Fußball | 3. Liga Eklat im FCM-Spiel: Morddrohung von Bouhaddouz? Duisburg dementiert

Der Magdeburger Express rollt unvermindert weiter. Seit elf Spielen sind die Blau-Weißen ungeschlagen, am Sonnabend wurde der MSV Duisburg mit 3:2 besiegt. Die Freude wäre vollkommen, wenn es nicht kurz vor der Pause zum Eklat zwischen Magdeburgs Alexander Bittroff und Duisburgs Aziz Bouhaddouz gekommen wäre. Beleidigung und Morddrohung stehen im Raum. Mittlerweile hat der MSV dementiert und erwägt rechtliche Schritte.

Aziz Bouhaddouz (MSV Duisburg) bekommt die gelbe Karte
Aziz Bouhaddouz sieht von Schiedsrichter Tom Bauer die gelbe Karte. Bildrechte: IMAGO / Eibner

1. FC Magdeburg gegen den MSV Duisburg am Samstagnachmittag (8. Mai). Bei einem Wortgefecht kochten die Emotionen hoch, schließlich steht Aussage gegen Aussage. Was war passiert? Alexander Bittroff soll auf die Mutter von Aziz Bouhaddouz angespielt haben, die bereits gestorben ist. "Meine tote Mutter ist beleidigt worden", so die Aussage von Bouhaddouz, der als Reaktion Bittroff angeblich eine Morddrohung hinterherschickte: "Den töte ich" - so haben es Augenzeugen auf der Stadion-Tribüne gehört. Während Bittroff ohne Karte davon kam, sah Bouhaddouz von Schiedsrichter Tom Bauer, der die Szene offenbar nicht genau mitbekommen hatte, Gelb. MSV-Trainer Pavel Dotchev ließ den 34-Jährigen daraufhin gleich in der Kabine.

MSV-Coach Dotchev: "Ich kann das jetzt nicht vor der Kamera sagen"

Nach der Partie sagte Dotchev dem MDR: "Ich habe ihn deshalb in der Halbzeit rausgenommen, da er so emotional aufgeladen und deshalb rotgefährdet war. Er hatte Tränen in den Augen gehabt." Zur Szene selbst äußerte sich der MSV-Coach auch: "Ich weiß ganz genau, was gesagt worden ist, aber ich kann das jetzt nicht vor der Kamera sagen. Da müssen sie den Spieler Bittroff selber fragen, das kann er ihnen dann selber erklären."

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FCM Duisburg Dotchev Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

FCM-Trainer Titz: "Danach gehen wir zu den Leuten hin und geben uns die Hand"

Nach dem Trashtalk forderten die Magdeburger mehr als nur eine gelbe Karte für Bouhaddouz. Doch es blieb dabei und FCM-Trainer Christian Titz versuchte vor dem MDR-Mikrofon die Wogen zu glätten. "Ich habe die Szene erlebt, dass zwei Spieler ein Wortgefecht geführt haben, was im Fußball mal vorkommt. Dann hat es sich kurz hochstilisiert. Mit der Halbzeit war es dann für mich auch erledigt. Danach gehen wir zu den Leuten hin und geben uns die Hand. Und das haben wir gemacht."

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FCM Duisburg Titz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Duisburg dementiert und prüft rechtliche Schritte

Mittlerweile hat der MSV Duisburg die Aussage von Aziz Bouhaddouz dementiert. "Ein solcher Satz ist nie gefallen", stellten die Duisburger in einer veröffentlichten Stellungnahme klar. Auch Bouhaddouz selbst beteuerte: "So etwas habe und hätte ich nie gesagt". Der MSV wehrt sich daher gemeinsam mit seinem Spieler "auf das Entschiedenste gegen diese infame Unterstellung" und prüft nunmehr rechtliche Schritte, "denn hier soll offenbar das Opfer zum Täter gemacht werden".

Meinungsverschiedenheit zwischen Alexander Bittroff und Aziz Bouhaddouz, 2015
März 2015 : Im Zweitliga-Spiel waren Alexander Bittroff (FSV Frankfurt) und Aziz Bouhaddouz (SV Sandhausen) schon einmal im Clinch. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Eibner

jmd/pm

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 09. Mai 2021 | 14:00 Uhr