Fußball | 2. Bundesliga "Es gibt keine Ausreden" – Aue ohne Schuster auf Wiedergutmachungskurs gegen Düsseldorf

33. Spieltag

Die historische Klatsche gegen Paderborn sitzt tief. Den Stachel will Erzgebirge Aue am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf so schnell wie möglich entfernen. Doch stehen die Vorzeichen vor der Auswärtspartie alles andere als optimal. Es rumort hinter den Kulissen.

Frust und Enttäuschung bei Aue nach dem Spiel.
Nach der saftigen Pleite gegen Paderborn herrschte Enttäuschung. Gegen Düsseldorf bietet sich Aue nun die Chance zur Wiedergutmachung. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

Es brodelt im Lößnitztal. Und zwar gewaltig. Wenige Tage nach dem historisch desolaten Heimauftritt des FC Erzgebirge Aue gegen Paderborn (3:8) meldeten sich Aues Coach Dirk Schuster und sein Co-Trainer Sascha Franz krank. Just am gleichen Tag begab sich die Mannschaft in das von der DFL zum Saisonabschluss vorgeschriebene Quarantäne-Trainingslager. Und Schuster wird nach MDR-Informationen nicht mehr auf die Bank der "Veilchen" zurückkehren. Die vorzeitige Trennung vom krankgeschriebenen Trainer scheint intern beschlossene Sache. Ein neuer Cheftrainer soll zeitnah nach dem letzten Saisonspiel gegen Osnabrück vorgestellt werden.

Jörg Röhrig 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fr 14.05.2021 16:04Uhr 00:56 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-erzgebirge-aue-dirk-schuster-trennung-joerg-roehrig-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Marc Hensel 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fr 14.05.2021 16:11Uhr 00:44 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-erzgebirge-aue-pk-vor-fortuna-hensel-hoehne-schuster-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Hensel hat die Verantwortung und gibt sich zuversichtlich

Nun liegt es in den Händen von Co-Trainer Marc Hensel, das Team aufzurichten und auf die knifflige Auswärtsaufgabe am Sonntag (15:30 Uhr im Liveticker auf sport-im-osten-de und in der SpiO-App) in Düsseldorf vorzubereiten. Die Fortuna hat immer noch, wenn auch nur geringe, Chancen auf den Aufstieg, glänzt zudem mit ihrer Heimstärke (34 Punkte aus 16 Spielen). Hensel erwartet eine "ganz erfahrene Mannschaft", die versuchen wird, "den Strohhalm zu nutzen". Dennoch ist Aues Interimsübungsleiter ob der aktuellen Verfassung seines Teams positiv gestimmt. Die schlimme Niederlage habe zwar Kraft gekostet und jedem im Auer Umfeld "extrem zu schaffen gemacht", dennoch habe die Mannschaft sehr gut trainiert. "Wir legen unseren Fokus auf dieses Spiel. Alles andere zählt nicht", so Hensel.

Marc Hensel und Dirk Schuster
Marc Hensel (li.) wird den erkrankten Auer Trainer Dirk Schuster vertreten. Bildrechte: Picture Point

"Wir haben ein Team, das gegen jeden Gegner bestehen kann"

Der 35-Jährige erlebt seine Schützlinge im Quarantäne-Hotel sehr fokussiert, "alle Sinne sind geschärft". Die Mannschaft brennt darauf, Wiedergutmachung zu betreiben. Und das Selbstvertrauen sei da. Denn Aue weiß, wie man mit Spitzenteams umgeht. Das sollen auch die Düsseldorfer am Sonntag erfahren. "Wir haben ein Team, das gegen jeden Gegner bestehen kann. Unsere Strategie und Hierarchie auf dem Platz ergänzen sich gut. Ich bin mir sicher, dass wir das auf dem Platz bringen werden, was wir uns vorgenommen haben. Wir werden gegen einen ambitionierten und schwierigen Gegner bestehen", erklärte Hensel kampfeslustig.

