Fußball | 3. Liga Erzgebirge Aue nach Niederlage in Essen Tabellenletzter

7. Spieltag

Erzgebirge Aue wartet auch nach sieben Spielen der neuen Saison weiter auf den ersten Sieg. Zwei schlecht verteidigte Standards geben den Ausschlag für die 1:2 (0:1)-Auswärtsniederlage bei Rot-Weiss Essen. Damit steht der FCE auf dem letzten Rang. Die Luft für Trainer Rost wird damit immer dünner.

Sam Schreck beim Schuss ufs das Tor 2 min
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Timo Rost ging mit vier Änderungen im Vergleich zur 0:1-Pleite im Sachsenduell gegen Dynamo Dresden in die Partie an der Hafenstraße. Ulrich Taffertshofer, Dimitrij Nazarov, Boris Tashchy und Marco Schikora rückten in die Startformation. Verzichten musste der Aue-Coach dagegen auf Marvin Stefaniak, der sich im Duell mit seinem Ex-Klub in der Vorwoche einen Muskelfaserriss zugezogen hat.

Standardtor bringt Aue in Rückstand

Tor für Essen. Felix Bastians 4, Essen trifft zum 1:0.
Tor für Essen: Felix Bastians (4) trifft zum 1:0. Bildrechte: IMAGO / Picture Point

Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern, die zunächst die Spielkontrolle hatten und Ball sowie Gegner laufen ließen. Den ersten guten Abschluss hatten die Sachsen durch Maximilian Thiel. Essen-Keeper Jakob Golz, Sohn des früheren Bundesliga-Torwarts Richard, hatte bei dem Fernschuss so seine Probleme und ließ den Ball zur Ecke klatschen (9.). Beide Teams näherten sich immer mehr dem Tor an, Aue versuchte es mehrfach aus der Distanz. Bei Essen hatte der Ex-Auer Clemens Fandrich, der erst vor einer Woche bei RWE angeheuert hat, einen Abschluss, der Versuch wurde aber geblockt (17.).

Wenig später durften die Gastgeber trotzdem jubeln. Nach einer Freistoßvariante legte Simon Engelmann den Ball am langen Pfosten zurück zu Felix Bastians, der sich gegen zwei Auer durchsetzte und den Ball mit dem Kopf über die Linie drückte (23.). Das war zu einfach aus Auer Sicht. Zehn Minuten später versuchte es Anthony Barylla mit einem direkten Freistoß aus 30 Metern, aber Golz ahnte die Ecke. Strittig wurde es dann in der 36. Minute. Niklas Tarnat ging im eigenen Strafraum mit gestrecktem Bein zu Werke, Thiel ging zu Boden, aber die Pfeife von Schiri Marc Philip Eckermann blieb stumm. Grenzwertig!

Aue drückt zu Beginn

Nach dem Seitenwechsel versuchte Aue, den Gegner in dessen Hälfte zu beschäftigen. Das führte nach knapp zehn Minuten zum Erfolg. Ein Einwurf von der linken Seite wurde von Schikora verlängert. Tashchy machte den Ball zunächst gut fest, legte dann auf Sam Schreck, der den Ball flach ins linke Ecke schoss. Doch statt nun den Druck hochzuhalten, schaltete Aue einen Gang zurück. Die Partie wurde etwas hektisch und Essen fand wieder mehr statt.

Jubel über das 1:1 durch Aues Sam Schreck
Jubel über das 1:1 durch Aues Sam Schreck Bildrechte: Picture Point

Nach einer Ecke durfte der Aufsteiger erneut jubeln. Wieder war Engelmann beteiligt, dessen Schuss von Korbinian Burger so abgefälscht wurde, dass er vor den Füßen von José-Enrique Rios Alonso landete, der aus acht Metern in die Mitte des Tors traf (63.). Aue musste nun wieder mehr machen. Rost brachte neue Offensivkräfte, löste dafür auch den Abwehrverbund auf. Die "Veilchen" konnten sich aber kaum Abschlüsse erarbeiten. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich hatte Thiel, der aber mit seinem Drehschuss nur die Unterkante der Latte traf (86.).

