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Fußball | 2. BundesligaFCM gegen Paderborn: Angriff ist die beste Verteidigung?7. Spieltag

22. September 2023, 07:30 Uhr

Ärgern, analysieren und Mund abputzen: Der 1. FC Magdeburg hat in dieser kurzen Woche versucht, die erste Saisonniederlage in der 2. Fußball-Bundesliga abzuhaken. Nach dem unglücklichen 3:4 auf Schalke kommt der SC Paderborn an die Elbe. Trainer Titz setzt erneut auf die bislang so starke Offensive. Der vorläufige Sprung auf Rang zwei winkt.

V. re.: Luca Schuler (re.) und Silas Gnaka gegen Schalke 04. Bildrechte: IMAGO/Treese

Nach den Highlight-Partien gegen Braunschweig, Hertha BSC und Schalke 04 heißt es für den 1. FC Magdeburg am Freitagabend (22.09.2023) auch mal wieder Fußball-Zweitliga-Alltag: Der SC Paderborn ist zu Gast (18:30 Uhr/Audio-Stream und Live-Ticker in der SpiO-App). Die Elbestädter rechnen mit 23.000 Fans.

Rang zwei winkt

Aber so richtig alltäglich ist auch diese Partie nicht: Bei einem Sieg wäre der FCM bis Sonnabend Tabellenzweiter. Patzt der um zwei Punkte und drei Tore bessere Spitzenreiter Hamburger SV gleichzeitig bei Aufsteiger VfL Osnabrück, wäre sogar Platz eins bis Samstag möglich.

Stammverteidiger und "Taktik-Brain" fehlen

In die Partie gehen die Blau-Weißen ohne zwei: Verteidiger Daniel Heber und Co-Trainer André Kilian fehlen nach jeweils einer Roten Karte beim 3:4-Thriller auf Schalke. Der in der vergangenen Winterpause vom alten Titz-Klub Rot-Weiss Essen geholte Heber ist eine absolute Konstante. Er fehlte schon in der Rückrunde nur einmal wegen Rot. Und auch in dieser Saison stand er bis zur 77. Minute auf Schalke immer auf dem Platz. Er wurde ebenso für eine Partie gesperrt wie Co-Trainer Kilian. Der 36-Jährige gilt als eine Art "Taktik Brain" beim FCM und spielte in der Jugend mit den späteren Weltmeistern Manuel Neuer, Mesut Özil und Benedikt Höwedes zusammen. Auf Schalke, von daher war er emotional besonders elektrisiert an diesem Tag.

Co-Trainer André Kilian im Gespräch mit FCM-Chefcoach Christian Titz. Beide kennen sich schon seit 2011. Bildrechte: IMAGO / Christian Schroedter

Ein Problem sieht sein Chef Christian Titz wegen des Ausfalls seines langjährigen Kollegen nicht: "Ich habe hier genug Trainerkollegen auf der Bank", so Titz lachend. Für Heber könnte Cristiano Piccini in die Abwehr rücken. Auch Rechtsverteidiger Herbert Bockhorn drängt wieder in die Startelf. Keine Option für die Abwehrkette scheint Silas Gnaka zu sein: Der Doppeltorschütze von Schalke werde diesmal nicht hinten aushelfen, so Titz, da er davor zu wichtig sei. Ebenfalls nicht dabei sein werden Mohammed El Hankouri (Muskelbündelriss im Oberschenkel) und Daniel Elfadli (Bänderzerrung) verzichten.

Titz hofft auf "Selbstverständnis der vergangenen Wochen"

Beim unglücklichen 3:4 auf Schalke monierte Christian Titz "drei individuelle Fehler von uns". Die werde man unter die Lupe nehmen. Es seien aber keine taktischen Dinge gewesen. Den Freitagsgegner Paderborn analysiert er als "sehr spielstark und taktisch variabel". Aber zu viel möchte er gar nicht zum Gegner sagen, denn: "Wir spielen im eigenen Stadion und wollen mit dem Selbstverständnis der vergangenen Wochen spielen. Vieles hängt von uns ab. Wir sehen beim Gegner schon Ansätze, wie wir es erfolgreich gestalten können."

