Fußball | 3. Liga Magdeburg lässt gegen die kleinen Bayern zwei Punkte liegen

34. Spieltag

Der 1. FC Magdeburg hat es beim 2:2 (2:0) gegen Bayern München II verpasst, drei wichtige Punkte im Abstiegskampf zu holen. Der FCM führte bis zur 86.
Minute klar, musste dann aber noch zwei späte Gegentore hinnehmen.

Thore Jacobsen gegen Nicolas Kühn
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Vor der Partie waren die Rollen klar verteilt. Auf der einen Seite die Magdeburger, die am Dienstag in Überzahl mit Ach und Krach einen Punkt in Halle geholt hatten und noch tief im Abstiegskampf stecken. Auf der anderen die kleinen Bayern, die durch ein 5:1 gegen Meppen unter der Woche die Tabellenführung errangen und nach der Corona-Pause noch ohne Niederlage sind.

Gjasula und Steiniger bringen FCM in Führung

Doch die Magdeburger begannen überraschend engagiert und hatten durch Konter über den schnellen Sirlord Conteh einige Halbchancen. Die erste Großchance gab es dann durch Bayerns Kwasi Okyere Wriedt, der beim Abschluss noch entscheidend von FCM-Keeper Morten Behrens gestört wurde (8.). Den Hausherren verhalf danach ein Handelfmeter zur Führung. Nach einer Ecke von Mario Kvesic war Wriedt der Ball an die Hand gesprungen, den fälligen Strafstoß verwandelte Jürgen Gjasula sicher, indem er Bayern-Schlussmann Ron-Thorben Hoffmann verlud (22.).

Die Elbestädter blieben gefährlich und schafften so kurz vor dem Pausenpfiff das 2:0. Kvesic hatte nach einem Konter auf Daniel Steininger geflankt und der ins lange Eck geköpft (44.). Der FCM überstand noch zwei Münchner Chancen und konnte sich so über eine überraschend klare Halbzeitführung freuen.

Magdeburg - Bayern II 11 min
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Bayern schießen zwei späte Tore

In der zweiten Hälfte zogen sich die Magdeburger weit zurück und lauerten nur noch auf Konter. Das wäre auch fast aufgegangen, Conteh wurde in der 47. Minute zu weit abgedrängt und musste so aus spitzem Winkel abschließen. Auf der Gegenseite knallte Malik Tillman den Ball von halbrechts an die Latte (51.). Eine Minute später hätte Conteh nach einem Konter eigentlich das 3:0 schießen müssen, schaufelte den Ball frei vor Hoffmann jedoch über Kasten (52.).

Bis in die Schlussphase rannten die Bayern an, kamen aber nicht durch die vielbeinige FCM-Abwehr. Ausgerechnet der Derbyheld gegen Halle, Julian Weigel, foulte dann nur eine Minute nach seiner Einwechslung Wriedt, der den Elfmeter selbst verwandelte (87.). Schon in der Nachspielzeit schafften die Münchner auch noch den Ausgleich, nachdem Timo Kern nach einer Ecke unbedrängt einschieben konnte. Danach zitterten die Magdeburger zumindest den Punktgewinn über die Zeit, insgesamt können sie mit dem Ergebnis natürlich nicht zufrieden sein.

Die Stimmen zum Spiel

Sebastian Hoeneß (Trainer Bayern): "Es war keine gute erste Halbzeit von uns. Wir haben trotzdem die Chance, mit 1:0 in Führung zu gehen, dann kann so ein Spiel auch anders laufen. Nach dem ersten Gegentor wurde es schwierig für uns, noch bitterer war dann das zweite kurz vor der Halbzeit. Am Ende hatten wir auch genügend Chancen, um hier als glücklicher Sieger vom Platz zu gehen. Es war ein Punkt des Willens und den nehmen wir hier auch mit."

Thomas Hoßmang (Trainer Magdeburg): "Das ist Fußball. Du hast ein Monsterspiel gemacht, wahrscheinlich das beste von den dreien. Unser Plan ist vollkommen aufgegangen mit den Umschaltmomenten. Was wir uns vorwerfen müssen, ist, dass wir den Deckel nicht draufgemacht haben. Dann hat Bayern so eine gute Qualität, dass sie aus dem Nichts Tore machen können. Wir sind gerade alle am Boden zerstört, aber ab morgen denken wir wieder positiv."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 20. Juni 2020 | 16:30 Uhr

67 Kommentare

AufmerksamerBeobachter vor 1 Wochen

Was soll ich machen? Man kann vmtl. nicht mal mehr auf einen Elfer des FCM im naechsten Spiel wetten, weil die Wette keiner annimmt.

Wenn es morgen wieder einen gibt, wuerde ich nur noch vom 11.FC Magdeburg sprechen.

Nordlicht - Fan der Sportfreunde Lotte vor 1 Wochen

Nach den Entgleisungen in Chemnitz ist das ja wohl auch kein Wunder. Wenn so eine "Trauerfeier" in Münster stattgefunden hätte, hätte es auch Osnabrück, Bielefeld, Duisburg und Köln auch keine Solidarität gegeben.

altmarkboy vor 1 Wochen

Ja, richtig. Langsam ist ja nun ne halbe 2. Liga erfahrene Mannschaft des FCM verletzt. Trotzdem gilt es jetzt umso mehr, die Spieler aus der 2. Reihe können sich beweisen und empfehlen. Solch eine Chance kommt so schnell nicht wieder.

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