Erzgebirge Aue - Hamburger SV
Bildrechte: IMAGO/Vereine

Fußball | 2. Bundesliga FCE vs. HSV - ein Vergleich in Zahlen

Es gäbe unzählige Metaphern um das Duell Erzgebirge Aue gegen den Hamburger SV zu beschreiben. Das gallische Dorf gegen das römische Imperium oder der Einsiedler-Krebs gegen den Dino wären nur zwei davon. Statt des sprachlichen Vergleichs werfen wir vor der Partie des Millionen-Teams aus der Weltstadt beim verschworenen Haufen aus dem "etwas verschlafenen Örtchen hinterm Berg" einen Blick auf die harten, kalten Zahlen.

Erzgebirge Aue - Hamburger SV
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Eine erste gute Kennziffer zum Vergleich der Teams ist der Marktwert. Auch wenn einige Personen weiter hartnäckig behaupten, dass Geld keine Tore schießt, lassen sich vom Marktwert gewisse Rückschlüsse auf die Qualität ziehen. Und hier liegt der HSV Lichtjahre vor den Sachsen. 56,95 Millionen Euro bei den Hanseaten stehen 12,45 Millionen in Aue gegenüber. Die Hamburger haben damit in der 2. Bundesliga nach dem 1. FC Köln das Team mit dem größten Marktwert. Der FC Erzgebirge rangiert am anderen Ende der Tabelle: Nur Regensburg sowie die Aufsteiger aus Paderborn und Magdeburg haben noch geringere Gesamtzahlen als Aue.

Wie viel das nun genau bedeutet, lässt sich schwer sagen. Denn wirft man einen Blick auf die bisher geschossenen Tore (Aue: 12 / HSV: 14) und teilt dieses durch den Gesamt-Marktwert, steht das Team aus dem Lößnitztal plötzlich sehr gut da. Pro einer Millionen Euro Marktwert schießt Aue aktuell 0,96 Tore. Die Quote beim Hamburger SV hingegen ist mit 0,25 geradezu unterirdisch. Trotzdem steht der HSV auf Rang eins, Aue ist 13. der Tabelle.

HSV in allen Bereichen vorn

Der Marktwert und besonders die getätigten Investitionen vor der Saison auf dem Transfermarkt lassen natürlich auch immer Rückschlüsse auf den Etat und damit die finanziellen Möglichkeiten. Beim HSV soll dieser rund 28 Millionen Euro betragen, in Aue 15,5 Millionen. Davon investierte Aue 300.000 Euro in seine teuerste Verpflichtung - Stürmer Pascal Testroet. Hamburg hingegen überwies gleichmal 1,7 Millionen an Greuther Fürth für Außenbahn-Spieler Khaled Narey. Auch die Leihgebühr für den südkoreanischen Angreifer Hee-chan Hwang (von RB Salzburg) soll im siebenstelligen Bereich liegen. Hwang ist zugleich auch der wertvollste Spieler in der Reihen der "Rothosen". Er und Nachwuchshoffnung Jann-Fiete Arp bringen es auf einen Marktwert von je 7,5 Millionen Euro. Bei den "Veilchen" stehen in dieser Kategorie Fabian Kalig und Nicolai Rapp mit jeweils knapp 800.000 Euro an der Spitze.

Im Bild v.l.: Torhüter Martin Männel / Maennel (1, Aue), Mario Kvesic (16, Aue), Nicolai Rapp (18, Aue) und Fabian Kalig (4, Aue) nach Abpfiff.
Nicolai Rapp (18) und Fabian Kalig (4) sind die wertvollsten Spieler des FCE. (Archiv) Bildrechte: imago/Picture Point LE

Natürlich hat man in einer Metropole wie Hamburg völlig andere Möglichkeiten als im beschaulichen Erzgebirge. Dass der FCE keine unserer Kategorien anführt, verwundert also nicht wirklich. Ob bei den Mitgliederzahlen, der Größe des Stadions oder den Meisterschaften - immer hat der HSV die Nase vorn.

Aber glücklicherweise sind Zahlen ab und an einfach nur Schall und Rauch, weil Tagesform, Einsatzwille und andere Faktoren sich nicht immer berechnen lassen. Und so lange der FC St. Pauli den Weltpokalsieger besiegen kann und der amtierende Pokalsieger in der 1. Runde bei einem Viertligisten rausfliegt, kann der FC Erzgebirge Aue auch den übermächtig scheinenden Hamburger SV bezwingen. Wenn auch nur an einem besonderen Tag!

Der Vergleich in Zahlen*
Erzgebirge Aue Kategorie Hamburger SV
29 Kadergröße 33
12,45 Mio. Euro Marktwert 56,95 Mio. Euro
Fabian Kalig und Nicolai Rapp

(jeweils 800.000 Euro)
Spieler mit dem höchsten Marktwert Jann-Fiete Arp und Hee-chan Hwang

(jeweils 7,5 Mio. Euro)
12 Zugänge 22
3,03 Mio. Euro Marktwert der Neuzugänge 24,5 Mio. Euro
Pascal Testroet (300.000 Euro) Teuerster Neuzugang Khaled Narey (1,7 Mio. Euro)
10 Abgänge 17
1908

(als FC Aue)
Vereinsgründung 1887

(als SC Germania von 1887)
7.314 Vereinsmitglieder (Stand: 07.11.2018) 85.504
Erzgebirgsstadion, 15.600 Zuschauer Stadion/Kapazität Volksparkstadion, 57.000 Zuschauer
0

