Fußball | 2. Bundesliga Aue-Sportdirektor Dotchev: "Wir sind jetzt konkurrenzfähig"

Aues Sportdirektor Pavel Dotchev hat im SpiO-Frühstück über die neuesten Entwicklungen beim gesperrten Clemens Fandrich, den Abstiegskampf und Vakanzen im FCE-Kader gesprochen. Und über seine Rückkehr ins Erzgebirge.

Moderatoren mit Pavel Dotchev 50 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
50 min

Während die Fußball-Ligen geruht haben, ging es in der Handball-Bundesliga zur Sache. Gesprächsthemen gibt es aber in beiden Sportarten. Wir hatten Pavel Dotchev (Erzgebirge Aue) und Lukas Mertens (SC Magdeburg) zu Gast.

Sport im Osten Mo 15.11.2021 09:00Uhr 50:20 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Erzgebirge Aues neuer Sportdirektor Pavel Dotchev hat im SpiO-Frühstück über seine Rückkehr ins Erzgebirge, Weichenstellungen im Abstiegskampf, mögliche Geisterspiele und die Situation um den gesperrten Clemens Fandrich gesprochen.

Der 55-jährige Bulgare, der bei seinem zweiten FCE-Engagement sogar in seine alte Wohnung ("mit Blick auf Aue und schnell am Stadion") zurückkehren konnte, lobt die Entwicklung des Klubs seit seinem Weggang als Trainer 2015: "Da hat sich einiges getan, es gibt sehr gute Bedingungen kurze Weg, und das Stadion ist ein Schmuckstück." Er selbst kannte die Arena bis dato nur als Baustelle. Dass wegen der hohen Inzidenzzahlen, vieler belegter Intensivbetten und der teilweise bescheidenen Impfbereitschaft der Fußball nun nur noch unter 2G-Bedingungen stattfinden kann und sogar Geisterspiele nicht mehr unmöglich zu sein scheinen, bedauert Dotchev. Das allerdings nicht speziell nur für Aue, sondern allgemein: "Das wäre ein Nachteil für alle, da würden alle im Fußball drunter leiden, das ist aber eher ein Thema für die Geschäftsführung bei uns." Eines hofft er aber schon: "Dass sich eine Dynamik entwickelt, und wieder mehr Zuschauer bei uns ins Stadion kommen."

Erzgebirge Aue: Sportdirektor Pavel Dotchev und Trainer Marc Hensel
Dieses Duo soll Aue im "Klassenkampf" (Präsident Leonhardt) retten: Trainer Marc Hensel (li.) und Sportdirektor Pavel Dotchev Bildrechte: IMAGO / Picture Point

"Sind jetzt konkurrenzfähig"

Die sportliche Situation hat sich für den extrem schlecht gestarteten FC Erzgebirge zuletzt gebessert. Heimsiege gegen Ingolstadt und Heidenheim, insgesamt sieben Zähler auf drei Partien - Aue hat den Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen hergestellt. Dotchev findet knallhart: "Wir sind jetzt konkurrenzfähig." Schon die ersten Begegnungen unter der Verantwortung von Teamchef Marc Hensel, zum Beispiel gegen Hamburg und in Regensburg, habe dies gezeigt.

Dotchev sucht neuen Angreifer

Nach 14 Spieltagen finde sich das Team endlich: "Wir bauen gerade etwas langsam und behutsam auf." Deshalb sei das Thema Neuzugänge kein ganz leichtes: "Wir wollen den Aufbau nicht zerstören, es ist eine sensible Sache. Der Kader ist groß, und es gibt auch einige angeschlagene Spieler." Klar für ihn ist aber auch, dass trotz einiger offensiver Neuzugänge im Angriff nachgelegt werden sollte: "Es ist nicht einfach, Stürmer in der Winterpause zu bekommen, aber ich bin der Meinung, dass wir auf dieser Position auf jeden Fall etwas machen müssen. Der Sturm hat Priorität - das ist kein Geheimnis." Und er gibt in Sachen Klassenerhalt zu: "Das wird schon verdammt schwer, das wissen wir auch."

Spitzentreffen bei Erzgebirge Aue: Teamchef Marc Hensel, Präsident Helge Leonhardt und Sportdirektor/Interimstrainer Pavel Dotchev (v.l.n.r.)
V. re.: Pavel Dotchev, Aue-Präsident Helge Leonhardt und Trainer Marc Hensel (Archivbild) Bildrechte: MDR/Jörg Röhrig

"Fandrich-Sperre ist unakzeptabel"

Und wie geht es dem für sieben Monate wegen einer möglichen Spuckattacke gegen einen Schiedsrichterassistenten aus dem Verkehr gezogenen Mittelfeldspieler Clemens Fandrich? Man habe ihn zunächst einmal vom Training freigestellt. Heute gibt es eine Besprechung mit dem Trainerteam. Dotchev will, dass er wieder mittrainiert, so dass er "für den Fall der Fälle seine Fitness nicht verliert." Am Donnerstag wird der Fall Fandrich vor dem DFB-Bundesgericht erneut verhandelt. Dotchev, der mit Fandrich bereits selbst in Aue zusammengearbeitet hat, sagt: "Clemens ist ein feiner Kerl. Ich bin mir 100-prozentig sicher, dass er da unschuldig ist. Die Sperre von sieben Monaten ist unakzeptabel und übertrieben." Dotchev spricht von einer "absolut unglücklichen Situation. Er hat mir versichert, dass nichts passiert ist. Und er ist sich auch ziemlich sicher, dass er auch nicht aus Versehen gespuckt hat."

Clemens Fandrich FC Erzgebirge Aue Mitte, erhält durch Schiedsrichter Nicolas Winter li., die rote Karte, er soll Roman Potemkin Schiedsrichter-Assistent nach dessen Aussage auf das rechte Auge gespuckt haben
Clemens Fandrich (Mi.) beim Spiel gegen Heidenheim. Er soll dem Schiedsrichterassisten (re.) auf das Auge gespuckt haben. Möglicherweise war es eine Art von "feuchter Aussprache". Bildrechte: IMAGO / Eibner

cke

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Alexander Schmidt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
3 min

Nach dem 0:0 bei Hannover 96 gab Dynamo Dresdens Trainer Alexander Schmidt zu, dass man mit einem "blauen Auge" davon gekommen sei. Am besten sei das Ergebnis. Hier gibt es das komplette Interview

So 23.01.2022 17:51Uhr 02:46 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-trainer-alexander-schmidt-nach-hannover-dynamo-dresden-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Yannick Stark
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
1 min

Mit dem Ergebnis, einem 0:0 bei Hannover 96, war Dynamo Dresdens Kapitän Yannick Stark zufrieden, mit dem Spiel seines nicht so ganz.

So 23.01.2022 17:21Uhr 00:22 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-yannick-stark-nach-hannover-dynamo-dresden-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Vorschaubild Hensel
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (99)

Dieses Thema im Programm: MDR+ | SpiO-Frühstück | 15. November 2021 | 09:00 Uhr

0 Kommentare