Hauptschiedsrichter Marco Fritz mit Pfeife am Monitor.
Bald auch in der 2. Bundesliga: der Videobeweis. Bildrechte: imago/ActionPictures

Fußball | 2. Bundesliga 2. Bundesliga führt den Videobeweis ein - FCM ist dagegen, Aue dafür

Der Videobeweis wird ab der kommenden Saison 2019/20 auch in der 2. Bundesliga eingesetzt. Das entschied die Mehrheit der 18 Klubs am Donnerstag in Frankfurt am Main. Bislang läuft noch die "Offline"-Testphase, in der die Video-Assistenten nicht ins Spielgeschehen eingreifen dürfen. Der 1. FC Magdeburg stimmte gegen die Einführung des Videobeweises, Erzgebirge Aue dafür.

Hauptschiedsrichter Marco Fritz mit Pfeife am Monitor.
Bald auch in der 2. Bundesliga: der Videobeweis. Bildrechte: imago/ActionPictures

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) "leitet somit ab sofort alle notwendigen Maßnahmen ein, damit - nach statuarischer Umsetzung durch die Mitgliederversammlung im Mai 2019 - zum Saisonstart der 2. Bundesliga am 26. Juli die Video-Assist-Technologie zur Verfügung steht", teilte die DFL mit. Unter anderem müssen die Zweitliga-Stadien (sofern noch nicht geschehen) per Glasfaser mit dem Kontrollzentrum in Köln verbunden werden. Der "Video-Keller" muss zudem entsprechend erweitert werden.

Magdeburg gegen Videobeweis

1.FC Magdeburg - SC Paderborn 07 emspor, v.l. Michael Oenning (Magdeburg, Trainer)
Der 1. FC Magdeburg (hier mit Trainer Michael Oenning) hat gegen den Videobeweis gestimmt. Bildrechte: IMAGO

Der 1. FC Magdeburg stimmte im Rahmen der Versammlung gegen die Einführung des Assistenten. Diese Entscheidung hätten die Gremien des FCM einstimmig getroffen und festgelegt, teilte der Verein mit. Zugleich sprach sich der FCM für den Erhalt der 50+1-Regel aus. Pressesprecher Norman Seidler: "Durch den Videobeweis kommt es oft zu langen Wartezeiten. Das nimmt die Emotionen aus dem Spiel. Außerdem ist der Videobeweis noch nicht ausgereift."

Durch den Videobeweis kommt es oft zu langen Wartezeiten. Das nimmt die Emotionen aus dem Spiel.

Norman Seidler, FCM-Pressesprecher MDR

Aue für den Video-Assistenten

Erzgebirge Aue sprach sich dagegen für den Videobeweis aus. Die "Veilchen" hätten aufgrund mehrerer Fehlentscheidungen der Schiedsrichter dafür gestimmt, teilte der Verein am Donnerstag mit. So war Aue am letzten Spieltag der vergangenen Saison beim SV Darmstadt 98 ein klares Tor aberkannt worden, weshalb die "Veilchen" den Klassenerhalt erst über die Relegation geschafft hatten.

Geschäftsführer Michael Voigt und Präsident Helge Leonhardt, Erzgebirge Aue
Geschäftsführer Michael Voigt, hier mit Präsident Helge Leonhardt. Bildrechte: imago/Picture Point

Zweitligisten müssen 150.000 bis 200.000 Euro investieren

Auf die Zweitligisten kommen nach der Entscheidung Investitionskosten in Höhe von 150.000 bis 200.000 Euro zu. Die beiden Absteiger Hamburger SV und 1. FC Köln erfüllen die technischen Voraussetzungen bereits, beide streben allerdings den direkten Wiederaufstieg an. Im Zuge der "Offline"-Testphase seien "bereits 70 weitere Video-Assistenten aus dem Pool der Schiedsrichter der 2. Bundesliga und der Assistenten der Bundesliga für Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga ausgebildet" worden, so die DFL.

