Fußball | 3. Liga Wolfram und König sorgen für Zwickaus ersten Sieg in Halle seit 20 Jahren

4. Spieltag

Der FSV Zwickau hat zum Abschluss des 4. Spieltages der 3. Liga das mitteldeutsche Duell vor 3.358 Zuschauern beim Halleschen FC mit 2:0 (1:0) für sich entscheiden können. Es war der erste Zwickauer Sieg bei den Sachsen-Anhaltern seit September 2000 - damals noch in der NOFV-Oberliga Süd. Beim HFC läuten nach der dritten Niederlage in Serie nun die Alarmglocken.

Spieler bei einem Freistoß 2 min
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Beide Teams starteten mit offenem Visier und versuchten schnell nach vorne zu spielen. Den ersten Abschluss verbuchten die Gäste, aber der Dropkick von Can Coskun ging deutlich drüber (6.). Bei Halle versuchte es Terrence Boyd aus der Distanz (8.), zudem köpfte Jonas Nietfeld mit dem Rücken zum Tor knapp daneben (11.). Nach einer Viertelstunde wurde Zwickau etwas aktiver, die Hallenser verlagerten sich aufs Kontern, waren aber in den Abschlüssen meist zu ungenau.

Wenige Minuten vor der Halbzeitpause fiel dann in einer leichten Druckphase des HFC das Tor für Zwickau. Erst drosch Felix Drinkuth, der im Vorjahr noch im HFC-Trikot spielte, das Spielgerät aus knapp 20 Metern an den Querbalken. Den Abpraller verwertete Maximilian Wolfram mit einem Flugkopfball aus zehn Metern ins lange Eck (39.). Bitter für den HFC: Bei der Balleroberung durch Davy Frick foulte dieser Julian Derstroff mit einem Ellenbogenschlag. Schiedsrichter Franz Bokop sah dies aber nicht und lies weiterlaufen.

Fußballspiel 1 min
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Nach Felix Drinkuths Lattenknaller stand Angreifer Maximilian Wolfram genau richtig und brachte den FSV Zwickau per Hechtkopfball in Führung.

Mo 12.10.2020 20:50Uhr 00:45 min

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Halle auch im zweiten Abschnitt offensiv zu harmlos - Zwickau eiskalt

Nach dem Seitenwechsel versuchte Halle gleich wieder Druck nach vorne aufzubauen, doch die Versuche waren zumeist schlecht ausgespielt. Erst verpasste Guttau im Strafraum dann Ball (48.), kurz danach Marcel Titsch-Rivero das rechtzeitige Abspiel (52.). Und so kam es, wie es häufig kommt. Nach einem Freistoß pennte die gesamte HFC-Defensive. Antonios Papadopoulus ließ Ronny König laufen, der gegen die Laufrichtung von Keeper Kai Eisele ins die rechte Ecke köpfte.

Vorschaubild Ronny König 1 min
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Bei Halle hingen die Köpfe nun nach unten, trotzdem versuchte Schnorrenberg mit seinen drei Wechseloptionen die Offensive noch einmal anzukurbeln. Alleine, es sollte nichts bringen. Der HFC blieb einfach viel zu harmlos, spielte die Situationen nicht richtig aus, oder ein Zwickauer war vor dem möglichen Abschluss am Ball. Die Enochs-Elf brachte den Sieg mit einer konzentrierten Defensivleistung schließlich nach Hause. Den negativen Schlusspunkt setzte Halles Selim Gündüz mit einer Gelb-Roten Karte in der Nachspielzeit.

Vorschaubild Gündüz 1 min
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Kurz vor dem Abpfiff der Partie gegen den FSV Zwickau kassiert Selim Gündüz vom Halleschen FC noch die Gelb-Rote Karte.

Mo 12.10.2020 21:23Uhr 00:59 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-selim-guenduez-paltzverweis-100.html

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Mit nun sieben Punkten schoben sich die Westsachsen ins obere Tabellendrittel punkt- und torgleich mit Viktoria Köln auf Rang fünf. Der HFC hingegen bleibt nach der bereits dritten Saisonniederlage auf Rang 15 hängen.

