Pascal Testroet und der FC Erzgebirge Aue bejubeln ein Tor gegen Union Berlin
Bildrechte: imago/Picture Point

Fußball | 2. Bundesliga Erzgebirge Aue: Über allem steht der Klassenerhalt

Teamcheck

Der FC Erzgebirge Aue geht in sein viertes Zweitliga-Jahr in Folge. Auch diese Saison geht es für die "Veilchen" um den Klassenverbleib. Dieser soll mit harter Arbeit, professionellen Strukturen und einem Brüdergespann an der Seitenlinie geschafft werden.

von Felix Thiel

Pascal Testroet und der FC Erzgebirge Aue bejubeln ein Tor gegen Union Berlin
Bildrechte: imago/Picture Point

So lief die vergangene Saison

Nach überstandener Relegation gegen Karlsruhe ging Aue mit dem Ziel Klassenerhalt in die Zweitliga-Saison 2018/19. Der FCE musste zu Beginn unter anderem bei den späteren Aufsteigern Union Berlin und Köln ran, so stand nach vier Spieltagen ein Punkt zu Buche. Beim 3:1 gegen St. Pauli feierte Aue den ersten Sieg, ein weiterer folgte eine Woche später in Duisburg (2:1). Die "Veilchen" hatten den Abstiegsrelegationsplatz verlassen und waren für den Rest der Spielzeit im Tabellenmittelfeld zu finden.

Aue Fieberkurve
Bildrechte: MDR.DE/Verein

Auf einen durchwachsenen November mit einem Punkt aus vier Partien folgte ein erfolgreicher Dezember mit sieben Zählern aus drei Spielen. Beim 5:0 in Fürth gelang der höchste Saisonsieg. Ein Tag vor Weihnachten ein weiteres Highlight der Spielzeit: Dank eines Dreierpacks von Stürmer Pascal Testroet fügte Aue den "Eisernen" von Union Berlin die erste Saisonniederlage zu.

Das Fußballjahr 2019 begann mit zwei Niederlagen in Magdeburg und gegen Ingolstadt. Dann kam mit dem FC St. Pauli ein Auer Lieblingsgegner, denn wie in der Hinrunde setzten sich die Sachsen durch. Jan Hochscheidt, der von den Aue-Fans zum Spieler der Saison gewählt wurde, sorgte per Doppelpack für einen richtungsweisenden Erfolg auf dem Weg zum Klassenerhalt.

St.Pauli Hamburg vs. FC Erzgebirge Aue -  Tor für Aue.  Jan Hochscheidt (7, Aue) erzielt den Treffer zum 1:2. Jubel mit Pascal Testroet (37, Aue), Philipp Riese (17, Aue) und Emmanuel Iyoha (9, Aue).
Jan Hochscheidt schießt Aue mit zwei Toren zum Sieg. Bildrechte: Picture Point

Nach der höchsten Saisonniederlage (1:5 in Kiel) verlor Aue auch das Sachsen-Duell gegen Dynamo Dresden (1:3). Vier Pleiten am Stück und der FCE stand fünf Spieltage vor Schluss noch fünf Punkte vor den Abstiegsplätzen. Doch Aue fand in die Erfolgsspur zurück: Einem 1:1 bei Bundesliga-Absteiger Hamburger SV folgten zwei Siege gegen Bochum und Regensburg. Das 3:1 beim Jahn bescherte den "Veilchen" am 32. Spieltag den Klassenverbleib. Mit 40 Punkten beendete Aue die Saison auf Rang 14.

Wer kommt, wer geht

Aue setzt auf den Kader der Vorsaison und hat sich daher nur punktuell verstärkt. Sieben Zugänge stehen sieben Abgängen gegenüber. Besonders der Abgang von Angreifer Emmanuel Iyoha schmerzt, dessen Leihgeschäft Fortuna Düsseldorf mit Aue nicht verlängerte. Der 21-Jährige schnürt künftig für Holstein Kiel die Schuhe. In 30 Spielen für Aue sammelte Iyoha zehn Scorerpunkte (drei Tore, sieben Vorlagen).

Auch der spielfreudige Mario Kvesic wird den "Veilchen" fehlen. 99 Pflichtspiele absolvierte der 27-Jährige in vier Jahren für Aue. Nun trifft Kvesic für den 1. FC Magdeburg.

Fürth feiert den Klassenerhalt. Mario Kvesic (16, Aue) verabschiedet sich aus Aue.
Mario Kvesic verabschiedet sich nach vier Jahren von den Aue-Fans. Bildrechte: Picture Point

Laut Torjäger Testroet hat der FCE mit Christoph Daferner (SC Freiburg) und Nicolas Sessa (VfR Aalen) jedoch zwei gleichwertige Spieler geholt. Testroet half auch bei der Verpflichtung seines Kumpels Sören Gonther, der sich in Dresden nicht mehr wohl gefühlt hatte. "Paco" sprach mit den Auer Verantwortlichen, Gonther löste seinen Vertrag bei Dynamo auf und heuerte beim sächsischen Rivalen an.

Pascal Testroet 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mi 10.07.2019 19:25Uhr 05:28 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-318340.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Pascal Testroet 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mi 10.07.2019 19:25Uhr 05:28 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-318340.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Im Trainingslager gab der 32 Jahre alte Abwehrspieler auch die Ziele aus: "Fußballerisch sind Aue und Dresden nicht weit auseinander. Wir sind ehrgeizig, ambitioniert und wollen die Derbys gewinnen. Über allem steht aber der Klassenerhalt." Gonther wolle die ihm zugedachte Führungsrolle ausfüllen und mit Leistung auf dem Platz vorangehen.

