Fußball | 3. Liga Perfekter Saisonstart! Dynamo siegt trotz Unterzahl auf dem Betzenberg

1. Spieltag

Was für eine Woche für Dynamo Dresden. Nur vier Tage nach dem Sieg im DFB-Pokal gegen den HSV haben die Schwarz-Gelben den nächsten Traditionsverein besiegt. Durch ein Kopfballtor vom Kapitän und trotz langer Unterzahl.

Tor für Dynamo Dresden durch Sebastian Mai. 8 min
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Was für ein Saisoneröffnungsspiel in der 3. Liga: Dynamo Dresden entführte in Unterzahl drei Punkte vom Lautererer Betzenberg. Florian Weichert blickt zurück.

Sport im Osten Sa 19.09.2020 16:30Uhr 08:01 min

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Dynamo Dresden hat das Auftaktspiel zur 3. Liga gewonnen. Die Schwarz-Gelben setzten sich am Freitagabend (18.09.2020) beim 1. FC Kaiserslautern 1:0 (1:0) durch. Dresden ist damit erster Tabellenführer der 13. Drittligasaison und krönte eine perfekte Woche. Erst am Montag (14.09.2020) warfen die Dresdner Zweitligist Hamburger SV in der ersten Runde des DFB-Pokals raus.

Kopfballtreffer von Mai ist Tor des Abends

Matchwinner der Partie war Dynamo-Verteidiger Sebastian Mai: Vor 4.150 Zuschauern im nicht ausverkauften Fritz-Walter-Stadion (4.985 Zuschauer waren zugelassen) erzielte der Dresdner Kapitän das Tor des Abends für den Zweitliga-Absteiger. Nach einer verunglückten FCK-Abwehr köpfte Mai aus Nahdistanz ein (18.). Für Dynamo-Neuzugang Mai war es das zweite Tor im zweiten Spiel im Dresden-Trikot. Nach dem Spiel sagte der einstige Angreifer schmunzelnd: "Ich stand einfach da, wo ein Stürmer stehen muss."

Sebastian Mai (26, Dresden) trifft zum 0:1. Torwart Avdo Spahic (1, Lautern).
Mai (2.v.r.) köpft zum 0:1 ein. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag

Dynamo mehr als 45 Minuten in Unterzahl

Der Treffer von Mai war eine von insgesamt nur zwei Großchancen der Dresdner. Die Dynamos hatten zu Beginn der Partie leichte Feldvorteile, mussten aber auch eine gesamte Halbzeit in Unterzahl agieren. Paul Will flog nach einem Handspiel bereits in der 43. Minute mit Gelb-Rot vom Platz. Mit Wiederanpfiff versteckte sich Dynamo zunächst nicht. Den zweiten Dresdner Hochkaräter im Spiel hatte Tim Knipping, seinen wuchtigen Kopfball aus fünf Metern konnte FCK-Abwehrspieler Dominik Schad aber auf der Linie klären (49.). Dynamo blieb zwar über die gesamte Zeit mit Kontern gefährlich, wurde aber mit zunehmender Spieldauer immer tiefer in die eigene Hälfte gedrängt.

Tor für Dresden. Sebastian Mai (26, Dresden) trifft zum 0:1 und jubelt mit Tim Knipping (4, Dresden) und Christoph Daferner (33, Dresden).
Jubel über den ersten Saisonsieg von Dynamo Dresden. Bildrechte: PICTURE POINT / Sven Sonntag

Lautern nutzt seine Großchancen nicht

Doch Gastgeber Kaiserslautern konnte seine Chancen zum Ausgleich allerdings nicht nutzen. Direkt nach dem Dynamo-Tor von Mai hatte der vom FSV Zwickau in die Pfalz zurückbeorderte Elias Huth das 1:1 auf dem Fuß, er scheiterte aus zehn Metern aber an Dynamo-Keeper Kevin Broll (20.). Kurz vor der Pause entschärfte Broll dann einen Freistoß von FCK-Mittelfeldmotor Himet Ciftci (44.). Außerdem war der Dynamo-Keeper bei einem Fernschuss von Janik Bachmann (66.) zur Stelle. Bei weiteren Großchancen für den Gastgeber waren der frühere Auer Simon Skarlatidis (82.) oder Adam Hlousek (90.) zu ungenau.

Stimmen zum Spiel

Sebastian Mai (Kapitän und Torschütze Dynamo Dresden): "Ich bin Verteidiger, es ist nicht so oft, dass ich vor dem Tor auftauche. Ich hoffe, dass ich noch ein paar Dinger machen kann. Aber das ist Zukunftsmusik. Wir haben hier einen sensationellen Sieg errungen. Wir haben einen Scheiß Fußball gespielt. Aber es war hier auch nicht viel möglich. Wir haben gekämpft bis zum Umfallen. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht. Wir können Paul Will jetzt sagen: 'Wir haben für Dich gekämpft.' Das hab ich von jedem gesehen. Das macht mich unheimlich stolz. Es war ein Kraftakt. Aber wir haben es sehr gut gemacht. Ich wüsste keine hundertprozentige Chance für Kaiserslautern."