Männel und Nazarov brennen auf Wiedergutmachung

Auch die Spieler brennen auf ihre Chance zur Rehabilitation. "Das Schöne am Fußball ist, dass wir schon am Sonntag die Möglichkeit haben, es wiedergutzumachen", sagte Kapitän Martin Männel: "Wir müssen eine Reaktion zeigen. Das erwarten (…) wir selber am allermeisten." Zwar warte mit Düsseldorf keine "Laufkundschaft", doch will man klar "nach außen signalisieren, dass wir auch anders können. Das haben wir immer bewiesen." Dimitrij Nazarov, der gegen Paderborn immerhin mit einem Dreierpack glänzte, schlug in die gleiche Kerbe. "Wir haben richtig auf die Fresse bekommen. Trotzdem müssen wir nach vorne schauen. Wir sind es jedem einzelnen schuldig, dass wir die letzten beiden Spiele gewinnen."

Dimitrij Nazarov (10, Aue) trifft per Foulelfmeter zum 3:4 Anschluss.
Dimitrij Nazarov, Dreifach-Torschütze gegen Paderborn, hofft auf eine Trotzreaktion. Bildrechte: PICTURE POINT / S. Sonntag

"Wenn am Sonntag der Schiedsrichter pfeift, muss es nur in eine Richtung gehen"

In erster Linie gilt es natürlich, die jüngsten Fehler abzustellen. Der Gegner soll nicht noch einmal zum Toreschießen eingeladen werden. Vorne müsse man dann "eiskalt zuschlagen", betonte Nazarov: "Es gibt keine Ausreden. Wenn am Sonntag der Schiedsrichter pfeift, muss es nur in eine Richtung gehen. Und zwar auf das Tor von Düsseldorf." Darüber hinaus bietet der anstehende Gegner gleich doppelten Grund zur Wiedergutmachung. Das Hinspiel im Januar verlor Aue deutlich mit 0:3. Sollte es den "Veilchen" gelingen, der Fortuna in die Aufstiegssuppe zu spucken, dürfte auch das Stimmungsbarometer im Lößnitztal wieder steigen. John Patrick Strauß wird Aue dafür nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung stehen. Malcolm Cacutalua und Ognjen Gnajtic fehlen weiter verletzungsbedingt.

---
jsc

Videos und Audios zur 2. Fußball-Bundesliga

Alle anzeigen (33)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 16. Mai 2021 | 19:30 Uhr

19 Kommentare

FCE vor 10 Wochen

Alle schlauen Kommentare hier sind völlig unerheblich. Keiner weis, was sich hinter den Kulissen der Vereine abspielt. Selbst sportliche Erfolge waren in der Vergangenheit keine Jobgaratie , für keinen.Das ist in jedem Fussballverein gleich. Deshalb gibt es hier nichts zu sagen. Fakt ist, die Mannschaft spielte in der Rückrunde grösstenteils schwach, teilweise grauenhaft. Und der Ausbund waren die 8 Tore zuletzt. Unser Präsident ist die wichtigste Person im Verein. Er entscheidet vorrangig. Und dazu hat er das Recht. Denn er bezahlt

sportspecker vor 10 Wochen

Hallo Peti, na wieder im Schacht unterwegs!
Nicht das du noch heimlich, den Steiger auflegst.
Drei, vier...😂
( bei RB muss in der Vitrine noch Staub gewischt werden) Glück Auf

Schachter vor 10 Wochen

Nö, nö wir haben mit Peter Höhne einen richtig guten Pressesprecher. Ich gebe hier nur meine Meinung als Anhänger und die mir bekannten Fakten kund.
Die Leos sowie die Präsidenten Keller und Lässig haben in den vergangenen Jahrzehnten wunderbare Arbeit geleistet, mit Höhen und Tiefen, aber immer solide.
Das ist für mich entscheidend.
Glück auf!