Fußball | 2. Bundesliga "Hochanständig verabschieden" – Erzgebirge Aue vor letztem Saisonheimspiel

33. Spieltag

Der Klassenerhalt ist perfekt. Erzgebirge Aue wird auch seine fünfte Zweitliga-Saison in Serie bestreiten. Zuvor hofft der FCE auf einen gelungenen Heimabschluss. Jedoch gibt es Personalprobleme und einen wiedererstarkten Gegner aus Hannover.

Trainer Dirk Schuster, Erzgebirge Aue
Cheftrainer Dirk Schuster hat Erzgebirge Aue zum vorzeitigen Klassenerhalt geführt. Bildrechte: Picture Point

Seit vergangenem Mittwochabend sind nun auch jegliche theoretische Restzweifel beseitigt. Der FC Erzgebirge Aue hat den Klassenerhalt vorzeitig gesichert – auch wenn es dafür Schützenhilfe von Jahn Regensburg brauchte. Die Oberpfälzer besiegten am Tag nach der knappen Auer 1:2-Niederlage gegen den VfL Bochum den Tabellen-16. Karlsruher SC, der damit zwei Spieltage vor Schluss weiterhin sieben Punkte Rückstand auf den FCE hat.

Daheim besser als der Zweitliga-Meister

Im Bild: Florian Krüger / Krueger (re., 11, Aue) trifft gegen Torwart Benjamin Uphoff (1, Karlsruhe)
Das Auer 1:0 dank Florian Krügers Siegtreffer gegen den KSC vor zwei Wochen war der bereits zehnte Saisonheimsieg des FCE. Bildrechte: Picture Point

Einen Funken Restenttäuschung konnte Aues Cheftrainer auf der Spieltagspressekonferenz vor dem am Sonntag (21. Juni, 15:30, im Liveticker in der "Spio"-App und auf sport-im-osten.de) anstehenden letzten Heimspiel der Saison gegen Hannover 96 nicht verbergen. "Wir haben sehr viel investiert, sind sehr mutig aufgetreten, haben sehr offensiv gespielt", aber "standen am Ende mit leeren Händen da", blickte der 52-Jährige am Freitag kurz zurück.

Dennoch: "Die Leistung stimmt mich sehr optimistisch, dass wir mit einem positiven Ergebnis die Heimbilanz weiter aufrechterhalten können." Vor allem die Festung Erzgebirgsstadion hat den "Veilchen" (33 Punkte in 16 Partien) diese sportlich nahezu sorgenfreie Saison beschert. Nur Stuttgart, der HSV und Heidenheim haben bis dato zu Hause mehr Punkte gesammelt – selbst Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld liegt knapp dahinter (31).

Zwei Sperren und einige "Wehwechen"

 Philipp Riese, Anthony Losilla und Dimitrij Nazarov
Aues bester Torschütze Dimitrij Nazarov sah gegen Bochum seine fünfte Gelbe Karte. Bildrechte: PICTURE POINT/ Sven Sonntag

Da ist es nur selbstverständlich, dass "wir uns mit einer hochanständigen Leistung" verabschieden wollen. Also kündigte der Auer Fußballlehrer wiederum "Courage" und "den Weg nach vorne" an und betonte, man wolle "unter allen Umständen gewinnen." Jene Umstände allerdings sind ziemlich herausfordernd.

Zuvorderst wird sich Dirk Schuster noch etwas gedulden müssen, wen er letztendlich auf den Rasen schicken kann. Kapitän Martin Männels Saison war bereits zuvor beendet (Schulterverletzung). Hinzu kommen nun die Sperren von Toptorschütze Dimitrij Nazarov (10 Treffer, 5. Gelbe) und Defensivmann Louis Samson (Gelb-Rot). Darüber hinaus blieb aus der Bochum-Partie "noch das ein oder andere Wehwechen" über. "Wir sind gezwungen, noch abzuwarten."

Schuster: "Wissen, was auf uns zurollen kann"

v.l. Marvin Duksch Hannover 96, Edgar Prib Hannover 96 beim Torjubel zum 1:2.
Zwölf Tore und acht Vorlagen in 26 Saisoneinsätzen - Marvin Duksch (li.) ist Hannovers Topscorer. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Dann ist da ja noch der ambitionierte Kontrahent aus der niedersächsischen Landeshauptstadt, "der in den letzten Wochen sehr gut performt hat", ergänzte Schuster. Dem eigenen Anspruch des direkten Wiederaufstiegs konnten die "Roten" zwar von Saisonbeginn nie gerecht werden – unter Cheftrainer Kenan Kocak, der Mitte November 2019 von Mirko Slomka übernommen hatte, wuchs die Mannschaft nach Anlaufschwierigkeiten gerade in jüngster Zeit spürbar zusammen.

Von neun Partien seit Anfang März gewann der Bundesliga-Absteiger sechs. Hannover – derzeit geteilter Sechster mit Bochum – kann die Spielzeit noch auf Rang fünf abschließen. "Da ist sehr viel Potenzial drin", meinte Dirk Schuster anerkennend. "Wenn man allein die Sturmreihe sieht mit Duksch, Guidetti, Teuchert und Weydandt. Das sind für mich Bundesliga-Stürmer. Da wissen wir, was auf uns zurollen könnte."

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mhe

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 21. Juni 2020 | 15:35 Uhr

2 Kommentare

Schachter vor 2 Wochen

Ich hoffe, unsere Truppe reißt sich noch mal zusammen und holt noch den ein oder anderen Punkt. Das geht aber nur mit Leidenschaft und Kampfkraft und muss auch ohne Zuschauer möglich sein.
Zeigt`s den Niedersachsen!
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Glück auf!

Ronald A. vor 2 Wochen

Liebe Redaktion,
Es wird die 5. Saison in Serie sein, nicht die 4.