40 Fehlentscheidungen in der Bundesliga korrigiert

Die Bundesliga hatte den Videobeweis zur Saison 2017/18 eingeführt, was seitdem zu etlichen, mehr oder weniger emotionalen Diskussionen geführt hat. In der Hinrunde der laufenden Spielzeit wurden 40 Fehlentscheidungen der Schiedsrichter verhindert. In den 153 Bundesligaspielen bis Weihnachten gab es insgesamt 879 durch den Video-Assistenten überprüfte Situationen (5,7 pro Spiel). Die Technik in der 2. Liga wird die gleiche sein wie in der Bundesliga. Das DFL-Präsidium verlängerte die Zusammenarbeit mit dem Technologie-Unternehmen Hawk-Eye Innovations bis 2022. Im Laufe des Auswahlverfahrens waren die Technologien von fünf verschiedenen Anbietern unter Live-Bedingungen geprüft worden.

mze/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. März 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2019, 15:51 Uhr

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24 Kommentare

23.03.2019 13:54 jochen 24

Also, ich bin gegen den Videobeweis,er wird sich weiterentwickeln und dann wird nur noch aus den sog. Keller entschieden bis eines Tages Spieler und Fans 1 Stunde nach Spielschluß feiern oder Trauern! An Wisky ;.was macht das gerechter?
Sport frei

23.03.2019 11:01 Blauer Hund 23

Der Videobeweis wird viele Emotionen im Fussball zerstören, das ist allen Fans bewusst.
Trotzdem ist er unbedingt notwendig, um Betrug zu vermeiden und mehr Gerechtigkeit in den Fussball zu bringen.
Was mit Aue letzte Saison getrieben wurde, war skandalös.
Da wurde schon einige Spiele kurz vor Schluss mit unzähligen Fehlentscheidungen alles mögliche versucht, um Einfluss zu nehmen.
Die Krone des Skandals beim letzten Spiel in Darmstadt. 14:0 Ecken für Aue, zwei 100%ige Elfer und ein klares Tor nicht gegeben. Man musste ja Fürth mit Präsident Helmut Hack helfen, welcher gleichzeitig DFB-Vizepräsident ist. Verkündete den Fürthern voher sogar in der Presse, keiner müsse sich Sorgen machen.
Sören Storks bekam die schlechtest mögliche Kickernote, wurde kurz darauf vom DFB "für seine Dienste" allerdings befördert.
Unter seiner Leitung würde ich als Verein kein Spielfeld mehr betreten.
Um solchen vorsätzlichen Betrug zu verhindern, muss der Videobeweis her.

22.03.2019 23:54 pickering 22

@12
"ob es rechtens ist, ist fraglich."
sprechen sie den Verbaenden DFL und DFB die souveraene Entscheidungshoheit darueber ab, ob sie den VB einfuehren duerfen?
Muss ich sie ab sofort fragen, in welcher Farbe ich mein Wohnzimmer zu streichen habe?
Ihre Einlassung ueber die Nutzung festinstallierter und/oder Fernsehkameras zeugt ebenfalls davon, dass sie scheinbar wenig Ahnung haben von der Materie.
Zum VB, ich kann nicht nachvollziehen, wie man diesen ablehnen kann,. Ein hoher Prozentsatz kniffliger Situationen, die bis dato mitunter falsch entschieden wurden, werden jetzt richtig entschieden. Fuer mich gibt es da gar keine Frage, ob das gut zu heissen ist oder nicht.
In MD nimmt offensichtlich diese potenziellen Fehlentscheidungen, von denen man selber gerade auch in dieser Saison betroffen ist bzw. war, gerne in Kauf.
Grosses Kopfschuetteln!!
Anmerkung:
Dem DFB und der DFL haette ein Extra-2.Liga - "Video-Keller"gut gestanden (z.B.: Standort Leipzig)

22.03.2019 20:19 Stefan 21

Ich als dynamo finde es gut, kann aber beim FCM die Verantwortlichen nicht verstehen. Die 2-3 Minuten maximal (wenn überhaupt benötigt wird) im Spiel sollten doch kein Problem hinsichtlich der Emotionen sein. Manche Kicker schauspielern da länger.
Bei Aue kann ich es nachvollziehen, so wie die letzte Saison beschissen wurden. Gruß

