Fußball | 3. Liga Unterzahl und Abschlusspech: Dynamo geht in Ingolstadt leer aus

7. Spieltag

Dynamo Dresden hat den nächsten Dämpfer hinnehmen müssen. Beim FC Ingolstadt unterlag die Mannschaft von Markus Kauczinski am Samstag mit 0:1 (0:1) und kassierte die dritte Saison-Niederlage. Dabei machte sich die SGD vor allem mit einem frühen Platzverweis das Leben schwer.

FC Ingolstadt - SG Dynamo Dresden 9 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Sa 24.10.2020 16:30Uhr 08:32 min

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Nach der Derby-Niederlage gegen den FSV Zwickau reagierte Dresdens Trainer Markus Kauczinski und stellte seine Mannschaft auf fünf Positionen um. Für Robin Becker, Paul Will, Patrick Weihrauch und Panagiotis Vlachodimos rückten Max Kulke, Julius Kade, Ransford Königsdörffer und Marvin Stefaniak in die Startformation. Den Ausfall von Chris Löwe sollte Jonathan Meier auf der linken Abwehrseite kompensieren.

Unterzahl nach fünf Minuten

Die Partie begann mit einem Schock für Dynamo. Nach einem schlampigen Pass von Keeper Kevin Broll konnte Max Kulke Ingolstadts Kapitän Stefan Kutschke nur noch mit einer Notbremse stoppen. Dresdens Verteidiger sah Rot und wurde vorzeitig zum Duschen geschickt (4.). Den fälligen Elfmeter verwandelte Kutschke sicher im rechten unteren Eck (5.). Der Schock saß tief, Dynamo war im Anschluss nur in der eigenen Hälfte beschäftigt. So zappelte der Ball nach knapp 20 Minuten erneut im Netz. Die Aktion wurde jedoch zu Recht abgepfiffen, da FCI-Angreifer Fath Kaya beim Abspiel im Abseits stand (21.).

Rote Karte für Max Kulke
Keine fünf Minuten waren gespielt, da wurde Dynamos Max Kulke schon vorzeitig zum Duschen geschickt. Bildrechte: imago images / Stefan Bösl

Auch in der Folge hatten die Elbestädter hinten alle Hände voll zu tun. Einen strammen Schuss von Ilmari Niskanen entschärfte Broll aber mit einem starken Reflex (28.). Offensiv präsentierte sich Dynamo harmlos, kaum ein Ball fand den Weg in die Spitze zu Philipp Hosiner. Kurz vor der Pause wurde Agyemang Diawusie von Königsdörffer mit einem schönen Pass noch einmal gefährlich in Szene gesetzt. Auf die Schwalbe des Dresdner Rechtsaußen fiel Schiedsrichter Martin Thomsen aber nicht rein (45+1.)

Dynamo im Abschlusspech

Zur zweiten Hälfte reagierte Kauczinski und brachte Christoph Daferner für den glücklosen Hosiner. Dennoch blieben die "Schanzer " zunächst weiter die spielbestimmende Mannschaft. Vor allem Kaya und Kutschke bereiteten der SGD-Defensive mit immer wieder schnell herausgespielten Aktionen Probleme. Nach über einer Stunde kamen die Dresdner aber besser in die Partie. Zuerst verzog Marvin Stefaniak aus aussichtsreicher Position (63.), im Anschluss ließ FCI-Keeper Fabijan Buntic einen hohen Ball durch die Hände flutschen, der nur knapp neben dem rechten Pfosten landete (66.).

Fatih Kaya (9, Ingolstadt) und Marvin Stefaniak (13, Dresden)
Marvin Stefaniak im Zweikampf mit Ingolstadts Fatih Kaya. Bildrechte: Picture Point

Plötzlich schnupperte Dynamo am Ausgleich. Nach 79. Minuten zirkelte Marvin Stefaniak einen Freistoß sehenswert über die Mauer. Ingolstadts Marcel Gaus konnte das Spielgerät per Kopf gerade noch vor der Linie klären. Kurz darauf hatten die Oberbayern wieder Glück, nachdem Michael Heinloth Stefaniak im Strafraum mit dem Arm im Gesicht traf. Der Elfmeterpfiff blieb aber aus (80.). In den letzten zehn Minuten warf Dynamo noch einmal alles nach vorne. Der Lucky Punch wollte aber nicht mehr gelingen.

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jsc

Stimmen zum Spiel

Markus Kauczinski (Trainer Dresden): "Wir sind richtig angepisst und haben uns nicht gut angestellt. Das Foul müssen wir auf unsere Kappe nehmen. Es war aber eine Aktion mit dem Fuß zum Ball, da gebe ich kein Rot. Am Ende ist es Pech, dass wir den Elfmeter nach dem Foul an Stefaniak nicht bekommen. Wir haben es trotz Unterzahl aber gut gemacht und sind durch zwei Entscheidungen des Schiedsrichters ins Hintertreffen geraten. Natürlich hat das zur Folge, dass man verliert und in der Tabelle abrutscht."

