Christian Beck (FC Magdeburg,li.) gegen Sebastian Nachreiner im Kopfballduell.
Bildrechte: imago images / Eibner

Fußball | 2. Bundesliga Magdeburg verliert nach schwacher Leistung in Regensburg

30. Spieltag

Der 1. FC Magdeburg hat im Abstiegskampf den nächsten Dämpfer kassiert. Bei Jahn Regensburg verlor der FCM nach schwacher Abwehrleistung in der ersten Halbzeit knapp mit 0:1 (0:1). Auch nach der Pause gelang den Magdeburgern nicht viel. In der Tabelle steht der FCM weiter auf dem Relegationsplatz.

von Max Zeising und Kevin Gering (Regensburg)

Christian Beck (FC Magdeburg,li.) gegen Sebastian Nachreiner im Kopfballduell.
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Oenning wechselt dreimal

FCM-Trainer Michael Oenning nahm im Vergleich zur 0:1-Niederlage vor einer Woche gegen den SV Darmstadt 98 drei Änderungen in der Startformation vor: Für den gelbgesperrten Dennis Erdmann spielte Steffen Schäfer in der Innenverteidigung, für den aufgrund einer Muskelverletzung fehlenden Philip Türpitz stürmte Christian Beck zum ersten Mal seit seinem Jochbeinbruch wieder von Beginn an. Regensburgs Coach Achim Beierlorzer tauschte im Vergleich zum 2:2-Unentschieden bei Union Berlin nur einmal: Für Oliver Bein stand Marco Grüttner in der Startelf.

Jahn Regensburg - 1. FC Magdeburg in Bildern

Trainer Achim Beierlorzer
Trainer Achim Beierlorzer leistet seit 2017 gute Arbeit bei Jahn Regensburg. Zuvor war er über drei Jahre in verschiedenen Funktionen bei RB Leipzig aktiv, 2015 auch kurz als Chefcoach. Bildrechte: imago images / Sascha Janne
Trainer Achim Beierlorzer
Trainer Achim Beierlorzer leistet seit 2017 gute Arbeit bei Jahn Regensburg. Zuvor war er über drei Jahre in verschiedenen Funktionen bei RB Leipzig aktiv, 2015 auch kurz als Chefcoach. Bildrechte: imago images / Sascha Janne
Andre Weis, (SSV Jahn Regensburg)
Mit André Weis stand wieder die etatmäßige Nummer zwei beim Jahn im Tor, da Stammkeeper Philipp Pentke (früher auch bei Dynamo und Chemnitz) seinen Vertrag nicht verlängern will. Bildrechte: imago images / Sascha Janne
Jann George und Timo Perthel im Duell.
Die beiden Teams beharkten sich von Beginn an (hier Jann George und Timo Perthel). Bildrechte: imago images / Eibner
Marco Gruettner schiebt ein zum 1:0 für den SSV Jahn Regensburg.
In der 20. Minute schob Marco Grüttner zum 1:0 ein... Bildrechte: imago images / Sascha Janne
Jubelnde Spieler nach dem 1:0 für den SSV Jahn Regensburg.
...und die Regensburger jubelten über die Führung. Bildrechte: imago images / Sascha Janne
Christian Beck (FC Magdeburg,li.) gegen Sebastian Nachreiner im Kopfballduell.
Christian Beck (li.) spielte nach seiner schweren Kopfverletzung erstmals wieder von Beginn, blieb aber blass (hier im Kopfballduell gegen Sebastian Nachreiner). Bildrechte: imago images / Eibner
Der Auswärtsblock von Magdeburg.
Den FCM begleiteten wieder hunderte Fans auf seiner Auswärtsreise - und mussten ohne Punkte im Gepäck die Rückreise antreten. Bildrechte: imago images / Sascha Janne
Regensburger Spieler feiern den Sieg mit ihren Fans
Nach der Partie feiern die Regensburger Spieler den Sieg mit ihren Fans. Bildrechte: imago images / Sascha Janne
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Grüttner bringt Jahn in Führung

Die Magdeburger begannen vor 10.543 Zuschauern in Regensburg ordentlich, Marius Bülter (4.) und Rico Preißinger (7.) vergaben aus der Distanz die ersten Möglichkeiten für die Gäste. Dann aber konterte Jahn nach einer FCM-Ecke zum ersten Mal: Sargis Adamyan lief allein auf das Tor zu, scheiterte aber an Magdeburgs Keeper Alexander Brunst (11.). Die Szene war ein früher Wendepunkt im Spiel. Die Gäste bekamen fortan kaum noch Zugriff auf die Partie, Regensburg konterte munter weiter. Brunst rettete zunächst gegen Marco Grüttner (17.), wenig später musste der Jahn-Stürmer nach Vorlage von Adamyan kurz vor der Torlinie stehend nur noch einschieben (21.).

