Fußball | 3. Liga "Müssen staatliche Maßnahmen in Anspruch nehmen" – Auch FCM stellt Antrag auf Kurzarbeit

Die Coronakrise macht auch dem 1. FC Magdeburg zu schaffen. Bei einem Saisonabbruch drohen dem Drittligisten Millionenverluste. Um den wirtschaftlichen Folgen entgegenzuwirken, wurde nun ein Antrag auf Kurzarbeit gestellt.

Geschäftsführer Mario Kallnik 1. FC Magdeburg
Bildrechte: imago images/Picture Point

Die Sportwelt steht still – auch beim FC Magdeburg. Das Training wurde eingestellt und die meisten Mitarbeiter befinden sich wegen der Coronakrise im Home-Office. Nachdem der Ligabetrieb bis einschließlich 30. April ausgesetzt wurde, steht der FCM wie fast alle Vereine vor unsicheren Zeiten.

"Wie viele andere Unternehmen und Vereine der Region sind auch wir in dieser sehr schwierigen Situation von der Existenz bedroht", äußerte FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik am Dienstag (24. März) in der "Volksstimme" seine Bedenken: "Deshalb müssen wir nun auch die staatlichen Maßnahmen in Anspruch nehmen".

Stadion des 1. FC Magdeburg e. V.
Die Getec-Arena muss derzeit leer bleiben. Bildrechte: imago/Hans Blossey

Kallnik: "Im schlechtesten Fall droht uns ein Verlust von 2,6 Millionen Euro"

Staatlichen Maßnahmen bedeuten in diesem Zusammenhang die Beantragung von Kurzarbeitergeld. Damit könnten die Magdeburger zumindest einen Teil des drohenden Verlustes bei einem möglichen Saisonabbruch abfangen. Die finanziellen Einbußen hätten es schließlich in sich, wie Kallnik verriet: "Im schlechtesten Fall droht uns für den Fall, dass die Saison nicht zu Ende gespielt wird, ein Verlust in Höhe von 2,6 Millionen Euro."

Zwar hat der FCM in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und ein Eigenkapital in Höhe von 3,3 Millionen Euro aufgebaut, dieses könnte jedoch durch fehlende Zuschauer- und Werbeeinnahmen innerhalb kürzester Zeit komplett aufgebraucht sein: "Die Krise trifft uns hart. Sollte sie weit über den Juni hinaus gehen, wäre unsere Existenz gefährdet". Nicht nur deshalb hält der FCM-Boss eine Annullierung der Saison "am sinnvollsten", sollte selbst im Mai nicht gespielt werden können. 

Auch FSV Zwickau, Hallescher FC und Chemnitzer FC beantragen Kurzarbeit

Nun also Kurzarbeit. Vereine wie der 1. FC Kaiserslautern, der FSV Zwickau, der Hallesche FC oder der Chemnitzer FC sind diesen Schritt bereits in den letzten Tagen gegangen. Dabei übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausfallenden Nettolohns.

Das Kurzarbeitergeld würde damit beim FCM für alle Spieler und Geschäftsstellenmitarbeiter gelten, die momentan nicht wie gewohnt ihrer Arbeit nachgehen können. Ob die Saison in der 3. Liga überhaupt zu Ende gespielt werden kann, ist derzeit noch völlig offen. Ein geregelter Spielbetrieb mit Zuschauern scheint – Stand jetzt – in den nächsten Monaten aber nahezu ausgeschlossen.

---
jsc

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 24. März 2020 | 17:45 Uhr