Fußball | 3. Liga Ausgekontert – bittere Niederlage für Zwickau gegen Türkgücü

Nachholer 7. Spieltag

Dieses Jahr war der FSV Zwickau unter Flutlicht noch ungeschlagen, gegen Türkgücü München brachte es diesmal kein Glück. Die Gastgeber hatten fast alles im Griff, ein Konter besiegelte aber die 0:1-Niederlage. Den Unterschied machte Münchens Kapitän - er war Man of the Match.

Zwickauer Spieler, niedergeschlagen 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR aktuell 21:45 Uhr Mi 04.11.2020 21:45Uhr 01:32 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Wenige Stunden vor dem Nachholer zwischen dem FSV Zwickau und Türkgücü München hatte der Gastgeber über einen positiven Corona-Fall in seinem Funktionsteam informiert. Die infizierte Person sowie zwei weitere Kontaktpersonen kamen in häusliche Quarantäne. Einer Durchführung der Partie stand aber nichts im Wege.

FSV-Trainer Joe Enochs nahm im Vergleich zur Dresden-Partie in der Startelf eine Veränderung vor und brachte Can Coskun für Manfred Starke. Bei den Münchnern war Kapitän Sercan Sararer wieder dabei, der gegen Ingolstadt seine Gelb-Sperre abgesessen hatte. Ursprünglich wäre er gegen Zwickau am 23. Oktober gesperrt gewesen. So ungerecht ist die Fußball-Welt aus Zwickauer Sicht, sein Einsatz sollte sich nun für die Gäste bezahlt machen.

Trainer Joe Enochs (Zwickau)
Zwickaus Trainer Joe Enochs sah seine Mannschaft zumeist in der Offensive, belohnt wurde sie aber nicht. Bildrechte: Picture Point

Zwickau bestimmt das Spiel

Die Zwickauer nahmen gleich das Heft in die Hand und drängten die Münchner in die Defensive. So richtig aushebeln konnte die Gastgeber Türkgücü aber nicht. Dennoch, auf der rechten Bahn sorgte Morris Schröter immer wieder für schnelle Vorstöße, was seinem Gegenspieler Furkan Zorba sichtlich Probleme bereitete.

Nach einer Viertelstunde hatten Julius Reinhardt die Chance zur Führung, mit artistischem Einsatz bugsierte er das Leder jedoch rechts vorbei. Weitere 15 Minuten später nahm Schröter nach feinem Diagonalpass von Leon Jensen Maß, er bekam aber keinen Druck hinter die Pille. Zwickau probierte es intensiv, allein das Zielwasser fehlte. Kurz vor dem Wechsel wurden die Gäste aktiver, Gefahr für das Zwickauer Tor bestand aber nicht.

v.l.: Morris Schröter / Schroeter (17, Zwickau) und Furkan Zorba (35, Türkgücü)
Duell zwischen Morris Schröter und Furkan Zorba. Der Zwickauer hatte stets die Nase vorn. Bildrechte: Picture Point

Türkgücü-Konter sticht

Nach der Pause drängte Zwickau weiter auf den Führungstreffer. Die Enochs-Schützlinge hatten im Prinzip alles im Griff, nur das Bollwerk der Münchner konnten sie nicht knacken. In der 56. Minute schnupperten dann die Westsachsen erneut am 1:0, doch der fulminante Schuss von Jensen aus zentraler Position wurde von Türkgücü-Schlussmann Rene Vollath noch über die Latte gelenkt. Wieder nicht drin.

v.l.: Morris Schröter / Schroeter (17, Zwickau), Furkan Zorba (35, Türkgücü) und Tom Boere (9, Türkgücü)
Hier behauptet sich Morris Schröter gegen Furkan Zorba und Tom Boere. Bildrechte: Picture Point

Und so kam es, wie es kommen musste – Zwickau lief in einen Konter. Von den Bayern war wenig zu sehen, diesmal reagierten sie eiskalt. Marco Schikora musste Sercan Sararer ziehen lassen, der Münchner Kapitän behielt die Übersicht und spitzelte das Leder an Zwickaus Torwart Johannes Brinkies vorbei in die Maschen zum 1:0 für die Gäste (70.). Zwickau warf nun alles nach vorn und versuchte es mit der Brechstange, der Ausgleich gelang aber nicht mehr.

Tor für Türkgücü München, Spieler von Türkücü  jubeln nach dem 0:1
Türkgücü gelang wenig, der Konter aber saß. Die Münchner jubeln mit ihrem Kapitän und Man of the Match Sercan Sararer. Bildrechte: Picture Point

O-Ton FSV-Coach Joe Enochs:

"Für uns gilt es, sich weiterzuentwickeln und die Punkte zu holen. Das haben wir heute zum dritten Mal hintereinander zuhause nicht gemacht. Das ist extrem ärgerlich. Wir hatten in der ersten Halbzeit genug Chancen, um ein Tor zu machen. In der zweiten Halbzeit haben wir zu kompliziert gespielt. Eine Mannschaft wie Türkgücü braucht letztendlich wenige Chancen, um ein Tor zu zu erzielen. Bei uns fehlte der letzte Wille, das Ding über die Torlinie zu drücken. Wir müssen aus unseren Fehlern lernen. Wenn wir das tun, sind wir guter Dinge für das Spiel am Samstag gegen Kaiserslautern."

jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 04. November 2020 | 21:45 Uhr

18 Kommentare

Hubert vor 3 Wochen

@ Zwickauer 1,
Tut mir leid für Euch. Es ist oft so, schön gespielt, aber kein Tor geschossen und dann noch verloren. Das nächste mal dann besser machen. Die Saison ist noch lang , sofern Corona nicht einenen Strich durchmacht.
Dynamische Grüße

WestSACHSE vor 3 Wochen

Irgendwie hat das Spiel schon einen faden Beigeschmack. Und der FSV ist eben eine Wundertüte: Da treten wir auswärts so selbstbewusst auf, holen unerwartet Punkte, um es dann leider zu Hause zu vergeigen. Ärgerlich besonders, weil ich in keinster Weise einen überfliegenden Gegner gesehen habe. Die hatten einfach nur Glück. Sehr schade. Schröder hätte ich nicht gewechselt. Er hätte adäquate Verstärkung gebraucht, z.B. Willms. Hoffentlich gibt es eine Revanche. Auswärts können wir doch gut.

Joe 09 vor 3 Wochen

Seniorfan ich gebe dir voll meine Zustimmung. Hoffentlich ist man nicht wieder ein Aufbaugegner für die roten Teufel, wie letzte Saison! Obwohl wir in dieser Saison besser aufgestellt sind, aber man darf sich halt nicht einlullen lassen.