FCM lässt viel Raum

Regensburg ging 1:0 in Führung und hätte diese sogar ausbauen können, doch Adamyan (23.) und Benedikt Saller (27.) vergaben weitere Konterchancen. Vom FCM kam kaum noch etwas. Bis auf einen Distanzschuss von Charles Elie Laprevotte nach Einwurf, den André Weis im Tor der Regensburger parierte (34.), hatten die Gäste bis zur Pause keine weitere Möglichkeit mehr. Auf der anderen Seite scheiterten Maximilian Thalhammer (35.) nach schöner Kombination durch eine allzu löchrige FCM-Abwehr und Marcel Correia (40.) nach Eckball an Brunst.

Oenning reagiert zur Pause

Oenning reagierte zur Pause und brachte Aleksandar Ignjovski für Björn Rother (46.). Doch der Jahn machte auch in der zweiten Halbzeit offensiv weiter, Adamyan scheiterte aus Nahdistanz an Brunst (48.). Der FCM hatte dagegen nach wie vor Probleme, sich klare Chancen zu erarbeiten. Immerhin gelang es den Magdeburgern nun besser, die Regensburger vom eigenen Tor wegzuhalten. Und dann hatte Felix Lohkemper nach schöner Kombination plötzlich die Schussgelegenheit in zentraler Position, ließ sich aber beim Abschluss zu viel Zeit und traf nur ein Regensburger Abwehrbein (65.).

FCM kämpft in der Schlussphase - vergeblich

Der FCM baute nun mehr und mehr Druck auf, Regensburg gelangen immer weniger Befreiungsaktionen. Beck traf nach Super-Solo von Lohkemper nur einen Gegenspieler (77.), anschließend lupfte er den Ball nach tollem Zuspiel am Tor vorbei (81.). In den letzten Minuten kämpften die Gäste weiter - aber vergeblich.

Die Stimmen zum Spiel:

Michael Oenning (Magdeburg): "Jeder weiß, in welcher Situation wir uns befinden. Wenn man meine Mannschaft sieht, was sie hier heute über 94 Minuten angeboten hat, dann sieht man, dass sie mit allem, was sie hat, versucht, in der Liga zu bleiben. Wenn es denn stimmt, dass wir 80 Prozent Passquote hatten, 55 Prozent Ballbesitz und auf des Gegners Platz zwölf Ecken hatten, es aber nicht geschafft haben, ein Tor zu schießen, dann ist das ganze Spiel eigentlich schon erklärt. Gerade in der ersten Halbzeit haben wir in den ersten zehn Minuten schon drei oder vier Ecken gehabt, haben das Spiel gut angenommen, gut hineingefunden. Wir haben aber auch genau gewusst, dass wir, wenn wir es so spielen, auf Messers Schneide reiten. Der Jahn ist eine Mannschaft, die sehr gut im Umkehrspiel ist, und das haben sie dann auch bewiesen. Schon in der ersten Szene, in der Brunst eins gegen eins den Ball hält. Da haben wir schon gewusst, dass wir uns nicht viele Fehler erlauben dürfen. Im zentralen Mittelfeld hatten wir dann einen Ballverlust, der dann zum Gegentor geführt hat. Dadurch haben wir dem Gegner in die Karten gespielt. Wir mussten noch mehr Risiko gehen, das haben wir gemacht. Ich glaube, dass wir in der zweiten Halbzeit nicht viel mehr Risiko hätten nehmen können. Wir haben wirklich alles versucht, immer weiter nach vorne gespielt, bis zum Ende das Spiel offen gehalten. Mit ein bisschen Glück hätten wir vielleicht noch einen Punkt holen können, aber das ist uns heute nicht geglückt. Aber die Moral ist in Ordnung. Man sieht heute auch, dass die Fans das so gesehen und erkannt haben. Wir werden natürlich nicht den Kopf in den Sand stecken, dafür gibt es keinen Grund. Wir werden uns deutlich ärgern auf der Rückfahrt, morgen versuchen, das Rest-Osterfest zu genießen, und dann gilt unsere komplette Aufmerksamkeit dem nächsten Spiel. Da werden wir versuchen, uns wieder in Szene zu setzen."

Achim Beierlorzer (Regensburg): "Dass es zum Ende der Partie noch offen war, war genau das, was wir eigentlich vermeiden wollten. Das hätten wir in der ersten Hälfte durch die drei hundertprozentigen Chancen zusätzlich zum Tor schon zumachen müssen. Dann wäre das für uns auch ein weitaus entspannteres Spiel gewesen. Es bleibt aber beim 1:0. Dann hat der Gegner natürlich die Hoffnung, mit einer einzigen Torchance den Ausgleich schießen zu können. Dass Magdeburg völlig intakt ist, alles rein schmeißt, unglaublich viel Tiefgang hat, willig ist, alles Mögliche versucht, um dann letzten Endes auch erfolgreich zu sein, das haben wir vorher gewusst und am Schluss erlebt. Dann gab es auch drei Chancen für Magdeburg, zum Ausgleich zu kommen. Wir müssen unsere Torchancen verwerten, da sprechen wir über sieben hochkarätige. Allein Sarges Adamyan hat zweimal eins gegen eins gegen den Torhüter die Chance, und einmal war der Torwart eigentlich schon weg und er muss ihn nur noch über die Linie spielen. Richtig klasse hat mit gefallen, mit welcher Dynamik wir in der ersten Hälfte unterwegs waren und immer wieder über die Außen gekommen sind und die Hereingaben gespielt haben. Da hatten wir so viele gute Aktionen, dass wir unseren Fans auch ein gutes Spiel geboten haben. Das wollten wir. Wir wollten mit Mentalität Magdeburg entgegnen und dann aber auch mit unserer Dynamik und spielerischen Klasse Torchancen herausspielen und das ist uns geglückt. Am Schluss freuen wir uns natürlich über den Sieg zu Ostern."