Das sagten die Trainer

Joe Enochs (Zwickau): "Wir kamen die erste Viertelstunde nicht wie gewollt ins Spiel und haben Halle das Spiel überlassen. Das gefällt mir nicht. Wir wurden letzte Woche schon mit einem frühen Rückstand überrascht, das wollten wir heute auf jeden Fall verhindern. Wie sich die Jungs dann ins Spiel gekämpft haben, war sehr in Ordnung. Die offensive Verteidigung und der Ballgewinn vor dem ersten Tor hat mir sehr gut gefallen. Das ist der Fußball, den wir in Zwickau spielen wollen. Gegen so eine starke Truppe wie Halle, muss man solche Zweikämpfe gewinnen. Es war auch wichtig, wie wir Boyd in den Griff bekommen haben. Das war der Schlüssel zum Sieg. Trotzdem bleiben wir auf dem Teppich. Beide Siege bisher waren hart erkämpft."

Florian Schnorrenberg (Halle): "Ich glaube, wir haben eine engagierte Mannschaft in der ersten Halbzeit gesehen. Dann geraten wir in Rückstand und verteidigen bei zwei Umschaltaktionen nicht richtig. Es ist sehr ärgerlich, dass wir bei unserer Großchance vor der Halbzeit den Ausgleich verpassen. Die Mannschaft braucht so ein Erfolgserlebnis. Die Standardsituation vor dem zweiten Tor ist bitter, weil ich da eher ein Foul an unserem Spieler gesehen habe. Nichtsdestotrotz muss man aber auch sagen, dass wenn man ein Tor erzielen will, muss man auch mal einen Abschluss nehmen. Wir haben stattdessen in die Breite gespielt. Zwickau war sehr effektiv. Für uns war es eine harte Woche, uns fehlen vier Rechtsverteidiger. Das 0:2 hat uns dann den Stecker gezogen. Was mich ärgert, dass wir uns bei unserer Personalsituation am Ende dann noch so schwächen. So sind wir jetzt noch ein Spieler weniger. Die drei Niederlagen in Folge tun richtig weh und fühlen sich ganz schlecht an. Mit diesem Saisonstart können wir nicht zufrieden sein."

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 12. Oktober 2020 | 21:45 Uhr

73 Kommentare

revolvere vor 2 Wochen

flori schnorrenberg vorwürfe machen, ist zu frühe.
mit der mannschaft kann man natürlich nicht zufrieden sein. aber der schnorrenberg weiss das selber, sonst wäre er ja völlig doof. es soll verletzte geben und, und, und ...
der von der weser und der aus bochum scheinen mir definitiv nicht die richtigen einkäufe gewesen zu sein. ich bin aber guten mutes , dass es noch ...rtc.

Steffen1978 vor 2 Wochen

"Das sind Durchhalteparolen!"

ja klar und gut so denn Optimisten geht es besser als ewig Nörgelnde - ob spielerisch oder käpferisch - das Geld kommt ...

R.Heinz vor 2 Wochen

Hallo hier ist ihr Heinzi, nicht mehr ins Stadion zu gehen ist doch auch keine Lösung. So ein Blödsinn ist mir noch nie eingefallen. Wie ich schon mal schrieb bin ich Dauergast im Stadion, selbst als wir Landesliga spielten. Unsere Vereine brauchen uns und das nicht bei Magenda. Ich hoffe das kein Ost-Verein aus der 3. Liga absteigt, auch wenn das immer ein finanzielles Problem ist. Zu ihrer Ermunterung: Mein erstes Spiel im Stadion (Vater hat mich mitgenommen) 1967 als noch Motor Zwickau, 5 : 0 gegen den 1. FCM. So etwas vergisst niemand und es prägt fürs Leben. Sportliche Grüße..... Mein FSV