Fußball | 3. Liga 1. FC Magdeburg kassiert bittere Unterzahl-Pleite in Ingolstadt

11. Spieltag

Die Mini-Serie des 1. FC Magdeburg nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen ist denkbar unglücklich gerissen. Beim neuen Tabellenzweiten FC Ingolstadt verlor die durch den frühen Platzverweis von Startelf-Comebacker Jürgen Gjasula über 65 Minuten in Unterzahl agierende Hoßmang-Elf durch ein bitteres Eigentor kurz vor Schluss noch mit 0:1 (0:0).

FCM 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

So 22.11.2020 16:56Uhr 00:39 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-467520.html

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Aufhorchen ließ FCM-Cheftrainer Thomas Hoßmang in seiner auf drei Positionen veränderten Startelf vor allem mit der Rückkehr des zwischenzeitlich suspendierten Jürgen Gjasula. Der ebenfalls erst jüngst rehabilitierte Sören Bertram stand dagegen nicht im Kader. Kapitän Christian Beck schmorte zum dritten Mal in Serie zu Beginn auf der Bank.

Kath auffällig / Pech für Gjasula

Routinier Gjasula sollte mehr Präsenz ins Zentrum und Qualität in den Spielaufbau der Elbestädter bringen. Das ließ sich auch sichtbar gut an. Magdeburg war gut drin in der Partie und gegen die heimstarken Ingolstädter (vier Siege aus fünf Spielen) auch offensiv druckvoller. Dabei spielte sich wiederholt der ebenfalls neu ins Team gerückte Florian Kath in den Vordergrund. Zunächst wehrte FCI-Keeper Fabijan Buntic Kaths Versuch aus 17 Metern zur Seite ab, dann verkürzte er wiederum gegen Kath nach Luka Sliskovic' gutem Zuspiel geschickt den Winkel (13./15.).

Juergen Gjasula 1.FC Magdeburg bekommt die gelb/rote Karte
Jürgen Gjasula kann es nicht fassen – Schiri Lars Erbst stellt den Magdeburger vom Platz. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Die "Schanzer" taten sich schwer – allerdings wurde die Szenerie nur zehn Minuten darauf auf den Kopf gestellt. Binnen kaum 180 Sekunden kam Gjasula zweimal zu spät in den Zweikampf und wurde direkt mit Gelb-Rot vom Platz gestellt (25.). Eine äußert harte Entscheidung von Schiedsrichter Lars Erbst. Ingolstadt half das zunächst nicht. Im Gegenteil. Buntic musste Thore Jacobsens Versuch aus 22 Metern unter sich begraben (41.).

Burger bekommt den Ball ans Knie

Erst nach Wiederanpfiff ergriffen die Gastgeber die Initiative – allerdings ohne die bestens organisierte Magdeburger Defensive zu erschrecken. Erst bei Caniggia Elvas kunstvollem Drehschuss aus 30 Metern, der vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang, brauchten sie Glück (68.). Das war der Weckruf für den bis dato wenig inspirierten FCI. FCM-Schlussmann Morten Behrens parierte stark gegen Marc Stendera und Filip Bilbija (69./71.), Innenverteidiger Tobias Müller blockte im letzten Moment gegen Elva (81.).

Dennis Eckert Ayensa (FC Ingolstadt) erziehlt das Tor zum 1:0. Morten Behrens (1.FC Magdeburg) kann nicht halten
Behrens pariert glänzend gegen Eckert Ayensa, doch einen Wimpernschlag später bekommt Burger den Abpraller ans Knie. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Für ein kleines Erfolgserlebnis sollte all das aber nicht reichen. Nach Behrens' Glanzparade gegen Joker Dennis Eckert Ayensas Abstauber prallte der Ball unglücklich vom Knie des direkt daneben stehenden Korbinian Burger über die Linie (85.). Weil Buntic auch Kai Brünkers anschließenden Kopfball aus dem Eck fischte (87.), blieb es bei der siebten Niederlage im elften Spiel des FCM.

Stimmen zum Spiel

FCM-Cheftrainer Thomas Hoßmang: "Am Ende stehen wir hier mit nix da, aber wir haben von der ersten Minute an Fußball gespielt, waren präsent, haben eine gute Mentalität ins Spiel gebracht und hatten bis zur 25. Minute auch gute Ballbesitzmomente. Vielleicht muss Gjasula da ein bisschen vorsichtiger sein, aber der Schiri hätte ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl zeigen müssen. Trotzdem hat die Mannschaft das Ding dann ordentlich verteidigt, sehr geschlossen agiert, sich immer wieder geholfen. Auch nach dem 0:1 sind wir noch mal aufgestanden. Den Kopfball von Brünker hält der Torwart gut."

FCM-Sportdirektor Otmar Schork (bei FCM-tv): "Wir sind maßlos enttäuscht, weil die Mannschaft einen richtig guten Auswärtskick geliefert hat. Wir waren selbstbewusst und haben insbsondere in den ersten 25 Minuten ein gutes Umschaltspiel gehabt und waren torgefährlich. Dann kam diese unglückliche gelb-rote Karte gegen Jürgen Gjasula, die in der Summe überzogen war. Es war sein zweites Foulspiel. Trotzdem hat es die Mannschaft auch in praktisch 70-minütiger Unterzahl gut gemacht. Die Niederlage ist bitter und mehr als unglücklich für uns, aber ein Stückweit auch der Überforderung des Schiedsrichters geschuldet. Man muss sich die Frage stellen, ob die 3. Liga die Spielwiese ist, um junge Schiedsrichter auszubilden."

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mhe

Videos und Audios zur 3. Liga

Ein Trainer nach dem Spiel im Interview
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Spieler nach dem Spiel im Interview
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 21. November 2020 | 19:30 Uhr

74 Kommentare

hettstedt vor 6 Tagen

Falsch.
Nicht Olli Leiste steht irgendwem nahe, sondern Daniel George.
Beide haben eine MZ Vergangenheit, daher bestehen ins HFC Umfeld mit Sicherheit bei beiden Kontakte.
George ist allerdings gebürtiger Magdeburger und hat damals schon gern gestichelt. (zu sehen bei youtube mit Christoph Karpe)
Leiste hat viele Jahre in Md gewohnt und auch im dortigen Umfeld Freundschaften geschlossen. Er bekommt es wesentlich objektiver hin in seiner Art.
George frühstückt die HFC Podcast am liebsten schnell ab, wohingegen die FCM Podcasts von viel mehr Interesse seinerseits begleitet werden.
Insgesamt aber trotzdem schön, überhaupt einen solchen "Service" zu bekommen. Von daher nochmal von hier aus, Danke dafür!

Nochmal kurz zum Spiel: Dumm gelaufen, wenn du unten stehst, verlierst halt solche Spiele des öfteren.
Es muss ausgemistet werden, sonst könnt ihr euch in Abstiegsburg umbennen und euch wieder dem Hauptgeschäft Handball widmen.

Thommi Tulpe vor 6 Tagen

Gute Saison - relativ. Ok, Chemie steht im vorderen Drittel der Tabelle. Angesichts des Abstandes zu Viktoria Berlin ist das obere Drittel aber eben auch nur Mittelmaß.

Stadtrand vor 6 Tagen

SLC sollte eigentlich stolz sein mal wieder eine Chance zu bekommen, wenn man dann aber gesehen hat, wie er nach dem Angriff lässig langsam zurück getrabt ist, wo das Unheil über seine Seite begann, dann kannst du solche Leute vergessen, die anderen haben sich den A.... aufgerissen, ich glaube sein Hemd brauchte nach dem Spiel nicht in die Wäsche.