Fußball | 3. Liga Zwickau fährt drei turbulente Punkte in Saarbrücken ein

Nachholer 19. Spieltag

Der FSV Zwickau hat für das nächste Ausrufezeichen gesorgt. Gegen Aufstiegsanwärter 1. FC Saarbrücken gelang am Mittwochabend dank einer disziplinierten Leistung ein 2:1 (0:0)-Auswärtserfolg. Vor allem in der zweiten Hälfte nutzten die Westsachsen ihre Chancen eiskalt aus - auch wenn man bis zum Ende zittern musste.

Spieler von Zwickau am Ball. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR aktuell 21:45 Uhr Mi 10.03.2021 21:45Uhr 01:45 min

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Nach der zuletzt starken Vorstellung gegen Verl sah FSV-Trainer Joe Enochs keinen Grund, Änderungen in der Startformation vorzunehmen: Vor der Viererkette agierte Mike Könnecke, Ronny König und Manfred Starke liefen wie gewohnt im Sturmzenturm auf. Saarbrückens Coach Lukas Kwasniok brachte mit Mario Müller, Mario Sverko und Manuel Zeitz gleich drei neue Akteure rein ins Spiel.

Brinkies hält die Null zur Pause

Saarbrücken gab in den ersten Minuten den Ton an. FSV-Keeper Johannes Brinkies war direkt gefordert und musste frühe Abschlüsse von Anthony Barylla und Julian Günther-Schmidt parieren (3./6.). Zwickau hatte mit dem hohen Tempo zu Beginn seine Probleme, konnte angesichts schneller Umschaltmomente der Saarbrücker kaum das eigene Spiel aufziehen. Erst in der 18. Minute setzte Marco Schikora mit einem 20-Meter-Schuss aus dem linken Halbfeld, der das Außennetz touchierte, das erste kleine Ausrufezeichen.

An der Führung waren aber weiter die Saarbrücker näher dran: Minos Gouras, Doppelpacker in den jüngsten drei Partien, verwertete eine starke Vorarbeit von Günther Schmidt im linken Sechzehner, doch Brinkies konnte das Leder noch mit den Fingerspitzen bravourös um den Pfosten lenken (21.). Sechs Minuten später war es erneut Gouras, der sich mit einem Abschluss vor der Zwickauer Strafraumkante versuchte, jedoch deutlich verzog. Taktisch zeigte sich der FSV insgesamt gut eingestellt, ließ bis zur Pause wenig Gefahr zu, konnte aber selbst vorm Kasten von FCS-Keeper Daniel Batz keine nennenswerte Akzente setzen.

Mario Müller, 1.FC Saarbrücken, im Zweikampf mit Jozo Stanic, FSV Zwickau.
Saarbrückens Mario Müller im Zweikampf mit Jozo Stanic. Bildrechte: imago images/Eibner

Schröter und König stellen die Weichen auf Sieg

Mit frischem Personal und ordentlich Tempo kamen die Gäste dann aus der Kabine. Das sollte sich auszahlen: Steven Zellner rempelte Manfred Starke nach einem Ballverlust im eigenen Sechzehner recht tumb um, den fälligen Strafstoß verwandelte Morris Schröter ohne Probleme ins linke untere Eck (52.). Die Hausherren, die bis zu diesem Zeitpunkt deutlich mehr vom Spiel hatten, mussten die kalte Dusche erst einmal verkraften. Weiter war es der FSV, der früh draufging, um den nächsten Stich zu setzen. Torschütze Schröter scheiterte mit seinem wuchtigen Abschluss aus 17 Metern aber am gut reagierenden Batz (63.).

Im Anschluss übernahm die Kwasniok-Elf wieder etwas mehr Spielkontrolle: Kapitän Manuel Zeitz verfehlte nach einem Eckball das Tor per Kopf nur um wenige Zentimeter (69.). Mitten in der Saarbrücker Drangphase stach Zwickau erneut eiskalt zu. Nach einer kurz ausgeführten Ecke drang Schröter mit Tempo in den rechten Sechzehner ein und legte quer zu König. Der Routinier musste nur noch den Fuß hinhalten (79.).

