Fußball | 3. Liga FCM bangt um Atik-Verbleib: "Noch ist die Zukunft ungewiss"

Der Klassenerhalt ist in trockenen Tüchern. Nun liegt das Augenmerk beim 1. FC Magdeburg auf der Kaderplanung für die kommende Saison. Eine Personalie sticht dabei besonders hervor.

FC Hansa Rostock vs. 1. FC Magdeburg - Torjubel 0:1 Torschuetze Baris Atik Magdeburg
Ein Verbleib von Magdeburgs Toptorschützen Baris Atik ist offen. Bildrechte: imago images/Eibner

Nach dem Klassenerhalt ist vor der neuen Saison. So ähnlich dürfte das Motto beim 1. FC Magdeburg dieser Tage lauten. Dank einer fabelhaften Serie von elf ungeschlagenen Partien in Folge, aus denen die Sachsen-Anhalter 29 von 33 möglichen Punkten holten, herrscht in puncto Ligaverbleib bereits Sicherheit. Nun richtet sich der Fokus auf die Kaderplanungen für die kommende Saison.

17 Verträge laufen im Sommer aus

Den Blau-Weißen droht ein großer personeller Umbruch. Der Transfer von Keeper Morten Behrens nach Darmstadt steht bereits fest. Darüber hinaus laufen im Sommer 17 Spielerverträge aus, darunter die von Leistungsträgern wie Alexander Bittroff, Dominik Ernst, Thore Jacobsen und auch Baris Atik. Besonders der 26-Jährige hatte in den vergangenen Wochen enormen Anteil an der Magdeburger Erfolgsserie. Im Winter als vereinsloser Spieler an die Elbe gekommen, hauchte Atik dem FCM vor allem in der Offensive wieder Leben ein und war an 15 der letzten 21 Treffer beteiligt.

Spieler des 1. FC Magdeburg jubeln
Gewohntes Bild in den vergangenen Wochen: Baris Atik in ausgelassener Feierstimmung mit seinen Teamkameraden. Bildrechte: imago images/Eibner

Atik betreibt Werbung in eigener Sache

Sportdirektor Otmar Schork machte zuletzt keinen Hehl daraus, dass man den quirligen Offensivakteur gerne über die Saison hinaus in den eigenen Reihen behalten möchte. "Wir werden alles dafür tun", bekräftige der 63-Jährige. Auch Atik selbst unterstrich nach dem jüngsten 3:2-Erfolg gegen Duisburg, bei dem er erneut als Torschütze glänzte, dass er sich im Verein wohl fühlt. Ein klares Bekenntnis zum FCM blieb aber aus. "Die Zukunft ist noch ungewiss. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass keine Vereine Interesse an mir haben. Aber es gibt noch keine endgültige Entscheidung."

"Jeder Fußballer mit 26 Jahren kann sich vorstellen, nach oben zu gehen"

Diese wollen die Verantwortlichen in den nächsten Wochen treffen. Zwar sei die "Option Magdeburg auf jeden Fall da", sagte Atik, aus seinem Wunsch, nach Stationen in Kaiserslautern, Darmstadt und Dresden wieder höherklassig zu spielen, machte er aber keinen Hehl. "Jeder Fußballer mit 26 Jahren kann sich vorstellen, nach oben zu gehen. Ich denke, dass mir das auch keiner übel nehmen kann." Bleibt der technisch versierte Rechtsfuß dem FCM dagegen weiter erhalten, dürfte dies auch als wichtiges Signal an seine Mitspieler verstanden werden.  

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jsc

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20 Kommentare

Thommi Tulpe vor 18 Wochen

Diese "Dämpfer", wie Du sagst: Das ist kein Phänomen beim FCM. Im Grunde trifft es jeden Verein, der zwar momentan gut spielt - aber eben (noch) nicht so gut, dass es für Höherklassiges reicht. In 41 Jahren habe ich viele gute, auch weniger gute Leute beim Club kommen und gehen gesehen. Und ich denke - das erwähnte ich bereits in einem anderen Kommentar: Wir werden auf O. S. und C. T. vertrauen können, dass beide über die Sachkenntnis und die Kontakte in die Profiszene verfügen, uns adäquaten Ersatz an die Elbe zu holen. Genauso denke ich, dass C. T. sich mit Blau-Weiß wieder für weit Höherklassiges empfehlen möchte. In diesem Sinn wird er versuchen, den FCM für die kommende Saison aufzustellen. Alles wird gut!

Thommi Tulpe vor 18 Wochen

Ich sage es mal so: Auch Blau-Weiß hatte schon einige "Ballkünstler", die zunächst niemand kannte, und welche sich durch ein "besonderes" Tor (ein gewisser Adolphus Ofodile z. B., dem sein Tor im Pokal-Spiel gegen die Bayern zu "Kopf" stieg) oder durch einige geniale Spiele (nennenswert wäre da ein Herr Kotuljac, der höherklassig auch in der Versenkung verschwandt) ins Rampenlicht stellten. Es nützt dann auch nichts, an "Dankbarkeit" zu appellieren. Fakt ist für mich: B. A. bekommt von einem anderen Verein 3 Euro (fiktive Zahl!) mehr Gehalt - er wird gehen. Egal, ob er beim neuen Arbeitgeber scheitert oder nicht. Nicht jeder denkt wie ein Christian Beck. "Beckus" lehnte seinerzeit ein HSV-Angebot ab, auch weil er beim Club seine Einsatzgarantie hatte. Ich vertraue voll und ganz unserem neuen Sportdirektor: Er hat die Erfahrung und sicher auch die nötigen Kontakte, für adäquaten Ersatz sorgen zu können. Im Endeffekt ist alles und jeder ersetzbar.

Thommi Tulpe vor 18 Wochen

Lol. Sicher wird M. K. mehr als ein Wort bei den Neueinkäufen mitreden müssen: Er ist es ja, der die "Kohle" für diese Neueinkäufe "locker machen" muss.