Fußball | 3. Liga Hallescher FC rutscht tiefer in die Krise

20. Spieltag

Der Hallesche FC verliert auch beim SV Meppen. Der Mannschaft von Trainer Florian Schnorrenberg steht nach der 1:4 (0:1)-Niederlage eine ungemütliche Winterpause bevor. Nach Boyd-Elfer sorgt ein Doppelschlag binnen zwei Minuten für die Entscheidung.

Tor für Meppen 19 min
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HFC-Trainer Florian Schnorrenberg wechselte im Vergleich zur 1:2-Niederlage bei Wehen Wiesbaden einmal und brachte den zuletzt nach Roter Karte gesperrten Jan Löhmannsröben gleich von Beginn an, Justin Eilers rückte dafür auf die Ersatzbank. Auch Marcel Titsch Rivero und Jan Shcherbakovski standen nach Genesung wieder zur Verfügung, blieben aber zunächst draußen.

Tankulic bringt Meppen in Führung

Das Spiel begann vor 5.000 Zuschauern in der Hänsch-Arena in Meppen ausgeglichen. Beide Teams hatten Möglichkeiten im Spiel nach vorn, wenngleich Großchancen zunächst Mangelware blieben. Luka Tankulic (2./26.) und Willi Evseev (29.) zielten zu ungenau, auf der anderen Seite blieb ein Schuss von HFC-Verteidiger Niklas Kreuzer in der Abwehr hängen (34.), Terrence Boyd verpasste eine scharfe Hereingabe nur knapp (40.).

Jeron Al-Hazaimeh (SV Meppen 25) vs Terrence Boyd (Hallescher FC 13)
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Kurz vor der Pause ging Meppen dann in Führung: Einen Schuss von Morgan Faßbender aus der Distanz konnte Daniel Mesenhöler im Tor der Hallenser nur zur Seite abwehren - Lukas Krüger legte quer auf Tankulic, der schloss den Angriff ab zum 1:0 für die Gastgeber. (45.).

Doppelschlag nach Boyd-Elfer

Der nächste Rückschlag für die zuletzt arg gebeteulten Hallenser, dann immerhin kurz nach dem Seitenwechsel ein Hoffnungsschimmer: Boyd wurde im Strafraum von Meppens Torwart Erik Domaschke gefoult, den fälligen Elfmeter verwandelte der US-Amerikaner selbst zum 1:1 (55.) - wobei er Glück hatte, den Flachschuss hätte Domaschke durchaus parieren können.

Der HFC war nun drauf und dran, selbst in Führung zu gehen. Doch, wie es einer Mannschaft im Abwärtsstrudel häufig ergeht: In den entscheidenden Momenten hatten die Saalestädter das Nachsehen. So auch Mitte der zweiten Halbzeit, als Meppen durch einen Doppelschlag binnen zwei Minuten für die Vorentscheidung sorgte: Erst nickte Faßbender eine verlängerte Flanke aus kürzester Distanz zum 2:1 ein (66.), dann stürmte René Guder auf Mesenhöler zu und überwand den HFC-Keeper per Flachschuss - 3:1 (67.).

Torschütze Luka Tankulic (SV Meppen) jubelt nach seinem Tor zum 1:0.
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Zwar gaben die Hallenser nicht auf und hätten durch den eingewechselten Shcherbakovski, der Domaschke prüfte (78.), erneut verkürzen können. Doch Tankulic machte schließlich mit dem 4:1 alles klar (85.).

Das sagten die Trainer

Florian Schnorrenberg (Trainer Halle): "Wir sind bitter enttäuscht, weil wir uns viel vorgenommen haben. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht, waren in vielen Phasen durchaus gut in der Partie. Der SV Meppen hat die Qualität, unsere Fehler eiskalt zu bestrafen. Dann tut das Ergebnis doppelt weh, weil von der Leistung, vom Engagement her war vieles nicht so schlecht. Aber im Fußball zählen natürlich Ergebnisse, und die haben wir gerade nicht. Deswegen sind die Jungs ganz schön niedergeschlagen. Dass wir Trainer in die Kritik geraten, ist doch ganz klar. Was jetzt kommt, wird man sehen, da werden sich die Verantwortlichen bestimmt beraten. Dazu kann ich jetzt nichts sagen."

Rico Schmitt (Trainer Meppen): "Das war ein sehr emotionales Jahr. Nicht nur für mich persönlich, auch für den Verein. Im März war ich noch auf Arbeitssuche, im April durfte ich hier einsteigen. Ich habe es nicht geschafft, die Liga zu halten, es sind erst glückliche Umstände gewesen (Meppen blieb in der Liga, weil dem KFC Uerdingen die Zulassung verwehrt wurde, d. Red.). Wir haben es geschafft, dass die Jungs sich selbst reflektiert haben. Wir haben in den letzten fünf, sechs Monaten eine fantastische Performance hingelegt. Das heute war kein Leckerbissen, das war ein hartes, robustes Match."

Jan Löhmannsröben (Halle): "Das war ein gutes Spiel bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, dann laden wir den Gegner ein. Wir machen das 1:1, wir sind dran. Man sieht, dass wir gut im Spiel waren und näher am 2:1 waren als der Gegner. Dann machen wir gefühlt zwei Eigentore, und dann spielt Meppen sich in einen Rausch. Es ist Woche für Woche derselbe Scheiß. Zum Trainer äußere ich mich nicht, das ist nicht mein Bereich. Der Trainer steht nicht auf dem Platz, schießt die Tore vorn nicht und macht die Fehler hinten nicht. Der stellt uns auf, gibt uns das Vertrauen, und wir sind mal dran, das zurückzuzahlen."

Szene aus Meppen - HFC 2 min
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mze

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Joe Enochs
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 18. Dezember 2021 | 14:00 Uhr

75 Kommentare

matze0762 vor 4 Wochen

Flo, wir gehen unseren Weg und natürlich werden wir die Klasse halten (wie jedes Jahr!!).Nur frage ich mich, warum wir jedes Jahr so einbrechen, das ist doch nicht normal? Die Mannschaft ist nicht schlecht besetzt, das haben uns doch die erfolgreichen Spiele am Anfang der Saison gezeigt. Ich weiß nicht, ob ein neuer Trainer da was ausrichten kann, aber hoffen darf man das. Ich halte Minge übrigens durchaus für den Richtige auf seinem Posten, wie auch Rauschenbach. Wünsche Dir ein schönes Fest und guten Rutsch, bleib gesund, alles wird gut. Rot/weiße Grüße aus Halle

Flo vor 4 Wochen

Und Rauschenbach und, und, und......
Warum gibt ein Anhänger von MD nur solche intelligenten Ratschläge. Ähhh weil er uns wohlgesonnen ist ? Weil er übermäßigen Fußballverstand hat ? Oder weil er ne nasse Hose kriegt, wenn es der HFC nicht schaft in der Liga zu bleiben ? Oder man will sich die Schmach einer erneuten Derbyniederlage ersparen.

Maza vor 4 Wochen

Dir und deiner Familie auch ein frohes Fest!! Das Blau- Weiße Fest wird ja ruhiger ablaufen, als das Rot-Weiße!!
Euch und uns ein erfolgreiches 2022!!