Fußball | 2. Bundesliga Aue mit Jetzt-erst-Recht-Mentalität gegen Herbstmeister St. Pauli

19. Spieltag

Tabellenplatz 17, eine deftige Testspiel-Klatsche in den Knochen und nun auch noch den amtierenden Herbstmeister vor der Brust: Die Zeichen vor Erzgebirge Aues Jahresauftakt beim FC St. Pauli könnten deutlich besser stehen. Teamchef Marc Hensel glaubt dennoch an eine Überraschung – auch weil es den einen oder anderen personellen Lichtblick gibt.

Marc Hensel 1 min
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Mit St. Pauli wartet ein dickes Brett auf Erzgebirge Aue. Die Hamburger haben bisher alle ihre Heimspiele in dieser Saison gewinnen können. Aue-Teamchef Marc Hensel gab sich vorab dennoch optimistisch.

Do 13.01.2022 15:26Uhr 01:05 min

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Nach der völlig misslungenen Generalprobe im Test gegen Dynamo Dresden am vergangenen Wochenende ist die Stimmung bei Erzgebirge Aue vor dem Jahresauftakt gegen den FC St. Pauli am Samstag (13:30 Uhr live hören und im Ticker auf sport-im-osten.de und in der "SpiO"-App) alarmierend. "Wir konnten das so nicht stehenlassen. Es hat geknallt. Das kannte ich so von meiner Truppe nicht. Aber vielleicht haben wir diesen Effekt gebraucht", sagte Teamchef Marc Hensel auf der Pressekonferenz am Donnerstag und verglich den Auftritt seiner Mannschaft mit einem "Rückfall in die Steinzeit".

Aue mit dem Rücken zur Wand gegen St. Pauli

Der Hallo-Wach-Effekt könnte tatsächlich zur richtigen Zeit gekommen sein. Nach einem verkorksten Hinrundenabschluss mit vier Niederlagen in Serie steht Aue auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Relegationsplatz ist drei Zähler entfernt, der Abstand zum rettenden Ufer beträgt bereits sechs Punkte. Soll im Lößnitztal auch in der kommenden Saison Zweitliga-Fußball gespielt werden, müssen dringend Punkte her – auch wenn am Samstag der amtierende Herbstmeister wartet.

Jetzt geht es um Punkte und den Klassenerhalt. Jeder muss für sich und seine Mitspieler die Verantwortung übernehmen. Wenn wir nur einen Prozent weniger geben, wird es nicht reichen.

Marc Hensel Teamchef Erzgebirge Aue

Dass ein Sieg gegen den Tabellenführer, der bisher alle Partien in dieser Saison am heimischem Millerntor gewinnen konnte, nicht weniger als eine faustdicke Überraschung wäre, ist auch Hensel bewusst. "Sie sind eingespielt und dominant. Die Art und Weise, wie sie in jeder Phase des Spiels sprinten, ist sehr beachtlich. Und Guido Burgstaller kann aus jeder Situation ein Tor machen." Kampflos ergeben wird man sich aber nicht. "Irgendwann endet jede Serie. Wir werden alles dafür tun, um diese Überraschung zu schaffen. Jetzt geht es um Punkte und den Klassenerhalt. Jeder muss für sich und seine Mitspieler die Verantwortung übernehmen. Wenn wir nur einen Prozent weniger geben, wird es nicht reichen", weiß Hensel.

Aue rüstet auf

Zuletzt reichte es vor allem in der Offensive nicht. Mit nur 15 Toren stellt Aue die drittschwächste Angriffsreihe der Liga. Im Test gegen Dynamo kam nicht ein eigener Treffer zustande. Dass es ein Fehler war, Pascal Testroet im Sommer ohne Not abzugeben, machte auch Aue-Boss Helge Leonhardt vor dem Jahresauftakt deutlich. Nun ruhen die Hoffnungen auf Prince Owusu, der von Ligakonkurrent Paderborn mit einigen Erwartungen nach Aue kommt. Hensel frohlockte angesichts der Verpflichtung des kantigen Mittelstürmers. "Er ist ein Spieler, der genau das verkörpert, was wir über Wochen gesucht haben: körperliche Präsenz, absolute Robustheit, Geschwindigkeit und ein gutes Anlaufverhalten". Ob er bereits gegen St. Pauli auflaufen wird, ist noch offen.

