Fußball | Relegation zur 2. Bundesliga Mehr Offensive wagen: Dynamo vor dem Showdown gegen den 1. FC Kaiserslautern

Rückspiel

Das 0:0 zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Dynamo Dresden war nicht mehr als ein Vorspiel. Der Kampf um die Zweitliga-Zugehörigkeit entscheidet sich beim Rückspiel am Dienstag (20:30 Uhr/Live-Ticker und Audiostream in der SpiO-App) im Harbig-Stadion.

Dynamo Dresden 1 min
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Showdown in Sachsen: Nach dem 0:0 zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Dynamo Dresden im Relegations-Hinspiel auf dem Betzenberg steht den Traditionsklubs im Rückspiel ein echtes Finale bevor. Vor dem Kampf um den letzten freien Platz in der 2. Fußball-Bundesliga steigt in beiden Lagern die Fieberkurve.

Dynamo Dresden baut auf die Unterstützung der Zuschauer im heimischen Rudolf-Harbig-Stadion. "Die Stimmung wird überragend sein, die Fans werden uns nach vorne peitschen", sagte Trainer Guerino Capretti am Montag. Die Mannschaft werde "eine laute, geile Atmosphäre vorfinden, das brauchen die Jungs. Nur gemeinsam werden wir das schaffen." Nach dem 0:0 im Hinspiel brauchen die Dresdner, die in diesem Jahr als einziges deutsches Profiteam noch kein Pflichtspiel gewonnen haben, einen Sieg zum Klassenerhalt. Mit Blick auf das torlose Remis forderte der Dynamo-Coach daher "mehr Mut in den Offensivaktionen" von seiner Mannschaft. Das Ziel sei, mehr Torchancen zu kreieren: "Die Zuschauer werden sehen, dass wir gewillt sind, ein größeres Risiko zu gehen."

Guerino Capretti, Trainer Dynamo Dresden 1 min
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Optimismus bei Will und Akoto

Personell sieht es ganz gut aus. Nur die Langzeitverletzten Patrick Wiegers, Sebastian Mai, Adrian Fein und Luca Herrmann fallen aus. Auch bei den angeschlagenen Michael Akoto (Schlag auf den Fuß) und Paul Will (Schädel-Hirn-Trauma) ist Capretti zuversichtlich, dass sie dabei sein können. Eine Option für die Startelf stellt aber auch Ex-Kapitän Yannick Stark dar, der nach seiner Einwechslung infolge der Will-Verletzung sofort da war.

Paul Will von Dynamo Dresden muss beim Relegationshinspiel in Kaiserslautern verletzt vom Platz
Paul Will (2. v. re.) Bildrechte: IMAGO / Rene Schulz

Schuster: "50:50-Situation"

"Natürlich ist es ein Endspiel. Es ist eine Fifty-Fifty-Situation. Beide Mannschaften sind in der Verlosung dabei", sagte FCK-Trainer Dirk Schuster mit Blick auf die Partie am Dienstag: "Es ist überhaupt nichts passiert. Wir können mit dem 0:0 wunderbar leben und fahren mit breiter Brust nach Dresden. Wir sind gut gewappnet und optimistisch. Warum sollten wir dort nicht gewinnen?"

Dirk Schuster
Kaiserslauterns Trainer Dirk Schuster Bildrechte: IMAGO/Eibner

Nach dem Hinspiel stellt sich allerdings die Frage, ob überhaupt ein Team bereit für den Sieg ist. Schließlich konnten sich weder der Drittliga-Dritte bei der Premiere seines neuen Trainers noch der Zweitliga-Drittletzte echte Torchancen erarbeiten. Die Partie vor 46.895 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion war trotz der elektrisierenden Atmosphäre ein ganz schöner K(r)ampf.

"Gehen mit einem positiven Gefühl in das Endspiel"

"Es war kein Leckerbissen", gab Dresdens Chris Löwe, der früher in Diensten des FCK stand, unumwunden zu. Für seinen Trainer gab es eine einfache Erklärung für die verbissen geführte Begegnung ohne Höhepunkte. "Man sieht eben, was auf dem Spiel steht", äußerte Guerino Capretti: "Aber ich bin mit der Ausgangslage zufrieden. Wir gehen mit einem positiven Gefühl in das Endspiel, werden uns steigern - und gewinnen."

Guerino Capretti 1 min
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Löwe und Knipping setzen auf Heimatmosphäre

Löwe ist sich dennoch sicher, dass diese Negativserie am Dienstag reißt. "Das wird ein Hexenkessel", versprach der Routinier: "Wir haben gesehen, dass wir Lautern komplett limitieren können. Wir brauchen keine Angst zu haben." Ähnlich sieht es Verteidiger Tim Knipping: "Bei uns zu Hause wird es richtig brennen. Am Dienstag geht der eine Ball für uns rein - und wir machen den Deckel drauf."

K'lautern will nach vier Jahren raus aus Liga drei

Denselben Plan verfolgt der viermalige Meister aus der Pfalz. Die Roten Teufel wollen nach vier Jahren raus aus der ungeliebten 3. Liga, um sich das finanzielle Plus im zweistelligen Millionenbereich zu sichern.

"Es geht um sehr viel", sagte Geschäftsführer Thomas Hengen, der nach dem verspielten direkten Aufstieg den bisherigen Trainer Marco Antwerpen durch Schuster ersetzt hatte: "Wir werden uns etwas einfallen lassen, um dem Gegner wehzutun."

Hinspiel: Positives Fazit der Polizei

Einen echten Gewinner gab es am Freitag übrigens doch. Das Polizeipräsidium Westpfalz konnte ein weitgehend positives Fazit nach der als "Hochrisikospiel" eingestufte Partie ziehen: "Es gab für die Einsatzkräfte verhältnismäßig wenig Anlässe, um einzuschreiten."

sid/dpa/cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 24. Mai 2022 | 21:45 Uhr

39 Kommentare

Gerd Mueller vor 5 Wochen

T.Body hatte seine Möglichkeiten nicht genutzt. Das sichere und Fans wie Mannschaft beruhigende 2:0 am Fuß, vergab er wieder mal sicher geglaubte Entscheidung. Die Tore ballerten andere. Dynamo Fans zeichneten sich durch mächtig Lärm und Brandstifter aus. Sowas braucht weder 2. noch 3. Liga und DFB sollte solche temporär ausschließen.

HKS Dauerkarte vor 5 Wochen

Hier kämpft Not gegen Elend. Ich vermeide bewusst das Wort "spielt". Nichts los auf der Tribüne, viel Theaterpublikum, immer das selbe Lied. Voll langweilig....

Dreibeiner vor 5 Wochen

Ich hoffe der Schiri bleibt unparteiisch und macht nicht Dresden zum Sieger. Wünsche mir das faires Spiel stattfindet mit einem würdigen Sieger, dabei hoffe ich für Kaiserslautern.

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