Fußball | 3. Liga Krimi in Wiesbaden geht am Ende an den 1. FC Magdeburg

6. Spieltag

Es war das erhoffte Topspiel zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und dem 1. FC Magdeburg: Ein Haufen Chancen, sechs Tore und mit dem 4:2 (2:0) der perfekte Ausgang für die Elbestädter.

Wiesbaden - 1. FC Magdeburg 1 min
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Die Spiele des 1. FC Magdeburg sind nichts für schwache Nerven. So auch beim SV Wehen Wiesbaden. Hier gibt es die sechs Tore noch einmal zum Mitjubeln.

Sport im Osten Sa 28.08.2021 14:00Uhr 01:19 min

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Bei den Magdeburgern gab es drei Umstellungen im Vergleich zum 1:2 in Saarbrücken am Mittwochabend: Tim Sechelmann, Connor Krempicki und Florian Kath ersetzten Tobias Knost, Adrian Malachowski und Luca Schuler. Bei Wehen Wiesbaden gab es sogar vier Wechsel im Vergleich zum 2:0 beim MSV Duisburg unter der Woche. Und die Elbestädter legten gleich los wie die sprichwörtliche Feuerwehr: Baris Atik schickte Sirlord Conteh, der mal wieder seine Schnelligkeit ausspielte und beim Abschluss über SVWW-Keeper Florian Stritzel viel Gefühl bewies (2.).

Einwechselspieler schießen FCM zum Sieg

Die Gäste bestimmten die ersten 15 Minuten und ließen Wehen Wiesbaden überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Danach wurden die Hessen über ihren Zielstürmer Gustaf Nilsson stärker, der einige Möglichkeiten hatte. Das Tor machte dann aber auf der anderen Seite Atik, der einen schmeichelhaften Handelfmeter sicher verwandelte (37.). Zur Halbzeit war der FCM virtuell Tabellenführer.

Baris Atik 1.FC Magdeburg erzielt das Tor zum 0:2 durch Elfmeter
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Im zweiten Durchgang ließen die Magdeburger wie in den Spielen zuvor stark nach und kassierten folgerichtig per Doppelschlag den Ausgleich. Erst traf Kevin Lankford nach einer Billard-Aktion im FCM-Strafraum (60.), dann fälschte Adrian Malachowski einen Nilsson-Schuss aus spitzem Winkel unhaltbar ab (61.). Im Anschluss waren die Wiesbadener dem dritten Treffer näher, doch die Gäste überstanden die Drangphase und gingen durch den Treffer des eingewechselten Kai Brünker, bei dem ebenfalls neuen Luca Schuler gut nachgesetzt hatte, wieder in Führung (83.). Der FCM verteidigte mit viel Herz und schaffte in der Nachspielzeit die Entscheidung, als Schuler nach einem Konter cool vor dem Tor blieb (90.+3). Durch den späten Sieg von Viktoria Berlin reichte es aber nicht ganz für die Tabellenführung, sondern nur für Rang zwei.

Das sagten die Trainer

Christian Titz (Magdeburg): "Das Spiel heute hat mich innerlich so aufgeregt, weil wir 2:0 führen, eigentlich noch das dritte Tor machen müssen durch Kai Brünker und auf einmal steht es 2:2 und wir haben das Spiel aus der Hand gegeben. Da waren wir nicht griffig genug, sind aber zurückgekommen. Mit der Einwechslung von Luca Schuler, für den es mich persönlich sehr freut, hat sich das Spiel dann noch einmal gewendet. Beim 3:2 hat er toll nachgesetzt und den Ball für Kai überlassen. Der Elfmeter war eine sehr glückliche Entscheidung für uns, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren."

Rüdiger Rehm (Wiesbaden): "Wir wollten Vollgas geben, das habe ich auch vorgelebt. Die Jungs haben alles rausgehauen, das muss man ganz klar sagen. Es ist eine ärgerliche Geschichte, dass wir dieses Spiel noch verloren haben. Denn wir hatten es in der zweiten Halbzeit komplett in der Hand, es zu drehen. Ab der 17. Minute sind wir gut ins Spiel gekommen, dann kam das 0:2 und wir mussten die Ärmel hochkrempeln und einen Rückstand drehen. Das haben wir relativ schnell geschafft und hätten auch das 3:2 machen können. Magdeburg hat heute eiskalt gekontert, was sonst eigentlich nicht so ihr Stil ist. Diese Konter müssen wir künftig besser verhindern."

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Ziegler im Interview.
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 28. August 2021 | 16:00 Uhr

63 Kommentare

Kab41OZ vor 3 Wochen

Zum einen ist die Mannschaft personell auf vielen Positionen verändert. Zum anderen ist jetzt auch fast durchgängig ein klares Konzept erkennbar. Wir pressen häufig hoch und können auch schnelles Umschaltspiel kreieren. Wenn es mal nicht so gut läuft oder eng wird können wir auch noch gute Spieler von der Bank bringen. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied zu vorher. Unser Spiel wirkt dynamischer und wuchtiger und bei allen ist auch der unbedingte Wille zum Siegen stets erkennbar. Jede Mannschaft läßt regelmäßig gute Torchancen ungenutzt. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal von uns. Wir machen es aber derzeit schon viel besser als in der Vergangenheit. 12 Treffer nach 6 Spielen sind keine schlechte Quote. Das Spiel in Saarbrücken war nicht gut. Die Niederlage hatte aber auch noch andere Gründe. Das wurde hier auch ausgiebig diskutiert. Ich weiß eigentlich gar nicht, was Du hier mitteilen willst. Du gönnst uns aber scheinbar den Erfolg nicht. Ist uns aber vollkommen egal.

Hans I vor 3 Wochen

Das Ziel Aufstieg wurde zwar nicht offiziel ausgegeben aber wenn eine Mannschaft 13 Spiele unter der neuen Leitung nicht mehr verliert vor dem Saarbrücker Spiel, dann hat man seine Erwartungen. In Saarbrücken nach der verdienten Niederlage, konnte man sehen wie gefrustet die Spieler waren. Sie waren es ja schon gewohnt nicht mehr zu verlieren, da steigen dann die Erwartungen. Titz hat es tatsächlich geschafft aus einer desolaten Truppe innerhalb kürzester Zeit eine Mannschaft zu entwickeln die das Umsetzt was er sehen möchte . Schlüßelspieler sind Atik der mit einem one touch pass seine Mitspieler in Szene setzten kann. Auch andere Spieler profitieren von dem Aufschwung die vorher verunsichert waren und froh waren wenn Sie die Kugel nicht bekommen haben. Wenn man aber sieht wie fahrläßig Magdeburg in Hz 1 mit Ihren Chancen umgegangen ist und nach dem Ausgleich eine Zeitlang angenockt war dann läßt das hoffen.

Gernot vor 3 Wochen

Über Hänschenklein müssen wir nicht reden.......
Bin aber der Meinung, wenn noch die ein oder andere Stellschraube ,sprich Defensivverhalten optimal justiert wird ( es gibt auch noch die Transferperiode im Winter), hat diese Truppe mit dem Trainer die Qualität ganz lange vorn mitzuspielen. Zumal man eine wirkliche Handschrift und auch Weiterentwicklung erkennen kann. Das Umfeld , incl Struktur und Finanzen, sollten da kein echtes Problem sein. Ich bin diesbezüglich optimistisch und Ziele sind das Wichtigste für die eigene Entwicklung.