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Acht Ausfälle gegen St. Pauli

Das gleiche gilt für Jannis Lang, dessen Verpflichtung Aue ebenfalls am Donnerstag bekanntgab. Der 19-jährige Innenverteidiger kommt vom VfL Wolfsburg und könnte die Personallücke in der Abwehr zumindest teilweise schließen. Denn Florian Ballas und Gaetan Bussmann fehlen weiter verletzungsbedingt. Auch Ognjen Gnjatic und Soufiane Messeguem werden nicht vor Ende Januar/Anfang Februar zurückerwartet. Zudem fehlen Anthony Barylla, Omar Sijaric und Sam Schreck gegen St. Pauli krankheitsbedingt. Flügelspieler Jann George, der zuvor von Jahn Regensburg geholt wurde, könnte dagegen sein Debüt geben.

Schultz warnt vor physisch starken Auern

Für einen weiteren Lichtblick aus Auer Sicht sorgt Clemens Fandrich. Der Mittelfeldstratege ist nach seiner Sieben-Spiele-Sperre erstmals wieder spielberechtigt. "Ich freue mich, endlich wieder der Mannschaft helfen zu können. Unsere Aufgabe ist es, den Tabellenführer zu ärgern und das nehmen wir an", erklärte der 31-Jährige.

Bereits im Hinspiel hatte Aue dem Favoriten einiges abverlangt und einen Zähler geholt. Auf St. Pauli ist man gewarnt. Cheftrainer Timo Schultz, der erst am Donnerstag seinen Vertrag beim Kiezklub verlängerte, lobte die Arbeit seines Pendants. "Der Trainer, der die Mannschaft im Sommer übernommen hatte, hat sehr viel Wert auf eine physisch starke Mannschaft gelegt. Wir treffen auf eine sehr Zweitliga-erfahrene Mannschaft, die natürlich immer wieder versucht, die Räume eng zu halten und kicken will." 

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jsc

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Alexander Schmidt
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Nach dem 0:0 bei Hannover 96 gab Dynamo Dresdens Trainer Alexander Schmidt zu, dass man mit einem "blauen Auge" davon gekommen sei. Am besten sei das Ergebnis. Hier gibt es das komplette Interview

So 23.01.2022 17:51Uhr 02:46 min

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Yannick Stark
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Mit dem Ergebnis, einem 0:0 bei Hannover 96, war Dynamo Dresdens Kapitän Yannick Stark zufrieden, mit dem Spiel seines nicht so ganz.

So 23.01.2022 17:21Uhr 00:22 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 15. Januar 2022 | 16:00 Uhr

5 Kommentare

BSG Traktor Kemtau vor 1 Wochen

Nen, ich persönlich glaube nicht an den Verbleib des FC Erzgebirge in Liga 2. Die Truppe ist nicht Zweitliga tauglich. Die ersten 2 Partien werden versemmelt, beide Gegner wollen hoch in Liga 1. Aber trotzdem Hut ab vor den Leistungen der vergangenen Jahre. Das muss erst mal einer nachmachen, mit diesem Budget. Leider wurden von Vereinsführung zu viele Fehler gemacht und somit muss das kommen, was in diesem Geschäft nun mal so ist. Ich wünsche dem FC Erzgbirge alles erdenklich Gute, lasst euch nicht abschlachten und ein glückliches Händchen im nächsten Spieljahr in der Liga 3.

Gernot vor 1 Wochen

......noch zwei Spiele warten? Ihr steht mit dem blanken Rücken an einer eiskalten Wand...... wenn es noch klappen soll , müssen Punkte her..... sofort und gleich.

Booster-Muzzi vor 1 Wochen

Sowohl Sandhausen, als auch die Störche stehen in der Tabelle vor Aue, also ist die Forderung zwar berechtigt, aber in der momentanen Situation mehr Wunsch als Realität. Und was die "sehr schwachen Dynamos" anbelangt, waren die immerhin in der Lage, die beinahe einzige Torchance nach der top Vorlage vom Martin zu nutzen, während Aue paar 100% Chancen verkloppt hat. Fussball ist ein Ergebnissport, da zählen nur die Einschläge im Netz und nichts anderes.