Ambitioniert ist auch Hikmet Ciftci, der von der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln ins Lößnitztal wechselt. Der 21-Jährige soll im zentralen Mittelfeld für Impulse sorgen. Ciftci ist schnell, ballsicher und will in ferner Zukunft in England spielen, wie er dem MDR sagte. Im Testspiel gegen Hertha BSC (4:1) krönte Ciftci eine starke erste Hälfte mit seinem Tor zum 3:0-Halbzeitstand.

Zwei Fußballspieler kämpfen um den Ball. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR aktuell 21:45 Uhr Mi 17.07.2019 21:45Uhr 01:34 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zwei Fußballspieler kämpfen um den Ball. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR aktuell 21:45 Uhr Mi 17.07.2019 21:45Uhr 01:34 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Trainer Daniel Meyer

Daniel Meyer geht in seine zweite Saison als Aue-Coach. Unterstützung bekommt der 39-Jährige künftig von seinem jüngeren Bruder André Meyer, der zusammen mit Marc Hensel als Co-Trainer in Aue arbeitet. Für Daniel Meyer steht jedoch die Qualität der Arbeit im Vordergrund: "Dass mein Bruder mein Co-Trainer ist, ist die B-Note. Er ist ein gut ausgebildeter Fußball-Lehrer, der in Köln, Augsburg und Berlin schon einiges gesehen hat."

Daniel Meyer ist ein ruhiger und ausgeglichener Trainer, der den Fußball-Osten kennt. Über Strausberg und Cottbus ging es 2015 in seine Geburtsstadt Halle (Saale). Nach einer Saison mit der U19 des HFC zog es Meyer zum 1. FC Köln. Bei den "Geißböcken" war er Leiter der Nachwuchsabteilung und Interimstrainer der zweiten Mannschaft. Am 1. Juli 2018 trat Meyer die Nachfolge von Hannes Drews als Aue-Coach an.

In seiner ersten Saison hatte Daniel Meyer mit Aue einen Punkteschnitt von 1,14. Von 34 Ligaspielen wurden elf gewonnen und 16 verloren (sieben Remis). Hinzu kam eine 1:3-Niederlage im DFB-Pokal gegen Mainz 05.

Bilanz Meyer
Bildrechte: IMAGO/MDR.DE

Erwartungen an die Saison

Für Aue geht es erneut um den Klassenerhalt. Dieser soll mit harter Arbeit, Disziplin und professionellen Strukturen geschafft werden, erklärte Präsident Helge Leonhardt. Trainerkollektiv und Funktionsteam sind breiter aufgestellt als in der Vergangenheit, mit den Spielern wird individueller gearbeitet.

Auch das Trainingslager im Ostseebad Göhren auf Rügen brachte die gewünschten Ergebnisse. Neben der physischen Vorbereitung stand die taktische Schulung auf der Agenda. Laut Aue-Trainer Meyer wurden in einer intensiven Woche alle Inhalte wie Anlaufverhalten oder Spielverlagerung abgearbeitet.

Daniel Meyer, Trainer 1. FC rzgebirge Aue, während eines Interviews. 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mo 15.07.2019 16:20Uhr 04:21 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-319424.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Daniel Meyer, Trainer 1. FC rzgebirge Aue, während eines Interviews. 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mo 15.07.2019 16:20Uhr 04:21 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-319424.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Das Projekt Klassenerhalt starten die "Veilchen" am 28. Juli bei der SpVgg Greuther Fürth. Zuvor steht noch die Generalprobe gegen den 1. FC Union Berlin auf dem Plan.

Es wäre zu wünschen, dass wir nicht bis zum letzten Spieltag zittern müssen. Dafür sind wir gut gerüstet. Wir müssen jedoch in jedem Spiel ans Limit gehen. Sonst wird es schwierig, die Klasse zu halten.

Kapitän Martin Männel FCE-TV

Torhüter Martin Männel
Torwart Martin Männel ist seit 2008 in Aue. Bildrechte: imago/Picture Point

Ich bezeichne uns als moderne Gladiatoren. Es ist unsere Aufgabe, die Menschen, die am Wochenende zu ihrem Verein kommen, glücklich zu machen.

Torjäger Pascal Testroet Sport im Osten

Wir wollen Bestandteil der 2. Liga bleiben. Nicht nur aus ökonomischen Gesichtspunkten, sondern auch wegen der Attraktivität. Es ist eine geile Liga.

Präsident Helge Leonhardt Sport im Osten

Aktuelle Berichte zur 2. Fußball-Bundesliga

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 28. Juli 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 01:00 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

3 Kommentare

19.07.2019 11:53 Lila-Weiße Autobahnen 3

Danke, Steffen Ziffert!
Danke, Helge und Uwe sowie deren Cousin Wolfgang Leonhardt!
Danke, Robin Lenk!
Danke, Pavel Dotchev!
Danke, Domenico Tedesco!
Danke, Thomas Letsch!
Danke, Hannes Drews!
Danke, Daniel Meyer!
Danke, für den Nichtabstieg!
Danke, für weiterhin 2. Fußball-Bundesliga!

19.07.2019 11:35 Erzgebirger 2

Wünsche den Trainer weiterhin die volle Unterstützung des Stuff und der Fans! Seine Professionalität gepaart mit dem warmherzigen Enthusiasmus der Fans sollten für einen frühen Klassenerhalt eine gute Grundlage sein, auf der die Mannschaft dann erfolgreich agieren kann. Das jedenfalls wünsche ich dem Coach und seinem Team.

19.07.2019 10:05 Aue 1

Macht erneut eine Region glücklich. Die Leute da unten lieben und leben für den Fußball. Das wichtigste ist der Klassenerhalt, egal wie, wir wollen nicht mehr. Holt alles aus euch raus (damit sind auch Fans gemeint), dann wird das auch was.

Glück Auf

Ansetzungen und Tabelle

Audios und Videos