Fußball | 3. Liga Dynamo Dresden erlegt die "Löwen"

10. Spieltag

Es war ein hartes Stück Arbeit, doch am Ende durfte Dynamo Dresden jubeln: Trotz Rückstandes drehte die SGD die Partie im eigenen Stadion noch und siegte mit 2:1 (1:1). Damit holte das Kauczinski-Team den ersten Sieg gegen eines der Topteams der Liga.

Bei Dynamo stand erwartungsgemäß Marco Hartmann wieder in der Startelf und sortierte sich zentral in der Fünferkette ein. Zudem sollte Patrick Weihrauch in der Offensive für die besonderen Momente sorgen. Paul Wille und Kevin Ehlers mussten deshalb zunächst auf die Bank.

Abschlüsse zunächst Mangelware

Beiden Teams merkte man an, dass sie ohne große Umwege nach vorne spielen wollten, jedoch kamen die Angriffe nicht wirklich durch - zumeist war kurz vor dem gegnerischen Sechzehner Schluss. Marvin Stefaniak hatte dann mit einem etwas zu hoch angesetzten Freistoß von der Strafraumkante den ersten nennenswerten Abschluss der Partie (20.). Die Hausherren hatten leichte Vorteile bei den Spielanteilen, doch wie so häufig in solchen Situationen machte der Gegner den ersten Treffer. Philipp Steinhart bekam bei einem Angriff den Ball vor die Füße, Stefaniak konnte ihn nicht richtig stören und der Linksaußen brachte mit dem ersten 60er-Abschluss sein Team in Führung (27.). Dabei rutschte ihm der Ball noch etwas über den Außenrist, so dass er unhaltbar für Kevin Broll im rechten Eck einschlug.

Dynamo hatte aber die richtige Reaktion parat. Keine fünf Minuten nach dem 0:1 wurde der ehemalige Münchner Yannick Stark nicht angegriffen und zog aus rund 20 Metern ab. Diesmal war "Löwen"-Schlussmann Marco Hiller ohne Chance. Dynamo wollte noch vor der Pause nachlegen. Kapitän Sebastian Mai versuchte es ähnlich wie Stark aus der Distanz - diesmal konnte Hiller aber parieren (42.). Die anschließende Ecke landete am Querbalken - wieder war es Mai, von dessen Kopf der Ball kam.

Tor zum 1:1
Jubel nach dem Ausgleich. Bildrechte: imago images / MIS

Königsdörffer sichert den Sieg

Kurz nach dem Seitenwechsel stand SGD-Schlussmann Broll im Scheinwerferlicht. Einen Versuch von Sascha Mölders kratzte er mit einer tollen Parade noch von der Linie und bewahrte sein Team vor dem erneuten Rückstand. Danach war lange Zeit offensiver Leerlauf angesagt. Hitzig wurde es nur als der Ex-Dresdner Dennis Erdmann den am Boden liegenden Ex-Münchner Christoph Daferner anbrüllte und somit eine Rudelbildung auslöste. Zuvor war Daferner mit tiefem Kopf Richtung Ball gegangen und hatte einen Elfmeter gefordert. Erdmann und Dynamos Innenverteidiger Tim Knipping sahen daraufhin die Gelbe Karte (61.).

Knapp zehn Minuten später durfte Dynamo wieder jubeln. Einen Eckball beförderte Mölders unabsichtlich mit dem Schienbein zu Ransford Königsdörffer, der am kurzen Pfosten die Übersicht behielt und ins Eck traf. Nun war Dynamo noch einmal 20 Minuten in der Defensive gefordert und tat das sehr gut. Zum einen waren die Löwen nicht zwingend genug in der Vorwärtsbewegung, die vielen hohen Bälle ins Zentrum köpften die langen Kerle aus Dresden zumeist wieder aus der Gefahrenzone. Dynamo kam auch noch einmal gefährlich vor den gegnerischen Kasten, aber Pascal Sohm stand bei seiner Liga-Premiere für die Sachsen hauchzart im Abseits (84.).

