Fußball | 3. Liga Déjà-vu für den FSV Zwickau: 1860 wird wieder zum Stolperstein

3. Spieltag

Geschichte wiederholt sich manchmal doch: Wie im Vorjahr hat der FSV Zwickau seine erste Niederlage am dritten Spieltag kassiert und wie damals hieß der Gegner auch heute TSV 1860 München. Die "Löwen" gewannen glücklich mit 2:1 und bleiben damit ungeschlagen.

Sport im Osten 9 min
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Zwickaus Trainer Joe Enochs hatte in den ersten beiden Saisonspielen auf die gleiche Startelf gesetzt, gegen 1860 München tauschte er auf zwei Positionen: Maximilian Wolfram und Julius Reinhardt begannen für Dustin Willms und Maurice Hehne - und die erlebten einen lebhaften Start.

Die Dinos treffen

Das Spiel war erst wenige Sekunden alt, da schepperte es schon im Tor der Zwickauer. Die Gäste aus München nutzten die Unordnung in der Abwehr, kombinierten sich herrlich in den Strafraum und jubelten früh. Oldie Sascha Mölders (35) traf aus Nahdistanz mit links und freute sich über seinen zweiten Saisontreffer im dritten Spiel. Einen treffsicheren Dino hat auch der FSV Zwickau. Ronny König hatte wenige Minuten nach dem 0:1 die Chance zum Ausgleich, spitzelte den Ball aber im Fallen nach einer präzisen Eingabe von Morris Schröter am Kasten vorbei (3.).

In der zehnte Minute zielte König genauer. Der wuchtige Stürmer, mit 37 ältester Drittliga-Akteur, köpfte eine Flanke von Felix Drinkuth zum Ausgleich in die Maschen. Nach dem wilden Beginn sortierten sich beide Mannschaften und agierten disziplinierter. Mit Ausnahme einiger Fernschüsse (1860) und einiger guter Flanken (Zwickau) sprangen keine Großchancen mehr heraus.

Tor für Zwickau, Ronny König / Koenig (15, Zwickau) jubelt nach dem 1:1.
Ronny König erzielt das zwischenzeitliche 1:1. Bildrechte: PICTURE POINT / Gabor Krieg

Es roch nach Elfmeter

In der zweiten Halbzeit dauerte es zehn Minuten bis zum ersten großen Aufreger. Zwickaus Wolfram wollte im Strafraum zum Ball und wurde dabei von Münchens Quirin Moll bedrängt. Beide gingen zu Boden. Elfmeter? Denkste! Weiterspielen entschied Schiedsrichter Lars Erbst aus Gerlingen. Sehr strittig und für den MDR-Experten Lutz Lindemann eine Fehlentscheidung. Der forderte gleich mal den Videoschiedsrichter in Liga drei. Für Zwickau wäre dieser heute wohl Punkte wert gewesen.

Willms hat das 2:2 auf dem Fuß

Beide Mannschaften neutralisierten sich über weite Strecken und ließen nur selten echte Torgefahr zu. In der Phase, als kein Tor in der Luft lag, fiel das 2:1 (63.). Dennis Dressel traf nach einer Eingabe aus Nahdistanz. Zwickau hatte wie schon beim 0:1 keinen Zugriff bekommen und die Zweikämpfe verloren. Der FSV kämpfte nach dem erneuten Rückstand aufopferungsvoll um den Ausgleich - und dieser wäre dem eingewechselten Willms kurz vor Ultimo beinahe geglückt. Nach einem weiten Ball aus der eigenen Hälfte tauchte der 21-Jährige allein vor 1860-Schlussmann Marco Hiller auf, schoss den Keeper aber an.

Can Coskun (Zwickau) gegen Richard Neudecker (1860)
Zwickaus Can Coskun spielte stark auf, hing aber im 1:2 mit drin. Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Für Zwickau geht es am 12. Oktober um 19 Uhr gegen den Halleschen FC in der 3. Liga weiter. Am Mittwoch steht ein geheimer Test gegen Carl Zeiss Jena auf dem Programm.

Stimmen zum Spiel

Michael Köllner (München): "Wir haben uns den Sieg nach einem ausgewogenen Spiel verdient. Für die Zuschauer war es richtig schön, zu zugucken. Es war viel Körpereinsatz dabei. Man darf sich in Zwickau keine Auszeit nehmen, sonst verlierst man."

Sport im Osten 3 min
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Sport im Osten Sa 03.10.2020 16:00Uhr 03:08 min

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Sport im Osten Sa 03.10.2020 16:00Uhr 03:08 min

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Joe Enochs (Zwickau): "Wir wollen die eklige Mannschaft sein. 1860 war aber genauso eklig. Die ersten zwei Minuten haben wir verschlafen. Wie die Jungs zurückgekommen sind, war in Ordnung. Wir bekommen das 2:1 dann in einer Drucksituation, zuvor haben wir ein, zwei ähnliche Situationen und treffen nicht. Natürlich ärgert man sich auch über den nicht gegebenen Elfmeter. Moll hält unseren Spiel deutlich fest. Es war insgesamt ein Spiel auf Augenhöhe. Wir hatten auch Chancen, das Spiel zu gewinnen. Am Montag wollen wir im Ostderby etwas holen."

Zwickau 4 min
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Sa 03.10.2020 16:50Uhr 03:43 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-enochs-stimme-zwickau-loewen100.html

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Sa 03.10.2020 16:50Uhr 03:43 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 03. Oktober 2020 | 16:00 Uhr

8 Kommentare

R.Heinz vor 3 Wochen

Lieber Herr Riesenberger. Ich gehe seid 53 Jahren zum Fußball und spielte auch selbst. Bis vor ca. 20 Jahren war dass noch ein Sport für Männer, mit einer gesunden Härte. Heute ist Fallsucht, Schauspielerei und ein ewiges Diskutieren an der Tagesordnung. Und die Schiedsrichter (auch Presse und Fernsehen) machen das alles so mit, bzw lassen sich darauf ein. Leider war ihre Mannschaft, allen voran Erik das absolute Beispiel für Fallsucht, Diskussionen, Schauspielereien und Provokationen gegenüber dem Gegner und den Zuschauern. Dabei hat es ihre Truppe gar nicht nötig sich mit solchen Dingen unbeliebt zu machen.

basis1 vor 3 Wochen

Sehr ernüchterndes Spielergebnis.
Ein Konter in der Zwickauer Drangphase hat für die Löwen zum Sieg gereicht.
Als Zwickauer Fan muss ich leider Herrn Kirsten wiedersprechen zum nichtgegebenen Elfmeter. Für mich war es auch nach der Zeitlupe keiner. Dann müßte man in jedem Spiel mindestens 5 Strafstösse geben wegen Halten, Klammern, Ziehen und Umfallen.
Gegen Halle wird es jedenfalls nicht leichter Punkte zu holen. Da müssen solche 100-prozentigen Chancen auf jeden Fall sitzen.
Ja man kann auf bestimmte Positionen etwas ändern, wichtiger ist immer der Wille der Mannschaft auf dem Platz alles zu geben und der hat gegen 1860 gestimmt.

Riesenberger vor 4 Wochen

Haha. In der Spielerbewertung bekommen die Zwickauer Rumpelfüßler im Schnitt eine 2, die Sechzger aber nur eine Viereinhalb. Besonders schlecht kommt unser Erik weg. Hatte glatt befürchtet, Zwickau hat hoch gewonnen.