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Lutz Lindemann Vizepräsident Erzgebirge Aue 1998
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. April 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2019, 16:53 Uhr

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75 Kommentare

23.04.2019 13:18 FCM 85 75

@gerd Müller, der HFC würde in der 2 Liga erstrecht kein Land sehen. Die stehen in der 3. Liga nur oben weil die anderen sie lassen! Und im Falle einer Relegation geg uns dürfte Magdeburg sich mal so richtig austoben und zeigen was doch noch so möglich ist und ein klares 5:0 zu Hause einfahren :))

23.04.2019 12:53 fläming 74

@73 richtig im Zusammenhang lesen, hast dich gerade selbst als Klappstuhl definiert.

23.04.2019 11:17 Hemry5 73

Was ist das denn für ein Klappstuhl der behauptet, dass es seit 1974 keine FCM Fans mehr gibt.

23.04.2019 10:08 fanatic 72

"singen", nicht sigen......

Sorry, Fehlerteufel

23.04.2019 10:07 fanatic 71

Eigentlich ist es mir sch*** egal, ob der Club beliebt es oder nicht.
Wir wollen hier keine Herzen gewinnen.

Wie sigen die Fans von Millwall so schön:
"No one likes us, we don't care."

Sorry, für die Älteren hier im Forum, die der englischen Sprache nicht mächtig sind.
Google Translator hilft.

23.04.2019 06:06 fläming 70

@67 du bist aber auch ein Experte! Nur weil es ein paar Dödels gibt, die immer mit den gleichen blöden Spruch kommen (den gab es in den erfolgreichen Jahren des FCMs übrigens nicht), meinst du über die gesamte FCM-Fanbase dieses Urteil fällen zu können?
Dein letzter Satz stimmt übrigens ebenso nicht, spätestens seit 1974 hatte der FCM keine Freunde mehr. Denk mal darüber nach!

22.04.2019 22:58 Ernesto Grube 69

Bei aller berechtigter Kritik um das 'Wie' und 'Warum' wir in diese Misere geraten sind, bleibt uns Fans in den kommenden vier Spielen nur eine Aufgabe: unsere Mannschaft zu 1.000% zu unterstützen! Genug Druck haben sie eh schon. Jetzt sollte nicht noch die Komponente 'Fans', im negativen Sinne, hinzukommen. Vier Endspiele. Vier mal zeigen, dass wir ein besonderer Verein sind.

22.04.2019 21:46 Udo841 68

@60 Mach de Burg
DD-Duisburg 1-0 und 3-1
DD gegen Ingolstadt 2-0
DD gegen Sandhausen 3-1 und 1-3

Fällt dir was auf ?

22.04.2019 21:15 Warum nur? 67

Warum nur sind so viele unfreundliche Kommentare zurm FCM zu lesen?
Mach de Burg gibt die Antwort:
Wer seinen eigenen (möglicherweise überschätzten) Intellekt so in den Vordergrund stellt und andere (und deren Intellekt) abschätzig betrachtet und dabei die Leistungen und das Auftreten des FCM (was als Fan völlig in Ordnung ist) mit den Leistungen anderer Vereine parteiisch beurteilt und somit zwangsläufig überheblich wirkt, muss sich nicht wundern, wenn sich dies auf die Äußerungen anderer Kommentatoren auswirkt.
Das ist sehr schade, da der FCM früher ein durchaus sympathischer Verein war.
So etwas nennt man wohl Eigentor.

22.04.2019 20:49 snaz83 66

Oenning ist der alte Stammtischphilosoph geblieben, wie man ihn schon aus Bundesligazeiten kannt. Dazu eine Spielanalyse, die im Grunde immer dieselbe ist. Waren die bessere Mannschaft, alles okay, kein Vorwurf tralalalalala. Man sollt jetzt noch mal den Versuch wagen, nen Top-Motivator die letzten vie Spiele ranzulassen, damit kann man auch kurzfristig die mangeknde Qualität mal übertünchen und sich vielleicht doch noch zum direkten Nichtabstieg angeln. Relegation ist russisch Roulette!

Ergebnisse und Tabelle