Fußball | 3. Liga SG "torlos" Dresden verliert beim Schlusslicht Unterhaching

31. Spieltag

Dynamo Dresden hat in der wichtigsten Saisonphase Ladehemmung. Auch beim Tabellenletzten Unterhaching gelang dem Drittliga-Spitzenreiter kein Treffer. Dabei war die Chance, im Aufstiegskampf Boden gut zu machen, so groß.

spio- 15 min
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Drittliga-Spitzenreiter Dynamo Dresden hat die Vorlage und die Patzer von Hansa Rostock und dem FC Ingolstadt nicht genutzt: Beim Liga-Letzten in Unterhaching verloren die Schwarz-Gelben nach einer schwachen Leistung verdient mit 0:2 (0:1). Beängstigend dabei: Dynamo hat ausgerechnet in der wichtigsten Saisonphase ein Torproblem und ist seit 348 Minuten ohne eigenen Treffer. Das Gute: Die Schwarz-Gelben bleiben Erster, bekommen aber mit dem TSV 1860 München weitere Konkurrenz im Aufstiegskampf.

Nur der Start war gut

Nach zwei torlosen Auftritten zuletzt, würfelte Dynamo-Trainer Markus Kauczinski ordentlich durch und brachte gleich vier frische Offensivkräfte. Julius Kade, Niklas Kreuzer, Marvin Stefaniak und Agyemang Diawusie sollten für neue Offensivpower sorgen. Und diese Rotation hätte sich beinahe früh ausgezahlt. In der 15. Minute steckte Kreuzer herrlich auf Stefaniak durch, der visierte die lange Ecke an, scheiterte aber an Hachings-Keeper Jo Coppens, der den Ball mit den Fingerspitzen um den langen Pfosten lenkte. Wenig später kam erneut Stefaniak aussichtsreich zum Abschluss, bekam aus 15 Metern aber nicht genügend Druck hinter den Ball.

Hain schockt Dynamo

Es blieben die beiden einzigen guten Angriffssituationen des Spitzenreiters, der sich ansonsten in vielen Zweikämpfen verzettelte und nicht wirklich zielstrebig nach vorn spielte. Unterhaching - ein Sieg in den letzten 16 Spielen und abgeschlagen Letzter - verteidigte eng und setzte Nadelstiche. Die ersten Schüsse verpufften, doch kurz vor der Pause schlug es ein: "Flankengott" Markus Schwabl bediente Stephan Hain, der am höchsten stieg und ins lange Eck köpfte (40.). Keeper Kevin Broll streckte sich vergebens und Dynamo lief fortan einem Rückstand hinterher.

Stephan Hain SpVgg Unterhaching, macht das Tor zum 1:0, Torhueter Kevin Broll SG Dynamo Dresden kann das Tor nicht verhindern.
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Neuer Sturm - keine Wirkung

Kauczinski reagierte. Christoph Daferner und Diawusie blieben in der Kabine, Pascal Sohm und Luka Stor durften sich jetzt als Stürmer versuchen. Besser wurde es dennoch nicht. Den Dresdnern fehlten Leichtigkeit und Entschlossenheit. Zudem krankte das Passspiel. Viele Bälle landeten in den Beinen des Gegners, Dynamo kam einfach nicht zum Abschluss.

Unterhaching erhöht per Elfmeter

Christoph Greger Unterhaching, 15 trifft gegen Kevin Broll Torwart, Dynamo Dresden, SGD, 1 per Strafstoß zum 2:0, 11.04.2021
Christoph Greger verwandelt den Elfer, Kevin Broll hat die Ecke. Bildrechte: imago images/foto2press

In der 57. Minute kam es knüppeldick: Nach einem Laufduell mit Ransford Königsdorffer ging Niclas Anspach zu Boden. Schiedsrichter Tobias Schultes entschied sofort auf Strafstoß. Verteidiger Christoph Greger ließ sich die Chance nicht nehmen und brachte die Oberbayern mit 2:0 in Führung. Beflügelt vom Elfmetertor hielt der Letzte den Ersten weit vorm eigenen Tor weg.

Dresden kam einfach nicht durch und verbuchte erst in der Nachspielzeit zwei gefährliche Abschlüsse. "Es fällt mir schwer, Worte zu finden. Wir sind nicht wie ein Spitzenreiter aufgetreten", sagte SGD-Kapitän Sebastian Mai bei "Magenta" und ärgerte sich, die Steilvorlage der Konkurrenz nicht genutzt zu haben: "Das ist unfassbar."

