Fußball | 3. Liga Wechselhafter HFC behauptet Tabellenspitze

13. Spieltag

Der Hallesche FC bleibt Spitzenreiter. Gegen den dezimierten SV Meppen spielte Halle jedoch nur 3:3. Nach furiosem Beginn mit zwei Treffern schlug der Außenseiter aus dem Emsland zunächst zurück. Eine Rote Karte gegen Keeper Eric Domaschke stoppte den Lauf der Gäste, die aber auch in Unterzahl nach der Pause mutig blieben, während der HFC zu wenig zeigte, um drei Punkte zu holen.

Der Hallesche FC steht auch nach dem 13. Spieltag an der Tabellenspitze der dritten Liga. Gegen den SV Meppen jedoch kam der HFC trotz 50-minütiger Überzahl nicht über ein 3:3-Remis hinaus. Zu Beginn gab es eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer des Anschlags vom 9. Oktober. Zudem lief der HFC in schwarzen Sondertrikots mit der Aufschrift "Zusammen gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus" auf.

HFC mit Turbostart

1:0 durch Pascal Sohm HFC und Jubel der Mannschaft
Das Tor zum 1:0. Sohm köpft die HFC-Führung. Bildrechte: imago images/VIADATA

Halle war vor 8.321 Zuschuern sofort um Spielkontrolle bemüht. Julian Guttau (8./auf der Linie gerettet) und Antonios Papadopoulos (8./vorbei) vergaben zunächst die Führung. Vier Minuten später machte es Pascal Sohm besser und köpfte aus Nahdistanz nach Flanke von Boyd ein. Der HFC legte sofort nach: Papdopoulos bediente Boyd, der SVM-Keeper Eric Domaschke umkurvte und zum 2:0 einschob (20.).

Meppen mit Moral - und Roter Karte

Erst nach etwa einer halben Stunde kamen die Gäste besser ins Spiel. Und wie: René Guders Versuch konnte Eisele noch retten (28.). Kurz darauf traf Deniz Undav zum Anschluss per Kopf (30.). Nur eine Minute später rettete Eisele gegen Guder die knappe Führung. Nach 36 Minuten gelang den tapfer aufspielenden Gästen der 2:2-Ausgleich. Zunächst rettete Eisele gegen Undav den Abpraller verwertete Steffen Puttkammer (36.). Mitten in dieser Phase schwächten sich die Gäste selbst, als Keeper Domaschke nach einem Handspiel außerhalb des Strafraums die Rote Karte sah (40.). Es kam der erst 20-jährige Matthis Harsman, welcher sich gleich mit einer Parade gegen den Freistoß von Björn Jopek einfügte (43.).

HFC schlägt aus Überzahl kein Kapital

Meppens Torwart Matthis Harsman am Ball vor Bentley Baxter Bahn und Felix Drinkuth
Das was der HFC versuchte, landete in den Armen des für Domaschke eingewechselten Ersatzkeepers Matthis Harsman. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Trotz der Überzahl konnte der HFC nicht entscheidend Kapital in Form von Toren herausschlagen. Im Gegenteil: Puttkammer hätte fast das 2:3 erzielt, zielte aber aus Nahdistanz deutlich drüber (55.). Nach 58 Minuten kam Halle dann selbst zum Tor, als Guttau aus 25 Metern trocken abzog - unhaltbar für Harsman. Während es der HFC verpasste, nachzulegen, spielte Meppen nicht ungefährlich auf. Zwanzig Minuten vor dem Ende wurden die Emsländer mit einem Elfmeter belohnt. Niklas Landraf foulte den eingewechselten Marius Kleinsorge - allerdings knapp außerhalb des Strafraums. Hassan Amin verwandelte den Strafstoß zum 3:3 sicher (75.).

In der Schlussphase hatten beide Teams die Möglichkeit auf drei Punkte. Eisele hielt aber gegen SVM-Angreifer Halil El-Helwe (80.). SVM-Keeper Harsmann kratzte einen Ball von Felix Drinkuth aus dem Winkel (85.). Weil auch Guttau aus 17 Metern an Harsman scheiterte (90.), blieb es beim 3:3.

Das sagten die Trainer

Christian Neidhart (Meppen): "Es war ein kurioses Spiel, gerade in der ersten Halbzeit. Beim zweiten Tor stellen wir uns blöd an. Mit der Roten Karte bin ich nicht einverstanden. Dem voraus ging ein Foulspiel an uns. Nach dem 2:2 kriegst du dann einen Sonntagsschuss zum 2:3. Da brauchst du auch Glück, um noch mal zurückzukommen. Am Ende haben wir uns nicht aufgegeben und einen Punkt erkämpft. Harsmann hat heute gut gehalten, er kommt aus der A-Jugend. Da bin ich stolz drauf."

Torsten Ziegner (Halle): "Der Punkt fühlt sich komplett schlecht an. Nicht weil es unverdient war, sondern weil wir es auf dem Tisch hatten. Wir haben einen super Start gehabt, viel umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Dann müssen wir aber mit Demut an die Sache rangehen. Das macht mich sauer. Meppen hat das ordentlich heute gemacht, hatte gut Umschaltmomente und hat mit viel Leidenschaft gespielt. Aber: Wir haben unsere Hausaufgaben heute nicht erledigt. Wir dürfen uns nicht beschweren, wenn wir hier nur einen Punkt holen."

-----
maw

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 26. Oktober 2019 | 16:30 Uhr

20 Kommentare

MAGNETO vor 51 Wochen

Beck wird die Hände eher gen Himmel recken... Selbst den FCM-Fans geht seine Theatralik schon auf die Nerven. Wir müssen Bertram an die Leine legen. Er war bei uns schon ein gefährlicher Stürmer, schwächer geworden ist er seitdem nicht.

revolvere vor 51 Wochen

7 mann-sturm mit 3er-kette.
selbst die auswechslungen verstehe ich nicht ganz.
tz ist da wohl nicht zu belehren.
mit mai hätten die das wohl nicht gemacht.
ich denke, der hätte einen schrei losgelassen.
die gegentore sehen dementsprechend dilettantisch aus.

p1ckering vor 51 Wochen

Tja, was soll man dazu sagen? Irgendwie bekommt uns der Platz an der Sonne nicht, scheint mir. Bis zum 2:0 war alles unter Kontrolle, ich hatte mich schon auf einen deutlichen Heimsieg eingestellt. Meppen bis dahin kaum vor unserem Tor. Doch dann hat uns wohl der Hafer gestochen. Unsere Abwehr ein ums andere mal im Schwimmmodus. Für mich der Knackpunkt von Beginn an auf 3-er Kette zu setzen.
Letztes Wochenende hat TZ noch rechtzeitig umgestellt auf 4-er, diesmal zu spät.
Und selbst die 4-er Kette ab der 46. Minute war nicht immer sattelfest. Nach dem 3:2 dachte ich, jetzt wird alles gut, ich hatte mich getäuscht.
Trotz des dämlichen Elfers hätten wir aber nicht verlieren müssen, Chancen zum Sieg waren da, auch wenn wir phasenweise ziemlich ideenlos anrannten.
Unterm Strich bin ich bei Terrence Boyd, sinngemäß: Nach der 3:2 Führung müssen wir das Spiel und die 3 Punkte abgezockter ins Trockene bringen.
RWG aus BBG