Patrick Weihrauch (Dynamo Dresden)
Patrick Weihrauch: "Alles raushauen" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Patrick Weihrauch (Dynamo Dresden): "Wir sind nicht gut gestartet, hatten viele Ballverluste. Wir waren auch nicht so griffig auf die zweiten Bälle. Das war nicht die Power, die wir im Pokal gegen Hamburg gezeigt hatten. Dann die unglückliche Gelb-Rote Karte. In der zweiten Halbzeit haben wir uns zusammengerauft, haben gesagt, wir müssen alles raushauen. Das hat man in der zweiten Halbzeit dann auch gesehen. Ich bin nach der Pause von der Zehn auf die Doppel-Sechs zurück, das hab ich schon öfter gespielt. Wir wussten, wir müssen sie kommen lassen, sie zustellen und auf die zweiten Bälle gehen und Nadelstiche nach vorn setzen. Sebastian Mai hat eine unheimliche Wucht, wenn er in die Kopfballduelle reingeht. Er ist eine unheimliche Waffe. Er hat heute auch ein Näschen bewiesen. Von mir aus kann er das jede Woche machen."

Das sagten die Trainer

Markus Kauczinski (Dresden): "Es war sehr aufregend. In der ersten Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel, bis wir in Unterzahl geraten sind. Dann war es purer Kampf – nur noch Verteidigen. Das haben wir dann gut gemacht. Den Platzverweis hätte ich nicht gegeben. Die erste Gelbe Karte war nicht wirklich eine und die zweite, da geht ihm der Ball vom Fuß an die Hand. Wenn ich dafür immer Gelb gebe, hätte er noch zehn weitere geben müssen. Entscheiden war heute der Kampf der Mannschaft, da ist Sebastian Mai ein Teil davon. Er hat das Tor gemacht, den Siegtreffer,  das war schön für uns. Entscheidend war aber, wie wir zusammen gefightet haben."

Boris Schommers (Trainer Kaiserslautern)
Schommers: "1:0 war komplettes Zufallsprodukt" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Boris Schommers (Kaiserslautern): "Am Anfang war es ein offenes Spiel von beiden Seiten ohne viele Torchancen. Als wir gerade ein bisschen ins Spiel kommen, erzielt Dresden über einen abgefälschten Ball von uns das 1:0. Das war ein komplettes Zufallsprodukt. Ich glaube, danach haben sie keine einzige Chance mehr gehabt. Wir hätten vor der Pause schon ausgleichen können. Spätestens nach dem Platzverweis haben sie sich nur noch hinten reingestellt. Das ist legitim. Wir haben 45 Minuten den Schlüssel gesucht, um durchzukommen. Wir haben viele Sachen ordentlich gemacht. Unsere Schüsse aus der zweiten Reihe wurden geblockt. Gerade in den letzten zehn Minuten hatten wir dann noch zwei Großchancen, da hätten wir den Ausgleich sicher verdient gehabt."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 19. September 2020 | 16:30 Uhr

53 Kommentare

Dynamokralle vor 5 Wochen

Rückblickend auf schöne Urlaubstage: Manchmal passt‘s einfach! Da steh ich in Bamberg auf dem Domplatz, erfreue mich an der tollen historischen Film-Kulisse für die „Musketiere“ und denke so „Einer für alle, alle für einen“ und was machen meine Goldfüsse derweil? Genau das!!! 🖤💛

H.Notzer vor 5 Wochen

Diesmal kein Fachbeitrag,sondern nur Satire.Hoffentlich erklären mich meine Userfreunde nicht für verrückt und melden mich schon für den baldigen Einzug in die nächste Klapsmühle an.
Was ich jetzt schreibe hat der neue Sportdirektor mit Holstein Kiel fast erlebt.

Saison 2020/2021 Aufstieg 2.Liga
Saison 2021/2022 Aufstieg.........
Ich traue dem neuen Führungspersonal diesen Husarenritt mit der wahnsinnig ehrgeizigen Mannschaft zu.Für einige Spieler ist das eine letzte Chance ihre Karriere zu krönen

70er vor 5 Wochen

Dynamo startete zuletzt doch jedes Spieljahr mit einem Sieg, oder? Trotzdem ist es dieses Mal angesichts des 4:1 zuvor gegen den Ha - eS - Vau schon ein etwas anders, als die Jahre zuvor. Fussballspiele werden nebst mit vor allem IM Kopf entschieden. So denke ich, hat die Mannschaft sich selbst nun den grössten Gefallen getan., hat die (nächsten) Gegner sicher beeindruckt und kann mit sehr viel Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen. Weiter mag ich noch nicht denken. In dieser 3. Liga kann jeder jeden schlagen. Auf geht's SGD.