Fußball | 3. Liga Sieg im Prestigederby - FSV Zwickau verschärft Auer Krise

8. Spieltag

Schwere Zeiten für den FC Erzgebirge Aue: Der FSV Zwickau wollte im Prestigederby den Sieg, holte ihn auch und gewann mit 1:0. Der unbedingte Wille der "Veilchen", hier etwas zu reißen, fehlte ganz einfach.

Johan Gómez (FSV Zwickau) 1 min
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So 11.09.2022 16:48Uhr 00:47 min

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Aues Trainer Timo Rost nahm im Vergleich zum Spiel in Essen (1:2) drei Wechsel vor. Tim Danhof, Dimitrij Nazarov und Boris Tashchy begannen für Steffen Nkansah, den verletzten Marvin Stefaniak und Lenn Jastremski. Dagegen vertraute Zwickaus Coach Joe Enochs nach dem 0:0 gegen Viktoria Köln seiner Startelf und baute das Team nicht um.

Tor für Zwickau, Johan Gomez 18, Zwickau trifft zum 0:1 gegen Torwart Philipp Klewin
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Gäste gehen in Führung

Beeindruckende Choreo der Auer Fans, Nebelschwaden auf beiden Seiten, und dann ging’s im Erzgebirgsstadion los. Den ersten nennenswerten Akzent setzten die Auer in der neunten Minute: Dimitrij Nazarov drückte aus der Distanz ab und bereitete damit FSV-Keeper Max Sprang ein leichtes Problem, der nach vorn abprallen ließ. Danach übernahmen die Zwickauer immer mehr die Initiative, was in der 14. Minute Früchte trug – Johan Gomez war im Nachsetzen zur Stelle und erzielte die Führung für die Zwickauer.

Riesenjubel natürlich im Zwickauer Block und auch beim Torschützen, der zum Aue-Block lief und provozierte. Das geht überhaupt nicht, sah auch Bundesliga-Schiedsrichter Deniz Aytekin so und zeigte dem 21-jährigen US-Boy die gelbe Karte. Die "Veilchen" hatten vier Minuten später fast die richtige Antwort parat. Nach der Hereingabe von Anthony Barylla versenkte Nazarov das Leder in den Maschen. Der Treffer zählte aber nicht – der FCE-Kapitän stand knapp im Abseits. Das war es dann aber auch an Herrlichkeit für die Auer, Zwickau brachte die knappe Führung ohne Probleme in die Kabine.

Davy Frick vs. Dmitri Nazarov
Dimitrij Nazarov (vorn) und Co. fanden keine Mittel, um die Zwickauer Abwehr um Routinier Davy Frick aus den Angeln zu heben. Bildrechte: IMAGO/Jan Huebner

Aue ohne Biss – Zwickau mit der Chance aufs 2:0

FCE-Trainer Timo Rost nahm zur Halbzeit zwei Wechsel vor und wechselte Antonio Jonjic und Lenn Jastremski für Nico Gorzel und Barylla; gebracht hat es nichts. Der große Sturmlauf der Lila-Weißen nach dem Wechsel blieb aus. Zwar hatten die Hausherren eine geraume Zeit mehr Ballbesitz, brachten jedoch kaum Zwingendes zustande.

In der 74. Minute hätte Zwickau endgültig alles klar machen können, aber der gerade eingewechselte Can Coskun setzte den Ball völlig freistehend neben den Kasten. In der Folge gingen die Gäste noch "gnädig" mit den Hausherren um und versemmelten einige gute Chancen. Siehe Leonhard von Schrötter (86.), der das Leder über den Auer Kasten setzte. Nachdem Bengalos aufs Feld flogen, beendete Schiri Aytekin überpünktlich die Partie. Die Zwickauer Spieler eilten zu ihren Fans, die Auer Akteure verkrümelten sich sofort und verschwanden in den Katakomben. Auf den Tabellelletzten mit Trainer Rost kommen ganz schwere Zeiten zu.

Das sagten die Trainer:

Joe Enochs (FSV Zwickau): "Wir freuen uns riesig, dass wir das Spiel gewinnen konnten. Wir hatten ein Spiel auf Augenhöhe erwartet. Wir wollten gut stehen und wenige Torchancen zulassen. Unsere große Stärke ist, wenn wir die Flanken reinbringen. In der 14. Minute lauerte Johan Gomez auf den Ball und machte ihn rein. Ich habe mit Gomez nach dem Tor gesprochen, dass es keine Art ist, zu den gegnerischen Fans zu laufen. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Das 1:0 hat uns natürlich Rückenwind gegeben. Hinten raus hätte es uns mehr Ruhe gegeben, wenn wir das 2:0 gemacht hätten."

Aue-Trainer Timo Rost 7 min
Aue-Trainer Timo Rost Bildrechte: MDR
7 min

So 11.09.2022 17:11Uhr 06:32 min

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Timo Rost (FC Erzgebirge Aue): "Ich bin so kurz nach dem Spiel sehr enttäuscht, sehr enttäuscht von meiner Mannschaft über ihren Auftritt. Wir hatten eine unglaubliche gute Trainingswoche. Wenn dann der Schiri anpfeift, erkennst du davon nichts mehr. Das geht so nicht. Von der ersten bis zur letzten Minute haben uns unsere Fans unterstützt, und dann legst du so einen Auftritt hin. Die Zwickauer waren immer einen Schritt schneller und gehen auch verdient in Führung. Wir hatten heute nicht die Durchschlagskraft und verlieren dann das Derby."

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jmd

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 11. September 2022 | 16:00 Uhr

151 Kommentare

KarlChemnitz vor 19 Wochen

Ich bin immer noch fassungslos darüber, wie selbstverständlich vor den Augen aller, Hass und Gewalt bei einem Fußballspiel geduldet werden. Die unzähligen netten Bitten des Stadionsprechers doch bitte das Werfen von Pyrotechnik zu unterlassen (natürlich jedes Mal mit einem Dank am Ende der Ansage) grenzen schon ein wenig an Kabarett.

MDR-Team vor 19 Wochen

Hallo Sachsenrings Spielfreude! Die Ermittlungen zu den Vorgängen in Aue laufen. Der MDR bleibt an dem Thema dran, auch unter Berücksichtigung Ihrer Hinweise. Vielen Dank dafür und einen angenehmen Tag, Ihre MDR.de-Redaktion

Sachsenrings Spielfreude vor 19 Wochen

Frage an den MDR:

Ist es nicht im öffentlichen Interesse zu recherchieren, warum die vorhandene Polizei im Stadion–Innenbereich nicht Willens ist Spieler, Reporter und andere Personen vor Gewaltübergriffen zu schützen und sofort die Personalien festzustellen.
Diese Unterlassungen stellen zumindest eine Strafttat–Begünstigung dar!

Hier sollte zumindest herausgestellt werden das die Polizei per Gesetz das Gewaltmonopol hat, entsprechende Schutzbekleidung trägt,– aber nicht aktiv wird.
Stattdessen greifen völlig Ungeschütze wie Martin Männel oder Joe Enochs mit Zivilcourage ein um Eskalationen zu verhindern!
Welche Erklärung hätte die Polizei abgegeben, – wenn der Chaot der J. Gomez angreift, bewaffnet gewesen und es zu Körperverletzungen gekommen wäre?

Diesen Fragen sollte ein Sender des öffentlichen Rechts nachgehen, – da hier offensichtlich Exekutive versagen, – was das für die Sicherheit jedes einzelnen Bürgers bedeutet brauche ich wohl nicht weiter zu erläutern.

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