(L-R) Sebastian Mai (Dynamo Dresden) gegen Dennis Dressel (1860 München)
Sebastian Mai (Dynamo Dresden/li.) gegen Dennis Dressel (1860 München). Bildrechte: imago images / MIS

Dynamo nun Sechster

Damit gelang den Dresdner nach den vier Siegen gegen die Kellerkinder Kaiserslautern, Magdeburg, Lübeck und Meppen nun der erste Dreier gegen ein Team aus der oberen Tabellenhälfte. Mit 16 Zählern steht Dresden auf Rang sechs und muss in der kommenden Woche beim Vierten Hansa Rostock antreten. 1860 bleibt trotz der Niederlage Zweiter, hat nun aber bereits fünf Punkte Rückstand auf Aufsteiger und Überraschungsteam Saarbrücken.

Stimmen zum Spiel:

Michael Köllner (München): "Jedes Spiel schreibt seine eigene Geschichte. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und in der ersten Halbzeit gut Druck aufgebaut. Wir haben sehr kompakt gespielt und Dynamo nicht zur Entfaltung kommen lassen. Die Führung war nicht unverdient, wir haben dann aber die ein oder andere Umschaltmöglichkeit liegen lassen. Das 1:1 war zunächst kein Problem für uns. In der zweiten Halbzeit haben wir gleich eine Riesenchance von Mölders, die der Torwart gut hält. Bei der Ecke war es dann ein bisschen Slapstick von uns, danach war es schwer, gegen so eine große Mannschaft noch zu Torgelegenheiten zu kommen."

Markus Kauczinski (Dresden): "Es waren heute alle voll drin, deswegen haben wir ein gutes Spiel gemacht. Die Mannschaft war gefordert und ich habe schon unter der Woche gemerkt, dass da eine gute Energie drin ist. Die Mannschaft wollte das Saarbrücken-Spiel abschütteln und endlich konstant werden. Den geforderten Elfmeter hätte ich auch nicht gepfiffen, da war der Kopf doch schon sehr tief, auch wenn Hosiner da getroffen wird."

Zwei Fußballspieler, ein Ball 1 min
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Ein Spieler im Interview nach der Partie
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4:0 für die SG Dynamo Dresden - eine Ansage. Hier gibt es die Reaktionen von Spielern und Trainern nach dem Spiel gegen den FC Ingolstadt.

Sport im Osten Sa 27.02.2021 14:00Uhr 04:43 min

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Eine Torchance während des Spiels
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 15. November 2020 | 15:25 Uhr

73 Kommentare

Dynamokralle vor 14 Wochen

Danke lieber Hubert!
Einiges aus meinem Kommentar doppelt sich mit Aussagen z. Bsp. von Voice (danke noch für die Grüße) und Muzzi. Mag ich nicht so gerne, lässt sich aber durch die Überschneidung bei der Veröffentlichung manchmal nicht vermeiden. Fazit: es wird eine Gratwanderung und auf die Kunst unsres Trainers ankommen, die richtige Balance zwischen Spannung aufbauen und Druck nehmen zu finden. Aber ich hab da nach wie vor Vertrauen und vor allem Geduld.
🖤💛 Grüße und einen schönen Abend

Hubert vor 14 Wochen

Ja, liebe Dynamokralle, ich kann Dir hier vollkommen beipflichten. Seiten,s des Verein's wurde von dem Ziel in 2 Jahren den Aufstieg zu schaffen gesprochen. Auch die meisten Fan's sehen das so. Größeren Druck aufbauen macht m. E. wenig Sinn.
Der Trainer und die Spieler werden sich bestimmt selbst motivieren. Dann noch das ganze Drum-herum ( Corona und wirtschaftliche Situation) macht alles noch komplizierter. Man kann nur hoffen, dass die Sponsoren zur Stange halten. Wann Fan's wieder ins Stadion dürfen ist z. Z. vollkommen unklar. Und mancher Fan wir finanziell auch zu kämpfen haben.
Also weiterhin Geduld haben.
Dynamische Grüße

Muzzi vor 14 Wochen

Keine Antwort ist meist die eindeutigste Antwort lieber MLink. Meine Erwartung war aber auch zu hoch, denn wie will er sich denn duellieren, wenn die "Waffen" dafür fehlen ;-)

So, nun aber Erde drüber und den "Grabstein" aufgestellt.

Dynamische Grüsse
Muzzi