(39 Jahre in der DDR-Oberliga, 1951 -1990)
Jahre in der Bundesliga 55 (1963 - 2018)
3

(DDR-Meister 1956, 1957, 1959)
Meisterschaften 6

(1923, 1928, 1960, 1979, 1982, 1983)

* die Zahlen beziehen sich, wenn nicht anders angegeben) auf die Saison 2018/19

___
red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 11. November 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2018, 13:12 Uhr

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19 Kommentare

10.11.2018 09:37 Langenweißbacher 19

Stadion tatsächlich ausverkauft da sind doch garantiert 10000 Hamburg Sympathisanten dabei der größte Teil vom Rest sind wahrscheinlich wieder mal die Eventfans
Moment muss mich da entschuldigen Fanclub erzbrigade ist auch gerade losgefahren habe sie gesehen haben alle in den 500er Fiat gepasst
Heute sind wir alle HSV Fans

10.11.2018 09:10 Mustermann 18

Und wieviel Jahre hat der HSV in der DDR-Oberliga gespielt? Aue 39 Jahre - das wird aufgeführt.

Aue wird gegen den HSV engagiert und motiviert aufspielen , aber zu mehr als 0 Punkten wird es nicht reichen.

10.11.2018 09:05 Schachter 17

Die Vorfreude steigt minütlich. Vielen Dank für die Wünsche aus DD (Stefan) und MD (MLink Berlin).
Wenn die Mannschaft auch nur halb so motiviert ist wie wir Fans, ist definitiv etwas drin.
Ich nehme an, dass die Stimmung der des KSC-Spiels in der Relegation sehr nahe kommen wird.
ALLES RAUSHAUEN, was geht - wir und die Mannschaft.
Und den etwas minderbemittelten Kommentatoren hier sei gesagt: Dummheit ist zwar (noch) nicht strafbar, manchmal aber sehr lustig, bei "Dauerschleifen" nervt sie allerdings.
Allerdings bin auch ich mir bewusst, dass "Gehirnakrobaten" der besonderen Sorte in jedem Bereich des Lebens gibt - leider.
Glück auf!

10.11.2018 08:30 BSG 16

Hallo Schacht mein Freund.
Warum so Aggro.
Wir sehen uns doch heute.
Beim Spiel.
Du bringst das Brausepulver mit und ich kümmere mich um die Kakaomilch.
Wir spielen nächste Saison in der 3.Liga.
Unsere Wismut DNA wurde entschlüsselt.
D=Der
N=Nächste
A=Absteiger
Wir sehen uns nach dem Spiel in Rodewisch in dem speziellen Objekt wo Du wohnst.

10.11.2018 07:59 Schacht 15

@ 14 Schwachsinn wie immer. Du wohnst in Rodewisch. Da glaube ich, aber nicht in der Platte, sondern in einem speziellen Objekt. Warum sollten bei Wismut in der zweiten Bundesliga nur 3800 kommen ? Häh?

09.11.2018 20:22 BSG 14

@12
Schwachsinn wie immer.
Ich bin die echte BSG aus Rodewisch und wohne in der Platte.
Ich mag die Rußchamser und die Leute aus Zwigge.
Es stimmt in unserer Hütte ist nicht viel los.
3800 Zuschauer werden bald im Schacht der Schnitt sein.

09.11.2018 19:19 Wolle1 13

an den Zahlen sieht man wie Fussball eigentlich verkommen ist. Frueher war es Sport mit Enthusiasten, die sich aus Ueberzeugung zum Verein, Fans und Sport ins Zeug gelegt haben. Heute : eiskaltes Business. Und entweder man macht mit oder man ist weg. Persoenlichkeiten, Vertraege oder Kameradschaft, alles Schall und Rauch und dem Geld geopfert worden. Zaehlt nichts mehr ausser Kohle

09.11.2018 18:19 Lila-Weiße Legende 12

@ 6 Da ist die falsche BSG wieder. Stampft vor Neid. Sehe ihn vor mir, mit rotem Kopf und grübelt, warum zu seinem Rumpelverein nur 3800 kommen. Warum sollte Leo gehen ? Wird hundertprozentig nicht passieren. Und noch mal zum HSV. Bezüglich der erheblichen Überschuldung ist der HSV schon lange kein Imperium mehr. Dann doch eher ne platte Flunder. Wismut keine Angst. Habt doch auch schon den 1. FC Köln besiegt. Das Gebirge und viele andere stehen zu Euch.

09.11.2018 18:11 Schacht 11

So heute noch fleißig Altpapier gesammelt.
Die Stadionhefte von unserer Herde bleiben ja so oft liegen.
Morgen geht es mit meinen Freunden von der Hortgruppe Erzbrigade (Mütze Witzmut Aua und Treppenwischer BSG) ins Stadion.
Bei Zitronenlimo lassen wir es krachen.
Vorher schieben wir noch Brausepulver rein.
Eh bissl Angst hab ich vor den nächsten Spielen.
Dann sind wieder nur die Hälfte da und dann ist wieder Gruselstimmungsarena wie im Geisterhaus im Plohn.

09.11.2018 17:24 BSG 10

Natürlich hat man auch den Vergleich mit der 3.Liga nicht gemacht.
Sind wir bald und später noch Regionalliga.
Da bin ich dann öfter bei meinem Freund Schubert.