Zittern bis zum Schluss

Die Messe war aber noch längst nicht gelesen. Fünf Minuten vor Schluss netzte Boné Uaferro nach starker Vorarbeit des eingewechselten Kianz Froese zum Anschluss ein (85.). Kurz darauf gab es sogar die Chance zum Ausgleich, doch sowohl Zellner als auch Gouras scheiterten mit ihren Abschlüssen knapp (89./90.). Pikant: Starke spielte die Kugel vor Zellners Abschluss mit der Hand, ein Elfmeterpfiff blieb jedoch aus. Stattdessen flog Uaferro nach wiederholtem Foulspiel in der hitzigen Nachspielzeit mit Gelb-Rot vom Platz (90.+4).

Johannes Brinkies
FSV-Keeper Johannes Brinkies musste kurz vor Schluss verletzt ausgewechselt werden. Bildrechte: imago images/Eibner

Fragezeichen um Brinkies

Trotz des zehnten Saisonsiegs, der den FSV in der Tabelle auf Rang neun hievt und ein Polster von elf Punkten auf die Abstiegsplätze bedeutet, gab es einen kleinen Wermutstropfen. Schlussmann Brinkies musste in der 82. Minute verletzungsbedingt vom Feld. Ob Ersatzkeeper Matti Kamenz auch in den kommenden Spielen einspringen muss, war nach Abpfiff noch nicht abzusehen.

Das sagten die Trainer:

Joe Enochs (Zwickau) bei "Magenta"-Sport: "Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten in der ersten Halbzeit unsere Probleme und haben gebraucht, um Zugriff zu finden. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft früh attackiert. Dann hatten wir guten Zugriff. Es ist aller Ehren wert, wie unsere Offensivspieler gearbeitet haben. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Wer jetzt glaubt, das wird alles geschafft haben, der täuscht sich. Wir bleiben auf dem Teppich und wollen aus Kaiserslautern was mitnehmen."

Lukas Kwasniok (Saarbrücken) bei "Magenta"-Sport: "Wenn du diese einzelnen Aktionen gegen Zwickau nicht zu deinen Gunsten entscheidest, verlierst du Spiele. Insgesamt war das Glück nicht auf unserer Seite. Es war eine fantastische Leistung in den ersten 30 Minuten. Unterm Strich verlieren wir 2:1 und so richtig weiß ich nicht warum. Man braucht für gewisse Dinge keine Zeitlupe. Er (Manfred Starke, Anm. d. Red.) hält den Ball ja zwischen Hüfte und Arm fest. Da wird es vielleicht auch mal Zeit, dass der Schiri ein Spiel Pause bekommt."

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jsc

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 10. März 2021 | 21:45 Uhr

41 Kommentare

Zwickauer1 vor 32 Wochen

Zumindest ist Zwickau eine mittlerweile herausragende Adresse für junge und teilweise gestandene Spieler um sich weiter zu entwickeln.
Das funzt natürlich nicht immer. Nicht jeder Spieler passt in das gewählte System und wirkt dann mitunter wie ein Fremdkörper. Aktuelles Beispiel für mich nach wie vor Maxi Wolfram.
Wir brauchen und haben Fighter und Grasfresser.
Das ist unsere Mentalität. Das will ich sehen.

Muzzi vor 32 Wochen

Sauber, wie der Lukas nach dem Spiel wie Rumpelstielzchen gestampft hat 😂😂😂
Klasse Leistung von Zwigge und einen dynamischen Dank von uns dafür.
Sollte der Lukas am Samstag bei uns verlieren, bin ich Mal gespannt, wer und was dann alles Schuld daran ist.

Dynamische Grüsse
Muzzi

harald Notzel vor 32 Wochen

Nach den guten Leistungen gegen ÜÜÜ habe ich Zwigge zugetraut, dass sie ohne Niederlage weiter nach Kaiserslautern fahren.Die Fanfreundschaft mit Dynamo hat einige wichtige Punkte eingebracht.So ist der Punktevorsprung trotz der mehr als unnötigen Niederlagen zum Jahresanfang nicht ganz geschmolzen.Es wäre toll wenn einige Punkte im April aus Ingolstadt,Wiesbaden mitgebracht werden.Ich kann mir vorstellen, dass aus Dank der eine oder andere Spieler in der nächsten Saison günstig nach Zwigge wechseln darf.Auf Schützenhilfe aus Magd.und Halle braucht man bei dem Gegurke nicht zu hoffen.Die nächsten vier Spiele werden zeigen wohin die Reise für beide Mannschaften geht.ich will nicht zu vermessen sein; aber 8 Punkte wäre schon ein gutes Pfund für den Aufstieg.Noch besser wäre es wie ich es bereits beschrieben habe, dass der KFC bald Schluss macht.