Tom Baumgart (8, Aue) trifft zum 1:0 und jubelt mit Dimitrij Nazarov (10, Aue) und Co Trainer Marc Hensel (Aue)
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Fußball | 2. Bundesliga Trainer Schuster feiert gelungenes Heimdebüt mit Erzgebirge Aue

6. Spieltag

Zweimal Videobeweis, einmal Pfosten und ein Platzverweis - die Heimpremiere von Erzgebirge Aues Trainer Dirk Schuster war alles andere als langweilig: Am Ende stand ein Erfolg gegen Aufsteiger VfL Osnabrück.

von Christian Kerber

Tom Baumgart (8, Aue) trifft zum 1:0 und jubelt mit Dimitrij Nazarov (10, Aue) und Co Trainer Marc Hensel (Aue)
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Erzgebirge Aue hat das Heimdebüt von Trainer Dirk Schuster für sich entschieden. Am Sonntag schlugen die Sachsen Aufsteiger VfL Osnabrück in Unterzahl mit 1:0. Platz fünf nach sechs Spieltagen ist für die "Veilchen" ein überaus respektables Zwischenzeugnis.

Führung nach Videobeweis

Beide Teams wollten zwar nach vorne spielen, vermieden zunächst aber das ganz große Risiko. Dann bekamen die Auer immer mehr Zugriff und machten Druck. Nach uneigennützigem Rückpass von Jan Hochscheidt auf Pascal Testroet, visierte der das linke Eck an, aber Felix Agu rettete auf der Linie (22.). Testroet war für Philipp Zulechner in die Startelf zurückgekehrt. Nach einer halben Stunde lautete die Torschussbilanz 14:3.

Die Gastgeber machten nun vollständig die Musik. Die Niedersachsen kamen kaum einmal aus der eigenen Hälfte raus. Und dann konnte Aue endlich jubeln: Tom Baumgart wuchtete die Kugel nach Kopfball-Rückgabe von Testroet aus 16 Metern ins Netz (43.). Endgültig gejubelt werden konnte aber erst, als Schiedsrichter Thorben Siewer (Olpe) den Treffer von "Köln" überprüfen ließ – der Ex-Osnabrücker Testroet stand haarscharf nicht im Abseits.

Tor fŸür Aue durch Videobeweis
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Pfostenschuss per Zufall

Fast hätte das Schuster-Team kurz nach der Pause sogar nachgelegt, aber Testroet setzte einen Kopfball nach schöner Vorabeit von Hochscheidt per Aufsetzer knapp drüber (50.). Es war zunächst eine intensive, offene zweite Hälfte. Dann wurden die Gastgeber zu passiv. Osnabrücks beste Phase hätte fast das 1:1 gebracht, allerdings mit viel Zufall. Denn der Ball ging bei einer Flanke von halbrechts mehr oder weniger zufällig an den Oberschenkel von Marc Heider – von da landete die Kugel im hohen Bogen am Pfosten (65.). Dann hatte Hochscheidt Platz, verzog aber mit der Fußspitze von halbrechts (73.). Aue schien sich wieder zu stabilisieren, dann stoppte Rizzuto im Mittelfeld einen Konter unfair – der Linksverteidiger hatte schon Gelb und sah zurecht Gelb-Rot (75.).

Torwart Philipp KŸhn / Kuehn (22, OsnabrŸück), Jan Hochscheidt (7, Aue) und Moritz Heyer (6, OsnabrŸück)
Aues Jan Hochscheidt (Mi.) zeigte eine starke Leistung. Bildrechte: Picture Point

Videobeweis und Zittern in der 89.

Eine richtige Schlussoffensive bekam Osnabrück aber nicht mehr hin. Bei einigen Flanken war Aues Torwart Martin Männel auf dem Posten. Jeweils einmal noch gab es auf beiden Seiten Aufregung: Bei einem FCE-Konter wurde Zulechner von Kühn im Strafraum gestoppt, allerdings stand der Joker beim Steilpass im Abseits (85.). Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit verfehlte Ouhaim von der Strafraumgrenze den Auer Kasten nur um Zentimeter. Am Ende hatte Aue nach vier Pleiten in Folge in der zweiten Liga Osnabrück endlich wieder einmal bezwungen.

Tom Baumgart (8, Aue) trifft zum 1:0 und jubelt mit Dimitrij Nazarov (10, Aue). Schiedsrichter Thorben Siewer entscheidet auf Tor.
Schiedsrichter Thorben Siewer (Olpe) stand immer wieder im Blickpunkt, hier entscheidt er auf 1:0 für Aue. Bildrechte: Picture Point

Das sagten die Trainer

Daniel Thioune (Osnabrück): "Über 90 Minuten ist die Niederlage völlig verdient, aber sie war auch unnötig. Wir haben uns selbst vor Probleme gestellt. Wir haben dem Gegner zu viele Räume gegeben. Wir fahren mit einem etwas schlechten Gefühl nach Hause."