Stimmen zum Spiel

Timo Rost (Trainer Aue): "Wir hatten uns heute sehr viel vorgenommen und ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat gekämpft bis zum Schluss. Was mich stört: Wir haben die ganze Woche Standards geübt und angesprochen, was Essen für Standards spielt. Wenn man dann zwei solche Tore kassiert, ist das in unserer Situation sehr, sehr ärgerlich. Da muss man den Willen haben und bis zum Schluss dransein. Diese Sachen fallen uns gerade auf die Füße. Die ganzen 50:50-Situation entscheidet momentan noch der Gegner für sich."

Vorschaubild Rost 3 min
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Christoph Dambrowski (Trainer Essen): "Es ist ein fantastischer Fußballabend. Die Mannschaft hat alles reingelegt: Wille, Glaube, Leidenschaft. Sie wurde für den Aufwand belohnt. Heute waren wir einfach mal dran. Das gehört zum Drittliga-Fußball, dass man Spiele mit Standards entscheidet, das ist uns heute gelungen. Wir hatten auch aus dem Spiel heraus gute Chancen gehabt."

Vorschaubild Fandrich 2 min
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 03. September 2022 | 16:00 Uhr

124 Kommentare

ich sage mal so vor 20 Wochen

Zu Beginn des Spiels war RWE die aktivere Mannschaft, ohne jedoch zu zwingenden Gelegenheiten zu kommen. Nach gut zehn Minuten fand Aue etwas besser ins Spiel und konnte einige Eckbälle herausholen. Diese brachten jedoch nichts ein.
In der 23. Minute durften knapp 16.000 RWE-Fans im Stadion an der Hafenstraße erstmals jubeln. Nach einem Foulspiel an Felix Götze an der rechten Strafraumecke bekam RWE einen Freistoß zugesprochen. Niklas Tarnat fand am zweiten Pfosten, Simon Engelmann, der den Ball quer vor das Tor legte. Felix Bastians stieg am höchsten und traf per Kopf zum 1:0.
In der 41. Minute fiel fast das zweite Tor für die Essener Mannschaft. Nach einer schönen Balleroberung im gegnerischen Strafraum kam Simon Engelmann zum Abschluss, doch Aues Torhüter Philipp Klewin parierte. Kurz darauf flog ein Schuss von Isaiah Youbg über das Tor.

Gernot vor 20 Wochen

Kuddeldaddel. ....Ich unterschreibe jede Zeile von dir..... nur das war einmal und Kumpelverein etc ist lange her. Das mussten selbst die Königsblauen im Ruhrpott ganz bitter erfahren. Auf dieser Schiene fährst du Anno 2022 nicht einen einzigen Punkt mehr ein. Behalte es in Erinnerung......es ist vorbei und kommt nie wieder. Der europäische Profifußball heute ,ist ein knallhartes Geschäft welches jeden Fehler gnadenlos bestraft. Und davon wurden bei euch in jüngster Vergangenheit ein paar zu viele gemacht. Leider, statt den Lauf der Zeit zu erkennen, Selbstüberschätzung und Götterdämmerung bei den Verantwortlichen

kuddeldaddeldu vor 21 Wochen

Bei allem Spott, bei aller Häme die hier zu lesen ist sollte daran gedacht werden dass die Schachter es waren welche über einen längeren Zeitraum ein Aushängeschild für den Ostdeutschen Fußball waren, wo finanziell alles im Lot und sportlich entsprechend ansprechende Leistungen geboten worden sind. Fakt ist dass selbst in besten Zeiten weder Großsponsoren noch Spitzenfußballer im Erzgebirge sich die Klinke in die Hand gaben. Alles beruht auf harter Arbeit der Vereinsführung und zugegebenermaßen manchmal auch sportlichen Glück.
Ob Trainer oder Spieler, auch Vereinsführung, es fehlt im Moment eine klare Linie, ja es fehlt der Geist des Kumpelvereins aus der Saison 15/16.

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