Fußball | 3. Liga Magdeburg putzt das nächste Top-Team und gewinnt in Rostock

31. Spieltag

Der 1. FC Magdeburg ist so richtig auf den Geschmack gekommen. Nach dem Sieg gegen Ingolstadt putzte der FCM mit Hansa Rostock das nächste Team der Spitzenklasse. Der 2:0-Sieg im Ostseestadion war verdient und beendete eine lange Negativ-Serie. Zuletzt hatten die Magdeburger 1978 in Rostock einen Auswärtssieg gelandet.

Ein Fußballer schießt aufs Tor. 22 min
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Sport im Osten Sa 10.04.2021 16:00Uhr 22:14 min

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Trainer Jens Härtel nahm bei den Gastgebern gegenüber dem Spiel in Dresden (0:0) zwei Veränderungen in der Startelf vor. Für den gelbgesperrten Simon Rhein brachte er Björn Rother, der im Sommer vom FCM zu den Hanseaten kam. Zudem spielte Philipp Türpitz für Manuel Farrona Pulido, der auf der Bank Platz nahm. Bei den Magdeburgern wechselte Coach Christian Titz nach dem 2:0 gegen Aufstiegsaspirant Ingolstadt einmal und brachte Henry Rorig von Anfang  an für Sebastian Jakubiak (Reservebank).

Traumpass und Atik vollendet

Die Magdeburger ließen sich von den Rostockern nicht beeindrucken und begannen stark. Der FCM hatte mehr Balbesitz, die Hanseaten ließen den Gästen viel Raum und setzten ihr Pressing erst an der Mittellinie an. Und Magdeburg im Vorwärtsgang wurde in der 25. Minute mit der Führung belohnt. Andreas Müller spielte einen feinen Pass genau in die Nahtstelle, Julian Riedel konnte Baris Atik nicht folgen und der FCM- Angreifer vollendete überlegt zum 1:0.

Adrian Malachowski, 1.FC Magdeburg und John Verhoek, Hansa Rostock, im Zweikampf
Magdeburgs Adrian Malachowski und FCH-Stürmer John Verhoek im Zweikampf. Bildrechte: imago images/Fotostand

Der knappe Vorsprung verlieh den Magdeburgern Sicherheit, obwohl nunmehr die Hanseaten in den letzten 15 Minuten der ersten Hälfte besser ins Spiel kamen. John Verhoek (33.) bekam zunächst das Leder nicht am glänzend reagierenden FCM-Schlussmann Morten Behrens vorbei. Sekunden vor der Pause brannte es dann doch noch einmal lichterloh beim FCM. Erste rettet Behrens nach einem Aufsetzer von Pascal Breier, danach knallte Bentley Baxter Bahn die Kugel ans Alu. Durchatmen aus Gäste-Sicht. Mit dem knappen 1:0 für das Titz-Team ging es in die Kabinen.

v.l. Bentley Baxter Bahn (Hansa Rostock, 8) schiesst an den Pfosten
Rostocks entley Baxter Bahn trifft nur den Pfosten. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

Entscheidung Sekunden vor Ultimo

Rostock hatte natürlich Qualitäten, doch Magdeburg ließ sich auch in der zweiten Hälfte nicht beirren. Fast hätte es in der 58. Minute mit dem 2:0 geklappt, doch der eingewechselte Sirlord Conteh, zuvor mit einem feinen Zuspiel von Atik auf die Reise geschickt, scheiterte an Rostocks Torwart Markus Kolke. Rostock wurde aggressiver. Hier als Verlierer vom Platz zu gehen, wollte das Team von Ex-FCM-Coach Härtel nicht hinnehmen. In der 67. Minute verhinderte Magdeburgs A. Müller per Kopf auf der Linie das "todsichere" 1:1. Aber, drin war die Kugel eben nicht.