Spieler von Dynamo Dresden, vorn Sebastian Mai Dynamo Dresden, SGD, 26 enttäuscht schauend
Fassunglos - SGD-Kapitän Sebastian Mai. Bildrechte: imago images/foto2press

Dynamo und der Bayern-Komplex

Bittere Anekdote am Rande: Dynamo Dresden hat in dieser Saison gegen Mannschaft aus Bayern nicht einen Punkt gewonnen. Vor der Pleite in Unterhaching zog die SGD schon bei den Gastspielen gegen Bayern München (0:3), FC Ingolstadt (0:1), Türkgücü München (0:1) und TSV 1860 München (0:1) den Kürzeren. Zum Glück führt Dresden in dieser Saison keine Fahrt mehr nach Bayern...

Das sagten die Trainer

Markus Kauczinski (Dresden): "Wir haben uns das anders vorgestellt und es insgesamt nicht gut gemacht. Die ersten 20 Minuten waren okay. Danach hatten wir leichte Ballverluste. In der zweiten Halbzeit hatten wir uns soviel vorgenommen, aber nach dem Tor mussten wir hinterherrennen. Wir haben es dann zu sehr mit der Brechstange versucht, uns hat dann die spielerische Linie gefehlt, um die Angriffe besser auszuspielen. Der Kampfgeist war in Ordnung. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Jungs nicht wollten. Wir waren heute aber zu verkrampft. Sorgen mache ich mir nicht, aber Gedanken, wie wir so ein Spiel im Griff halten können."

Arie van Lent (Unterhaching): "Wir können uns sehr über das Spiel freuen. Wir haben sehr viel Leidenschaft gezeigt, nur in den  ersten 20 Minuten haben wir uns schwer getan, dann sind wir immer mehr ins Spiel gekommen. Das Tor hat uns natürlich gut getan. Wir haben alles rausgehauen und bleiben am Leben."

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Sport im Osten So 11.04.2021 15:10Uhr 02:06 min

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 11. April 2021 | 15:10 Uhr

89 Kommentare

Dynamokralle vor 4 Wochen

Danke, lieber Hubert, ebenso! Widmen wir uns den Alltagspflichten und genießen nebenher den Frühling, der hier schon merklich eingezogen ist.
Grüße aus dem Elbtal ins Gebirge 🙋🏻‍♀️

Brinky vor 4 Wochen

Meiner Meinung nach hat sich hier das Trainerteam um M.K. schon allein mit der Mannschaftsaufstellung " verzockt". Anschlusskader bei einem mgl. Zwischenstand von 2 : 0 FÜR Dynamo zu bringen macht wesentlich mehr Sinn als das Spiel mit einer "B" Auswahl zu starten. Wenn es wie gesehen nicht läuft, bei Rückstand das Ruder herumzureißen erscheint mir schon vom Denkansatz her viel schwieriger. Gegen tiefstehende Gegner hatte die Mannschaft in der Vergangenheit schon immer Probleme. Von den eigenartigen Aus-/Einwechslungen gar nicht zu sprechen. Diese Niederlage war Hausgemacht !!! Noch zwei, drei solcher Spiele und die Saison wird doch noch eine riesige Enttäuschung.

Hubert vor 4 Wochen

Hallo wolle, ich hoffe, dass es Dir heute einen Tag später wieder besser zumute ist, ich war auch deprimiert.
Ich kann auch nicht verstehen, was zur Zeit bei Dynamo so schief läuft. Die große Euphorie ist erstmal dahin.
Was wir aber nicht gebrauchen können, ist dass nur ein Schuldiger ausgemacht wird. Jetzt müssen alle im Team zeigen, dass sie was können, ansonsten können die Felle davon schwimmen. Der Wideraufstieg ist greifbar nahe, aber......
Wir als Außenstehende können nur zurufen, die Arbeit jetzt, muss wie Dynamokralle schon sagte, Fachleuten vor Ort überlassen werden.
Dynamische Grüße und eine angenehme Woche.
@Dynamokralle:
Dir wünsche ich auch noch eine schöne neue Woche, das hatte ich gestern vergessen, sorry.