Fußball | 2. Bundesliga Vor dem Werder-Spiel: Bei den "vertrockneten Veilchen" wird der Ton schärfer

33. Spieltag

Erzgebirge Aue hat nach dem Abstieg nichts mehr zu verlieren? Pustekuchen! Die Sachsen stehen in Misskredit bei den eigenen Fans, zudem steht der Urlaub der Profis auf dem Spiel. Das Duell am Sonntag gegen Zuschauermagnet Werder Bremen ist deshalb alles, aber nicht bedeutungslos.

Dotchev 1 min
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Und das trifft auf beide Mannschaften zu. Erzgebirge Aue muss nach dem 0:6-Debakel in Darmstadt am Sonntag (13.30 Uhr im Audiostream und Ticker) Wiedergutmachung betreiben, Bremen braucht dringt drei Punkte, um weiter die Chance auf einen direkten Aufstiegsplatz zu wahren. Langweilig ist anders. Das wissen auch die Fans.

12.000 Karten hat Aue bereits verkauft, nur 1.800 gingen nach Bremen. Werder hätte wahrscheinlich dreifach so viele verkaufen können, wollte nachordern, doch Aue lehnte ab. FCE-Trainer Pavel Dotchev erklärt vor dem vorest letzten Zweitliga-Heimspiel der "Veilchen": Wir wollen ein Heimspiel hier und die Fans auf unserer Seite haben. Wir haben uns dazu entschieden und dann ist auch gut so."

Männel: "Müssen das Gesicht bewahren"

Aue hat bei seinen Anhängern viel gut zu machen. Die nach Darmstadt mitgereisten Fans waren nach dem Abpfiff außer sich vor Wut und skandierten: "Und ihr wollt Wismut Aue sein?!" Dotchev versteht den Frust, weiß aber auch, dass reden nicht viel hilft. "Das beste Mittel zur Versöhnung ist, eine Topleistung abzurufen. Das müssen wir am Sonntag machen."

Auch wenn sportlich alle Messen gelesen sind, will sich Aue wenigstens anständig verabschieden. "Wir müssen das Gesicht wahren", sagte der verletzte Martin Männel am Freitag. Das hätten die Fans und die gesamte Region verdient.

Bremen kommt mit der besten Mannschaft

Bremen steckte ziemlich genau vor einem Jahr in der gleichen misslichen Lage, stieg aus der Bundesliga ab und war am Tiefpunkt. Nach einem durchwachsenen Start in die 2. Liga kam der Trainerwechsel wie gerufen. Als sich Markus Anfang mit seinem Impf-Schwindel ins Abseits schoss, übernahm Ole Werner. Unter ihm blühten die Grün-Weißen auf. Seitdem stehen elf Siege, vier Remis und zwei Niederlagen zu Buche. Bremen war auf Direktkurs zurück ins Oberhaus, rutschte am letzten Spieltag aber vom ersten auf den dritten Platz ab. Das Nordduell daheim gegen Holstein Kiel ging nach zwei Eigentoren mit 2:3 verloren, dabei führte Werder schon 2:0.

Beim Kiel-Duell fehlten die verletzten Ömer Toprak, Milos Veljkovic und Christian Groß. Gegen Aue kehren die drei wichtigen Defensivstammspieler zurück. Auch wenn der Druck groß ist, gab sich Werner entspannt: "Wir sind heiß ohne Ende. Es herrscht bei uns eine gute Mischung aus Anspannung, Konzentration und Freude am Fußball."

Dirk Carlson (Erzgebirge Aue) im Zweikampf gegen Marvin Ducksch (Werder Bremen)
Dirk Carlson im Zweikampf gegen Marvin Ducksch. Der Bremer bringt es schon auf 20 Saisontore. Bildrechte: IMAGO / osnapix

Dotchev: "Über den Urlaub entscheide ich"

Auch Dotchev hat vor den letzten beiden Spielen die Qual der Wahl. Einige Verletzte und Kranke kehren zurück. Auch der offensiv so wichtige Kühn ist wieder im Mannschaftstraining und dürfte zur Startelf gehören. Für Soufiane Messeguem ist die Saison dagegen gelaufen. Der 22-Jährige verletzte sich am Knie, muss operiert werden und fällt wochenlang aus.

Alle fitten Spieler nimmt Dotchev in die Pflicht. Er werde die beiden Spiele abwarten und danach entscheiden, bis wann trainiert wird. "Nicht, dass jemand denkt, er kann am Montag nach dem Dresden-Spiel in den Flieger steigen und in den Urlaub fahren." Nach vielen lieben Worten und Durchhalteparolen weht im Erzgebirge ein anderer Wind.

Dimitrij Nazarov
Sommer 2012: Dimitrij Nazarov trifft traumhaft für Münster gegen den damaligen Bundesligisten Werder im Pokal. Bildrechte: imago/Team 2

Als Nazarov Werder und de Bruyne abkochte

Es gibt übrigens nicht wirklich viele Berührungspunkte zwischen Aue und Werder Bremen. Das Hinspiel (0:4) war das erste Duell in einem Punktspiel. Zuvor waren sich beide nur einmal im Pokal begegnet. Beide Spiele verlor Aue. Und dennoch gibt es zwei Erzgebirgler, die mit den Norddeutschen richtig gute Erfahrungen gemacht haben.

Dmitrij Nazarov und Pavel Dotchev wissen, wie man Werder Bremen besiegt. Nazarov als Torschütze und Dotchev als Trainer waren in Diensten von Preußen Münster wichtige Säulen bei der Pokalsensation 2012. Nazarov, der am Sonntag sein 250. Zweitliga-Spiel bestreitet, steuerte beim 4:2-Sieg mit einem Kunstschuss zum 3:2 einen Treffer bei und ließ unter anderem Kevin de Bruyne alt aussehen.

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von Sanny Stephan

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Christian Titz, Trainer 1. FC Magdeburg
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Mannschaft bei der Besprechung
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Der 1. FC Magdeburg kann sein Comeback in der 2. Fußball-Bundesliga in der heimischen Arena feiern. Zum Saisonauftakt geht es gegen Fortuna Düsseldorf.

MDR aktuell 17:45 Uhr Fr 17.06.2022 17:45Uhr 01:21 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 08. Mai 2022 | 16:00 Uhr

10 Kommentare

Dreibeiner vor 7 Wochen

Es gibt wohl doch einen Fußballgott. 🙏 Bremen gewinnt 0:3 verdient schon wegen des fiesen Überfalls auf Bremens mitgereisten Fan's. Aue hinterlässt da typischen erzgebirgischen Eindruck. Pfui, sowas sollte DFL und DFB sperren.

Erz Hammer vor 7 Wochen

Morjen Aldi1,
Deine Frage ergibt sich aus dem Tun&Handeln seiner Teppich Etagen Berater ! Einer der augenscheinlich mit Geld kann aber das Gespräch mit allen Angestellten im Verein meidet (außer mit Familie die im Verein arbeiten)hinter den Kulissen die Fäden zieht .Leo ist nicht die Person Alleinentscheider,Sonnengott u.s.w.Es ist wie in der Politik!Die Leo's sollten noch 1Jahr 3.Liga zur Verfügung stehen.
Dir ein schönes Rest Wochenende

Aldi1 vor 8 Wochen

Warum außer Leo, @Erz Hammer? Er ist der Hauptverantwortliche für diese komplett vergeigte Saison. Er sollte auch den Arsch in der Hose haben, sich einer Mitgliederversammlung zu stellen. Genau wie die anderen Selbstdarsteller aus der Teppichetage. Grüße aus dem Schacht. ⚒️

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