Dafür setzte der FCM Sekunden vor Ultimo noch einen drauf. Nach Foul an Dominik Ernst zeigt Referee Sven Jablonski auf den Strafstoß-Punkt. Sören Bertram schritt zur Tat, schickte Kolke in die andere Ecke und traf zum 2:0. Der erste Auswärtssieg der Magdeburger in Rostock seit 1978 war perfekt.

Jakubiak verletzt

Einen Wermutstropfen hatten die Magdeburger noch zu schlucken. Sebastian Jakubiak, der in der 88. Minute für Kai Brünker gekommen war, verletzte sich ohne Fremdeinwirkung offenbar an der Achillessehne und musste kurz danach wieder vom Platz. Eine Untersuchung wird Genaues ergeben.

Feuriger Empfang am Abend

Bei der Rückkehr nach Magdeburg wurde die Mannschaft gegen 21:30 Uhr von rund 200 Fans empfangen. Mit Gesang, aber auch jeder Menge Feuerwerk wurden die Hansa-Bezwinger zu Hause willkommen geheißen. Einen direkten Kontakt zwischen den Anhängern, die die Corona-Regeln nicht durchgängig beachteten, und der Mannschaft gab es aber nicht. Stattdessen zeigte sich die maskierten und auf Abstand achtenden Spieler erst, als der Bus auf einen abgetrennten Bereich am Stadion parkte. FCM-Kapitän Tobias Müller nannte den Empfang "sensationell. Das spornt uns sehr an."

Das sagten die Trainer:

Christian Titz (Trainer 1. FC Magdeburg)
FCM-Trainer Christian Titz. (Archiv) Bildrechte: imago images/Eibner

Christian Titz (1. FC Magdeburg): "Wir haben mit dem Ball sehr gut gespielt und das Spiel kontrolliert. Das war unser Ziel, dass wir in die Tiefe stoßen und den Gegner herausziehen. Nach dem 1:0 kam dann einen Phase, in der wir als Mannschaft gefragt waren. Da hatte Rostock auch eine gute Einschussmöglichkeit. Über das Spiel hinweg haben wir aber sehr diszipliniert verteidigt, höchstens Standardsituationen haben uns etwas in Schwierigkeiten gebracht. Insgesamt war es eine kompakte Mannschaftsleistung von uns."  

Spielerkreis mit Trainer Jens Härtel
Spielerkreis mit FCM-Coach Jens Härtel. (Archiv) Bildrechte: imago images/Picture Point

Jens Härtel (FC Hansa Rostock): "Ich glaube, dass wir katastrophale 25 Minuten gespielt haben, wo wir gar nicht ins Spiel gekommen sind. Dann kriegen wir das Gegentor. Danach haben wir eine Reaktion gezeigt und aus meiner Sicht die klar besseren Chancen. Es gab ein paar zweifelhafte Sachen gegen uns, wie zum Beispiel der Elfer, der allerdings nicht spielentscheidend war. Dennoch, Magdeburg hat das schon gut gemacht. Wir müssen das Spiel aufarbeiten, um schnell wieder in die Spur zu kommen."  

jmd

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FCM Duisburg Titz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 10. April 2021 | 14:00 Uhr

132 Kommentare

Maza vor 4 Wochen

Also ich finde,deine Kommentare sachlich und gut zusammengefasst. ( und nicht nur in diesem Forum) Hat glaub ich auch mit Sachverstand und gewisser persönlicher Reife zu tun. Hoffe wir zwei bleiben beim " du". Kann mich auch nicht dran erinnern, dass ich im Stadion jemanden mal mit "sie" angeredet habe. Obwohl in der Brausearena wird es wohl so sein.

Maza vor 4 Wochen

Und bei uns vielleicht zu einem Aufstiegsplatz .... naja ein bisschen Spass muss auch sein,bei den bescheidenen Tabellenplätzen . Angenehme Woche an alle!!

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FCMfox vor 4 Wochen

Genau so war das!!! Zwischen Andreas Petersen und MK gab es keine echten Probleme. Als Trainer war er trotz einiger Eigenarten damals genau der richtige.