser nicht ruhig bleibt, ist das Willkür und könnte juristisch auf N. geprüfte werden. Unglaublich, was die sich erlauben dürfen und nichts passiert.

22.10.2018 09:08 netzadler 65

Der FCM hat fast nur noch die obere tabellenhälfte zu spielen. man muss kein Prophet sein, um festzustellen, dass am ende der Hinrunde ein abstiegsplatz stehen wird.

die frage ist nur noch, wie weit der abstand zu platz 15 sein wird.

22.10.2018 07:00 Mike 64

Butzen beim 2. tor ein vorwurf zu machen ist fehl am platz. ausser das er nicht zum assi gerannt ist und sich als kapitän dort beschwert hätte. immer hin war er letzter mann und daher sein gegenspieler im abseit. vielleicht hätte der assi... aber die haben ja eh alles relevante nicht gepfiffen. hammann beim 1. einen vorwurf zu machen, wäre da ehrr angebracht. ist nicht der schnellste, sieht einen gegner alleine vor sich, tut nichts. läuft langsam. als der gegener den ball hat, geht er in den sprintmodus. zu spät, das hätte schon 10 sekunden eher passieren müssen. näher am gegner stehen. erst recht wenn man nicht der schnellste ist, genau deswegen wollte ihn sandhausen nicht wirklich einsetzen.

22.10.2018 06:29 Maggimann 63

@Pombär
Ihr seid durch die 3 Liga marschiert wie wir? Wunschdenken was?
85 Punkte, Rekord der 3 Liga. Meiste Siege, längste Siegesserie.
Sorry, aber da sind deine Namos in ihrer Saison von vor 3 Jahren weit entfernt.
Nun troll dich weiter. Am Ende stehen wir vor euch. Keine Sorge

21.10.2018 21:12 Otto 62

Es ist ein schon ein Unterschied ob ich Kritik äußere oder den Rausschmiss des Trainers fordere. Ich habe hier ja schon öfter betont das wir Geduld brauchen. Seht euch die Braunschweiger Eintracht an, neuer Trainer, der Kader teurer als der unsere, und? Platz 20 in Liga 3.
Aber ich wünsche mir auch das wir mal von Anfang an, wie im Vorjahr, Druck machen. Im schlimmsten Fall können wir auch nur das Spiel verlieren. BWG.

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