Dirk Schuster (Aue): "Nach der Gelb-Roten Karte haben wir den Sieg mit sehr viel Mentalität und Leidenschaft über die Zeit gebracht. Wir hatten uns gut auf die Osnabrücker eingestellt, dass sie sehr flexibel spielen, dass sie auch immer wieder schnelle, tiefe Läufe in die Spitze machen und dabei versuchen das Vertikalspiel in die Spitze zu forcieren. Dementsprechend versuchten wir in der Zentrale Zugriff zu bekommen. In der ersten Halbzeit haben wir uns ein Chancenplus erarbeitet und sind auch verdient 1:0 in die Pause gegangen. Wir sind auch nach der Pause mit zwei Chancen gut im Spiel gewesen. Der Knackpunkt war dann natürlich die Gelb-Rote Karte von ‚Rizzi“, die dann noch einmal alles ins Wanken brachte. Wie die Mannschaft dann gefightet hat und mit Mann und Maus den Dreier hier zu behalten, nötigt mir schon großen Respekt ab."

Aue jubelt nach dem Spiel. Co Trainer Marc Hensel (Aue), Co Trainer Sascha Franz (Aue) und Trainer Dirk Schuster
Die Auer Bank jubelt nach dem Abpfiff: Ganz rechts Trainer Dirk Schuster. Bildrechte: Picture Point

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 15. September 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2019, 18:53 Uhr

13 Kommentare

Ich bins vor 9 Wochen

Glück Auf an alle Veilchen-Fans und an die objektiven Dynamo-Fans Dynamo und SGDHarzer66. Auch bei euch wird's irgendwann wieder auswärts gehen. Aber erst nach dem 29.9. ;-)
Weitere 3 Punkte wurden am Samstag dem Konto gut geschrieben. Kann ruhig weiter so gehen. Gutes Spiel unserer Veilchen gegen den VFL und verdient gewonnen. Jetzt geht's gegen den HSV auswärts. Wenn auch dort die bis hier hin gezeigten Saisonleistungen des Teams abgerufen werden und endlich mal die Chancenausbeute konsequent genutzt werden, dann ist ein Punkt im Bereich des Machbaren, wie z. B. letzte Saison. Hamburg ist ein gutes Plaster . Und wenn ein 3er heraus springen würde, dann auch gerne. Der HSV kocht auch nur mit Wasser. Mal sehen. Und dann eine Woche später ist Derby-time. Ich bin auf jeden Fall dabei und freu mich jetzt schon. Bitte Teamplayer,höre mal mit Deinem Unsinnspost auf. Es nervt so langsam. Danken kannste wo anders. Dem lieben Gott.
Allen Veilchen-Fans eine schöne Restwoche.

max mustermann vor 9 Wochen

Ja, Glückwunsch zum Sieg. Die "Truppe" hat sich insgesamt in den letzten Monaten stabilisiert und bietet momentan in einen höheren Prozentsatz 2.Ligatauglicher Leistungen, als früher. Das ist zum großen Teil das Ergebnis der Tätigkeit von Daniel Meier bei Erz. Ich denke, das Dirk Schuster die Fähigkeit hat, diese Leistungen zu stabilisieren und auch noch zu steigern. Noch was zum Spiel und denSchiri. Ohne Video- assist hätte Erz das Spiel wahrscheinlich nicht gewonnen, vielleicht sogar verloren. Auch wenn der Schiri 6 Gelbe an Osnabrück verteilt hat und ohne das Foul von "Rizzi" schön reden zu wollen sollte man sich nicht täuschen lassen; unmittelbar
vor dem Foul liess der Schiri ein böses Foul eines bereits gelb-verwarnten Osnabrückers durchgehen. Die Schiedsrichterleistung war aus meiner Fansicht , schlecht.
Glück Auf

Michael S. vor 9 Wochen

Ein hochverdienter Heimsieg gegen Osnabrück. Auch wenn in der 2. Halbzeit das übliche Zittern zu merken war. Aber letztlich wurde das Ergebnis doch relativ souverän, auch nach der gelbroten Karte, über die Zeit gebracht. Aber an der Chancenverwertung sollte unbedingt im Training gearbeitet werden. Wichtiger als der fünfte Platz sind die 11 Punkte, die wir jetzt schon haben. Bitte fleißig weiter punkten, dann wird es eine sorgenfreie Saison.