22.03.2019 11:27 wicky 67 20

Es gibt selbst beim Videobeweis immer wieder Spielsituationen, speziell bei absichtlichen oder unabsichtlichen Handspiel, sowie auch bei vielen Strafstoßentscheidungen, wo ein gewisser Graubereich mit in's Spiel kommt. Dann ist es für die Leute im Kölner Keller und dem Schiri auf dem Platz leider oft sehr schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen! Bestes Beispiel der für mich zu Recht nicht gegebene Strafstoß durch Felix Zwayer, letztes Jahr im DFB-Pokalfinale. Letztlich müssten aber auch die Regeln eindeutiger festgelegt werden. Dann könnte auch der Videobeweis optimiert werden! Generell bin ich aber dafür, daß er auch in der 2.Liga eingeführt wird! Denn insgesamt gesehen macht er den Fußball gerechter! RWG

22.03.2019 09:55 Schnibbler 19

interessant wären dann noch videoschiedsrichter die auch richtig im/für den bereich fußball geschult sind.
ein umfallen wie bei den almvögeln klos und voglsamer durch leichte berührungen oder auch nur windhauch bei 100 kg lebendgewicht ist nicht zu bestrafen, wir sind nicht beim basketball wo berührungen im prinzip verboten sind...

22.03.2019 07:49 Grün Gelb 18

Es entzieht sich meiner Kenntnis, warum ein Verein, der in der kommenden Spielzeit und den darauffolgenden in der 3. Liga oder niedriger spielen wird, sich gegen etwas ausspricht, was ihn dann nicht mehr tangiert.

Es sei an die Saison 2017/18 erinnert, als diese Schauspielertruppe selbst Preußen Münster zu seinen besten Zeiten in den Schatten gestellt hatte.

Schade ansich nur, dass ein Verein aus dem Süden des Landes so viel Geld investieren muss.

22.03.2019 07:31 Sr.Raul 17

Tja, @6 (Brockhausdirk), event. haben die Kollegen in MD einfach nur erkannt, dass diese Einrichtung in BuLi 1 einfach nicht läuft, wie es laufen soll und kann (WM 2018!!!). Mal 3 Höhepunkte der letzten Saison: 1) HSV96-S04 (1:0), Naldo tackelt im 16er um eine Eingabe zu blocken, li. Arm senkrecht oben, Ball kommt an Arm->11er->1:0. 2) 1 Woche später S04-B.M. (0:2), Spielstand 0:0, identische Szene in der Bayernbox, da meldete sich der Kölsche Keller nicht mal! 3) Der Spuk von Mainz, Halbzeit ist gepfiffen, Teams schon teilweise in der Kabine, da kommt aus'm Kölschkeller noch 11m-Entscheidung. Sollen erst einmal üben und dann auf die Menschheit loslassen. In der aktuellen Form mehr Schaden denn Nutzen. Kann gern wieder weg.

22.03.2019 05:15 Brockhausdirk 16

Mitnichten Kema82, ich sage meine Meinung zum Thema und sehr wohl zielgenau mit Bezug. Man könnte Statistiken bemühen die belegen das Handspiele und zweifelhafte Elfmeter in Gewissen Landesteilen durchaus häufiger vorkommen. Da sehe ich es in der Tat als gerechtfertigt an mitzuteilen, dass gewisse Mannschaften durch einen Videobeweis durchaus Nachteile durch den Videobeweis zu erwarten hätten. Darüber hinaus lässt die Tabellensituation des betreffenden Vereins den Schluss zu, dass dieser solch einen Nachteil eventuell gar nicht zu befürchten hätte, falls der Verein zukünftig in einer anderen Liga, vermutlich der 3. Spielen müsste.
An sich eine faire und realitätsnahe Einschätzung der Situation. Falls Sie sich bezüglich des blau-weissen "Nachthemdchenträgers" persönlich angegriffen fühlen sollten, möchte ich mich bei Ihnen in aller Form entschuldigen und wäre bereit Ihnen ein ähnliches in rot-und-weissem Gewand zur Verfügung zu stellen.
Freundlichst,
Brockhausdirk

21.03.2019 22:56 Nachgehakt 15

Nr. 6: Dümmer gehts nimmer