Thomas Oral (Trainer Ingolstadt): "Wir sind nach den drei Spielen in der englischen Woche zufrieden. Wir hatten ein schweres Auswärtsspiel in den Knochen und weniger Regenerationszeit als der Gegner. Nach dem 1:0 haben wir es natürlich verpasst nachzulegen. Wenn du den Gegner dann noch am Leben lässt, wird jedes Spiel eng. Man hat aber gemerkt, dass wir heute auf dem Anschlag gegangen sind. Die Elfmetersituation habe ich nicht gesehen, von daher kann ich dazu nichts sagen. Ich bin aber kein Freund davon, wenn man für eine Aktion doppelt bestraft wird."

Sebastian Mai (Dresden): "Das ist bodenlos bitter. Schlimmer kann es gar nicht kommen. Wir haben sehr viel draus gemacht und waren in den Zweikämpfen drin. Wir haben uns gepusht und gelebt. Das fand ich sehr beeindruckend. Es waren am Ende Kleinigkeiten. Ingolstadt hatte in der zweiten Halbzeit keine Chance mehr, weil wir aufopferungsvoll und gut trotz Unterzahl gespielt haben. Wir hätten uns belohnen müssen, weil wir am Ende klar besser waren."

Stefan Kutschke (Ingolstadt): "Ich werde mich hier jetzt nicht hinstellen und sagen, für mich ist es eine Riesenfreude gegen Dynamo getroffen zu haben. Es ist ein Tor, das jedem Spieler gut tut. Aber eine besondere Freude, dass es ausgerechnet gegen Dresden ist, ist es nicht. Dass es einen Kontakt bei dem Foul gab, ist zweifelsfrei. Die Kartenauslegung ist Schiedsrichtersache. Wir haben sieben von neun Punkten aus einer englischen Woche geholt. Wir sind in der Planung so drin, wie wir es uns vorgestellt haben."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. Oktober 2020 | 16:30 Uhr

92 Kommentare

wolle010 vor 33 Wochen

Hallo Hubert und Dynamokralle.
Ich denke auch, jetzt den Trainer zu feuern waere ein fataler Fehler. Hab auch grad so gedacht, unser sehr verehrter Walter F. , Sammer und andere haetten Dynamo niemals zu Meister und Pokalsieger formen koennen, wenn man damals auch schon die Trainer gewechselt haette wie Unterwaesche.
Im Uebrigen war m. M. nach mit den neuen Verpflichtungen die einmalige Chance da dem Preiskarussell endlich mal ein Ende zu setzen und den Spiess umzudrehen.
Sonst haben Clubs Spieler umworben, jetzt suchen Spieler Arbeit. Also da kann man handeln und sagen: du kriegst z. B. 2000 Gehalt und XY Erfolgspraemie. Der Spieler der das gemacht haette, wuerde sich auch echt den Ar*** fuer den Club aufreissen und nicht nur rumlabern. Aber alle Clubs haben diese Chance verpennt

Dynamokralle vor 33 Wochen

Danke, lieber Hubert. Wenn man mal zurück denkt, der Abwärtstrend begann doch schon unter UN. Dann haben es mit Walpurgis und Fielo die unterschiedlichsten Trainertypen mit genauso unterschiedlichen Konzepten versucht. Ergebnis bekannt. Mit MK schien der Passende gefunden, so wie er mit dem Team durch die extremen Monate im ersten Halbjahr marschiert ist und sich danach zum Verein bekannt hat, das war überzeugend. Denke, deshalb hat er Zeit und Chance verdient, den geeigneten Weg zum Erfolg in dieser Liga zu finden. Hat er, glaub ich, bei seinen vorherigen erfolgreichen Stationen auch gebraucht und bekommen. Dem zunehmenden Druck müsste er gewachsen sein, hoffentlich auch seine Mannen ringsum. Ist eben nur ärgerlich, wenn es einem durch äußere Einflüsse kaputt gemacht oder wieder aus der Hand genommen wird.
Grüße ins Erzgebirge, hab auch ne schöne Woche!

Zwei gekreuzte Haemmer vor 33 Wochen

Eine Schwalbe war das nicht, Kulke hat den schon getroffen. Und er kam von hinten, hatte also auch kaum ddie Chance, den Ball - und nur den Ball - zu spielen. Soweit ich das verstanden habe, hätte nur in dem Fall der Schiri die Chance gehabt, auf Rot zu verzichten.
Das Faul an Stefaniak war aus der Schiri-Position schwer zu sehen. Und bei der Fallsucht der Dynamos (insb. Diawusie), bekommt man dann auch in so einer Situatiion keinen Elfer. Also etwas weniger über den Schiri meckern und bissel mehr an den Passsicherheit - insbesondere ohne Bedrängnis - arbeiten, dann klappt es auch wieder mit Punkten