Ein Faktor für den FCM-Lauf sind die Zweikampfwerte. Hier Luc Castaignos (Mi.) gegen zwei Herthaner. Bildrechte: IMAGO / Christian Schroedter

Starke Zweikampfwerte aus Faustpfand

Bei seinem Team lobt er die Zweikampfwerte, die seien "wahnsinnig hoch": "Wir sind sehr zweikampfstark, wir führen viele und gewinnen viele. Ich würde mir Gedanken machen, wenn dem nicht so wäre." Zudem lobte er die Raumaufteilung: "Wie wir es schaffen, in den Rücken des Gegners zu kommen. Wie wir dann in der Endzone aus Unterzahl Überzahlsituationen kreieren. Das hat die Mannschaft bisher gut gemacht. Und da hoffe ich, auch was die Anzahl der Torchancen betrifft, dass wir das auch am Freitag auch auf den Platz bekommen." Im Training ließ er die Offensive von der Leine: Schüsse aus allen Lagen. Motto für Freitag: Angriff ist die beste Verteidigung?

FCM-Partien: Tore satt - zuletzt vor 22 Jahren mehr

In den beiden jüngsten Partien fielen beim 6:4 gegen Hertha und beim 3:4 gegen Schalke schon 17 Treffer. Insgesamt sind es bei Spielen mit dem FCM in dieser Zweitliga-Saison 28. So viele gab es seit 22 Jahren nicht mehr. Damals waren es bei Begegnungen des FC St. Pauli 34. Vor allem weil die Hamburger glatte 23 Gegentore kassierten.

Hier jubelt Mohammed El Hankouri über das 5:4 gegen Hertha BSC Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Paderborn noch nicht auf Touren - Hoffen auf Kruse

Die Rolle, die der FCM in dieser Zweitliga-Vorrunde einnimmt, hatte der SC Paderborn im Vorjahr. Da stürmte die Mannschaft des Ex-Jenaers Lukas Kwasniok bis an die Tabellenspitze. Mit einem 7:2 gegen Kiel, einem 5:0 gegen Karlsruhe und einem 4:2 gegen Hannover. Die Spitze hielt man unter anderem durch ein 1:0 gegen Magdeburg. Bislang auch der einzige Erfolg der Paderborner in zehn Pflichtspielen gegen Magdeburg.

Ex-Nationalspieler Max Kruse fehlte Paderborn zuletzt. Bildrechte: IMAGO/Ulrich Hufnagel

In dieser Saison sind die Ostwestfalen noch nicht so richtig auf Touren gekommen. Zuletzt zitterte man sich gegen Aufsteiger Wehen Wiesbaden zu einem 2:1 und holte damit immerhin den ersten Heimsieg. Der Tabellenvierzehnte hofft für den Freitag auf die Rückkehr von Neuzugang und Ex-Nationalspieler Max Kruse. Der 35-Jährige litt zuletzt an einem Infekt und an Magen-Darm-Problemen. Er wäre ein wichtiger Faktor, um dem FCM-Pressing mit Ruhe entgegen zu treten. Ein Trio kam 2022 nach dem Zweitliga-Aufstieg von Magdeburg an die Pader: Verteidiger Tobias Müller, Mittelfeldspieler Raphael Obermair und Rechtsaußen Sirlord Conteh. Gegen Wehen stand nur der Philippine Obermair in der Startelf. Zu den 90 Minuten sagte SCP-Coach Lukas Kwasniok am Donnerstag: "Das wird eine harte Challenge und kann ein wildes Spiel werden. Das Potenzial auf ein wildes Spiel ist gegeben. Es können jederzeit Tore fallen. Freitagabend auswärts wird ein Kracher in der MDCC-Arena."

cke/dpa

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 22. September 2023 | 21:45 Uhr

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