Fußball | 2. Bundesliga Mit Rückenwind gegen die Auswärtsschwäche: Hochscheidt ist mit Aue noch längst nicht satt

Am vergangenen Wochenende hat der FC Erzgebirge Aue mit einem Sieg gegen den Karlsruher SC die magische 40-Punkte-Marke geknackt und den Klassenerhalt damit quasi unter Dach und Fach gebracht. Darauf ausruhen dürfe man sich nun aber nicht, meint Aues Führungsspieler Jan Hochscheidt. Vielmehr geht es in den verbleibenden Spielen darum, auch auswärts ein anderes Gesicht zu zeigen.

Der vierte Anlauf war schließlich von Erfolg gekrönt: Nach zuletzt drei glücklosen Auftritten belohnte sich Erzgebirge Aue am vergangenen Sonntag und machte mit einem 1:0-Erfolg gegen den Karlsruher SC bereits vier Spieltage vor Saisonende den Klassenerhalt quasi perfekt. Während rund ums Erzgebirgsstadion bereits vereinzelte Raketen in die Luft stiegen, feierte auch die Mannschaft von Dirk Schuster ihren Erfolg.

KSC-Aufgabe souverän gelöst

Man habe zwar nichts gezündet, sich aber "in der Kabine gefreut und mit einem Gläschen angestoßen", erzählte Aues Jan Hochscheidt lächelnd im "SpiO"-Talk am Dienstag (9. Juni). Dem Mittelfeldakteur stand die Erleichterung nach dem erlösenden Sieg ins Gesicht geschrieben. "Wir wollten unbedingt gewinnen und den Abstand nach unten vergrößern, damit wir vor der anstehenden englischen Woche mehr Ruhe haben. Mit Karlsruhe hatten wir noch einmal ein brutales Brett vor dem Kopf. Letztlich haben wir uns aber gut eingestellt und die Aufgabe souverän gelöst."

Aue leistet Dynamo Schützenhilfe

Der Sieg gegen den KSC hat nicht nur im Erzgebirge für Erleichterung gesorgt. Die Schützenhilfe der "Veilchen" kann vor allem Dynamo Dresden im knüppelharten Abstiegskampf bestens gebrauchen. "Es geht für Dynamo um alles. Es ist keine einfache Situation. Man sieht aber auch, dass sie bis zum Schluss Kraft haben", so der 32-Jährige. Seine Daumen sind für die Landeshauptstädter gedrückt: "Wer hat nicht gern ein Derby mit einer kurzen Anreise? Die Fans fiebern darauf hin." 

Jan Hochscheidt
Führungsspieler mit ruhiger Ansprache: Jan Hoschscheidt. Bildrechte: imago images/Picture Point

Wer hat nicht gern ein Derby mit einer kurzen Anreise? Die Fans fiebern darauf hin.

Jan Hochscheidt SpiO-Talk

Aues zwei Gesichter: Zuhause hui, auswärts pfui

Man selbst habe nun ein "gutes Polster", kann dadurch in den kommenden Spielen "vielleicht auch ein paar Sachen ausprobieren", unterstrich Hochscheidt: "Trotzdem wollen wir natürlich alle Spiele gewinnen." Dabei geht es für Aue vor allem darum, die eklatante Auswärtsbilanz (ein Sieg/fünf Remis/neun Niederlagen) aufzubessern. Die unterschiedlichen Gesichter, mit der sich die Schuster-Elf im heimischen Stadion und auf fremden Plätzen präsentiert, bereitet auch Hochscheidt Kopfzerbrechen: "Es ist nicht das Angenehmste als Spieler auswärts immer Niederlagen zu kassieren." Die Reisestrapazen infolge des engen Spielplans dürfen dafür "aber keine Ausrede sein".

Karriereende im Erzgebirge?

Hochscheidts Vertrag in Aue läuft noch bis 2023. Ein Karriereende bei den "Veilchen" kann er sich "in jedem Fall vorstellen". Und auch wenn man noch nicht weiß, wie sich die Situation infolge der Corona-Krise entwickeln wird, will Hochscheidt in der kommenden Saison mit seinem Klub wieder von Anfang an hellwach sein. "Wir müssen einen guten Start hinlegen. Unser Anspruch sollte es immer sein, die Klasse zu halten. Es wird aber für alle ein dickes Brett."

Unser Anspruch sollte es immer sein, die Klasse zu halten.

Jan Hochscheidt SpiO-Talk

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR+ | "SpiO"-Talk | 09. Juni 2020 | 10:00 Uhr

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