Fußball | 3. Liga FSV Zwickau verliert Jubiläumsspiel von Joe Enochs

Nachholer 15. Spieltag

Drei Punkte zum Jubiläum wären so schön gewesen, doch das 100. Spiel von Joe Enochs als Trainer des FSV Zwickau endete mit einer klaren Niederlage gegen das Top-Team aus Ingolstadt.

"Wir haben die Fehler gemacht, die wir vermeiden wollten", ärgerte sich Enochs nach der 0:2-(0:1)-Niederlage seines FSV Zwickau im Nachholspiel des 15. Spieltages am Mittwochabend gegen den FC Ingolstadt. Während Zwickau einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt verpasste, ist Ingolstadt bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Dynamo Dresden heran gerückt.

In seinem 100. Spiel als Trainer des FSV setzte Enochs auf die Elf, die den 2:1-Sieg gegen Lübeck ins Ziel gebracht hatte. Heißt im Klartext: Maximilian Wolfram, Julius Reinhardt und Can Coskun rotierten aus der Mannschaft. Leon Jensen, Siegtorschütze Manfred Starke und Morris Schröter durften wieder von Beginn an mitmischen. Bei den Gästen stand Neuzugang Caiuby nicht mal im Kader. Der Bundesliga-erfahrene frühere Skandalprofi hat leichte Oberschenkelprobleme und verzichtete auf den Trip nach Westsachsen.

Zwickau überzeugt bis zum Gegentor

Zweikampf Schröter Morris und Fatih Kaya
Morris Schröter und Fatih Kaya lieferten sich nicht nur einen packenden Zweikampf. Bildrechte: imago images / Stefan Bösl

Bei den eisigen Temperaturen war ein Platz im kuschligen Wohnzimmer auch lukrativer. Die beiden Mannschaften ließen sich von den Gefrierfach-Temperaturen jedoch nicht beeindrucken und waren sofort auf Betriebstemperatur. Nach fünf druckvollen Minuten von Ingolstadt mischte Zwickau gut mit und schnupperte an der Führung, doch Starke flog an der Flanke von Schröter vorbei (7.). Zwickau hielt gegen die spielstarken Gäste gut dagegen und kleineren Drucksituationen stand. Allerdings kam der Tabellenzweite mit zunehmender Spieldauer immer gefährlicher vor das Tor. Keeper Johannes Brinkies und Unvermögen verhinderten bis zur 37. Minute den Rückstand. Dann klingelte es. Nach einer scharfen Eingabe ließ Faith Kaya den Ball passieren und Dennis Eckert Ayensa traf aus Nahdistanz. Das Tor gab dem FCI Aufwind - und um Haaresbreite hätte Dauerbrenner Davy Frick in seinem 314. Spiel für den FSV per Eigentor auf 0:2 gestellt. Er konnte die Situation aber bereinigen.

Zwickau fehlt die Überzeugung

In der zweiten Halbzeit erwies sich Ingolstadt als zu starker Gegner. Zwickau glaubte offenbar selbst nicht mehr an die Wende, lief oft hinterher und war auch beim 0:2 nur Zuschauer. Kaya und Vorlagengeber Eckert Ayensa hatten viel zu viel Platz und Torwart Brinkies streckte sich beim Flachschuss von der Strafraumgrenze vergebens (60.). Anschließend hatten die Enochs-Schützlinge gegen ein abgezocktes Spitzenteam nicht mehr viel zu bestellen. Einzig der Pfostenstocherer von Marco Schikora in der 83. Minute sorgte noch einmal kurz für Unruhe. "Ich hatte nach dem Wechsel den Eindruck, die Mannschaft glaubt nicht an sich", sagte Enochs enttäuscht. Schon am Samstag geht es für Zwickau in Saarbrücken weiter.

Zwickauer Abwehrbllock bei Freistoß von Marc Stendera
Dieser Freistoß von Marc Stendera blieb in der Mauer hängen. Zweimal fanden die Gäste aber die Lücke. Bildrechte: imago images / Kruczynski

Das sagten die Trainer

Tomas Oral (Ingolstadt): "Ich bin absolut zufrieden und hatte sehr viel Respekt vor dieser Aufgabe heute. Immerhin hat auch Zwickau am vergangenen Wochenende gewonnen gehabt. Ich wusste, dass der Gegner sehr offensiv agieren wird, demnach war es nicht einfach. Wir hätten uns das Leben heute schon früher einfach machen könne, da wir sehr gute Aktionen nach vorne hatten. In Zukunft müssen wir noch galliger sein und das dritte beziehungsweise vierte Tor erzielen. Wenn unser Goalgetter, Dennis Eckert Ayensa, noch ruhiger agiert, dann kann er auch zweimal treffen. Das zweite Tor bereitet er sehr gut vor und Fatih, der eine sehr schwierige Vorbereitung hinter sich hat, schließt hervorragend ab. Dieser Sieg tut natürlich gut, denn damit holst du dir großes Selbstbewusstsein."

Joe Enochs (Zwickau): "Wir haben es heute nicht verdient gehabt. Ingolstadt war besser als wir. WIr haben Fehler im Zentrum gemacht, die wir nicht machen wollten. Gegen einen Gegner, der diese Fehler nutzt, ist es schwer, Spiele zu gewinnen. In der ersten Halbzeit hatten wir Halbchancen und waren über die rechte Seite sehr präsent. Nach dem 0:1 war es schwer, Ingolstadt von unserem Tor wegzuhalten. Wenn man 0:2 hintenliegt, werden die Wege immer weiter. Ich wusste nicht, dass es mein 100. Spiel ist. Es macht mir jeden Tag Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten. Wir sind eine gute Mannschaft, aber nur dann, wenn wir unsere Stärken auf das Feld bringen. Das haben wir heute nicht immer geschafft und das ärgert mich."

Joe Enochs im Interview 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zwickaus Trainer Joe Enochs ordnet die Niederlage gegen Ingolstadt nach dem Abpfiff ein.

Mi 13.01.2021 21:25Uhr 02:20 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-zwickau-ingolstadt-enochs100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Morris Schröter (FSV Zwickau) 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Während für Morris Schröter "Glück und Genauigkeit gefehlt haben", wurde Routinier Davy Frick deutlicher und sprach von einem "Qualitätsunterschied".

Mi 13.01.2021 21:51Uhr 02:47 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/zwickau-ingolstadt-schroeter-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

sst

Videos und Audios zur 3. Liga

Thomas Hoßmang
Thomas Hoßmang Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle anzeigen (152)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 13. Januar 2021 | 21:45 Uhr

16 Kommentare

Lutze vor 3 Tagen

Und täglich grüsst das Murmi,der DFB droht schon wieder mit eine Liqui-Lücke.Schmeisst den Bettel endlich hin.Keine Schummelein-keine Lizenz,so läuft der Hase.Schönes Wochenende.


Stephan vor 4 Tagen

Die Niederlage war verdient, keine Frage. Es kann eben doch nicht jeder gegen jeden gewinnen, wie ich mal dachte. Jetzt zusammen alles versuchen. Ingolstadt wird uns gegen unsere direkten Konkurrenten noch gute Dienste erweisen. Ist so. FSV, mein Verein.

Teamplayer vor 4 Tagen

Es war fast vorauszusehen, der FSV (Trabant aus Zwickau) hat gegen (den Audi aus) Ingolstadt keine Chance.
Noch ist nix verloren, der FSV hat es noch selber in der Hand!