Fußball | 2. Bundesliga SGD-Legende Ulf Kirsten kritisiert Umgang mit Dynamo

Den Re-Start in der 2. Bundesliga mussten die Profis von Dynamo Dresden gezwungenermaßen in den eigenen vier Wänden verfolgen. SGD-Legende Ulf Kirsten sieht darin eine Wettbewerbsverzerrung und kritisiert die DFL. Derweil äußerte sich Dynamo-Kapitän Florian Ballas zum Thema Streikvorwürfe.

Ulf Kirsten, Dynamo-Legende und ehemaliger Nationalspieler
Bildrechte: imago images / Steffen Kuttner

Während in der 1. und 2. Bundesliga am Wochenende der Ball wieder rollte, war Dynamo Dresden zum Zuschauen verdammt. Nach zwei positiven Corona-Fällen befindet sich die Mannschaft noch bis einschließlich 22. Mai in häuslicher Quarantäne. Geht es nach SGD-Legende Ulf Kirsten werden die Elbestädter dadurch klar benachteiligt.  

"Dadurch erhöht sich der Druck auf Dynamo"

"Den Spielern fehlen 14 Tage Training, was das Verletzungsrisiko erhöht", gibt der 54-Jährige gegenüber der "Sport Bild" (20.05.2020) zu bedenken. Erschwerend hinzu kommt, dass die direkte Abstiegskonkurrenz (Karlsruhe und Wiesbaden) am Wochenende bereits wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt sammeln konnte.

"Dadurch erhöht sich der Druck auf Dynamo als Tabellenletzten noch einmal, wenn die Konkurrenten in der Zeit den Vorsprung vergrößern, in der Dresden nicht spielen darf", so Kirsten und sendete eindeutige Kritik in Richtung Deutsche Fußball-Liga (DFL): "Das ist Wettbewerbsverzerrung, Ich frage mich, ob man das mit renommierten Vereinen auch so gemacht hätte."

Ballas: "Jetzt reicht es"

Derweil äußerte sich SGD-Kapitän Florian Ballas zu den Unterstellungen, die Mannschaft habe die Quarantäne herbeigezwungen, um nicht absteigen zu müssen. "Ich war schon sauer, Wir haben uns viel gefallen lassen. Dann kam der Punkt, wo wir uns gesagt haben, jetzt reicht es", sagte Ballas im Interview mit Dynamo-TV.

Zur Trainingseinheit am Nachmittag - Florian Ballas.
Florian Ballas Bildrechte: imago images/Steffen Kuttner

Im Zuge dessen verwies der 27-jährige Abwehrspieler auch auf den Dresdner Aufschwung vor der coronabedingten Zwangspause. "Wir haben bewiesen, dass wir's können", so Ballas und nahm Bezug auf die Siege gegen Regensburg und im Sachsen-Derby gegen Erzgebirge Aue. 

Negative Vorzeichen vor Spiel gegen Tabellenführer

Das erste Dynamo-Spiel nach Beendigung der Quarantäne wurde für den 27. Mai angesetzt. Dem Team von Markus Kauczinski würden dadurch allerdings nur vier Tage Mannschaftstraining vor dem Kaltstart gegen den Tabellenführer aus Bielefeld bleiben. Aktuell belegt die SGD mit 24 Punkten den letzten Tabellenplatz, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt vier Zähler.

js

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 20. Mai 2020 | 17:45 Uhr

12 Kommentare

DynamoMan vor 22 Wochen

Klare Wettbewerbsverzehrung! Wie soll Dynamo in so kurzer Zeit sich vorbereiten? Nur Englische Wochen mit hoher Belastung und Verletzungsrisiko.
So etwas hätte der DFB mit Bayern, BVB, Stuttgart od. HSV nie gemacht! Das zum Thema Fairplay ...

Montezuma vor 22 Wochen

Fair gegenüber seinen Fans? Hallo? Als Arbeitgeber hat man keinerlei Recht über Erkrankungen meiner Mitarbeiter irgendwelche Dritte zu informieren. Im Gegenteil. Ansich habe ich als Arbeitnehmer nichtmal die Pflicht, meinem Arbeitgeber die Art meiner Erkrankung mitzuteilen. Lediglich das Gesundheitsamt ist durch den Arzt zu informieren und entscheidet dann über das weitere Vorgehen, was Behandlung, Quarantäne etc. betrifft.
Was erwartest Du Dir denn als Fan davon, wenn Du diejenigen kennen würdest? Du wüsstest dann immer noch nicht, wie sie sich angesteckt haben (z.b. über Familienangehörige) und hättest auch keinerlei Rechtsansprüche.
Wenn - und nur WENN - sie gegen Auflagen des Vereins verstossen haben und somit die Ansteckung verursacht hätten, wäre es Aufgabe des Vereins als Arbeitgeber, dies zu sanktionieren. Du (und ich) haben uns da rauszuhalten. Punkt.

Udo841 vor 22 Wochen

Diese Saison gi9bt es keine Zuschauer mehr.
Wie es zur Zeit aussieht, kann man glücklich sein, wenn ab dem 01.09. überhaupt Zuschauer (mit Mundschutz und Abstand) gibt.
Da sollte man streiken.