Fußball | 3. Liga Hallescher FC blamiert sich bei Schlusslicht Havelse

15. Spieltag

Der Hallesche FC hat den Sprung Richtung Aufstiegsplätze verpasst – am Samstag kassierte der HFC die zweite Auswärtsniederlage. Ausgerechnet bei Schlusslicht Havelse patzte Halle durch grobe Abwehrschnitzer.

Der Hallesche FC sein Auswärtsspiel bei Tabellenschlusslicht TSV Havelse verloren. Das Team von HFC-Coach Florian Schnorrenberg unterlag am Samstag (06.11.2021) 1:2 (1:2) und rutschte in der Tabelle auf den zehnten Platz ab. Havelse konnte dank des dritten Saisonsieges den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze auf sechs Zähler verringern.

Zwei Konter bringen Havelse den Heimsieg

Der HFC verlor das Spiel durch zwei Abwehrfehler in der Anfangsphase: Fynn Lakenmacher nutzte die Schnitzer eiskalt (8./18.). Halle hatte zwar über weite Strecken mehr vom Spiel und vor allem auch in der ersten Halbzeit gute Torchancen. Mehr als ein Kopfballtor von Michael Eberwein gelang den HFC-Kickern aber nicht (45.).

HFC verschläft den Start

Halles Trainer Schnorenberg hatte vor dem Spiel gemahnt, dass sein Team leer ausgehen werde, "wenn wir nur 90 Prozent abrufen." Nach dem Spiel musste er gestehen: "Aber wir hatten heute den einen oder anderen Spieler, der längst nicht an die 100 Prozent gekommen ist." Das zeigte sich vor allem bei den zeitigen Gegentoren. Halle verschlief den Beginn der Partie und hatte große Lücken in der Defensive. Havelse, das die letzten drei Spiele mit einer Tordifferenz von 3:15 verlor, war dagegen hellwach. Nach acht Minuten nutzte TSV-Angreifer Lakenmacher eine Eingabe von links freistehend zur Führung (8.), kurz darauf spritzte der 21-Jährige in einen schlampigen Pass von Niklas Kastenhofer und konterte zum 2:0 (18.)

Kreuzer-Freistoß an den Pfosten

Halles Pläne, mit einem Sieg in Havelse an die Top vier der Liga heranzurücken, erhielten mit dem Rückstand einen argen Dämpfer. Dabei waren auch die Hallenser in der Anfangsphase nicht komplett chancenlos. Eberwein scheiterte mit einem Kopfball aber knapp (10.), Niklas Kreuzer traf bei einem Freistoß nur den Pfosten (17.).

Shcherbakowski und Boyd stehen sich im Weg

Mit zunehmender Spieldauer übernahm Halle mehr und mehr das Spielgeschehen und hatte deutliche Ballbesitzvorteile. Noch in der ersten Hälfte wurden die Offensivbemühungen belohnt: Nach einer Ecke sprang Eberwein am höchsten und köpfte zum 1:2-Anschlusstreffer ein (45.). Mit Wiederanpfiff drängte der HFC auf den Ausgleich. Bei der besten Möglichkeit standen sich ausgerechnet die beiden Hallenser Offensivspieler Jan Shcherbakovski und Terrence Boyd im Weg – Shcherbakovski schoss Boyd aus Nahdistanz an, so flog der Ball neben und nicht ins Tor (60.).

Mit zunehmender Spieldauer holte der HFC immer mehr die Angriffsbrechstange raus. Havelse verteidigte dicht gestaffelt und hatte nun auch Konterchancen. So durfte das Tabellenschlusslicht über den dritten Saisonsieg jubeln, Halle blamierte sich dagegen mit der vierten Saisonniederlage.

Stimmen zum Spiel

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Sport im Osten Sa 06.11.2021 16:00Uhr 01:47 min

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Michael Eberwein (Torschütze Hallescher FC): "Wir kassieren viel zu leicht und aus Umschaltsituationen am Anfang die Tore, da waren wir einfach nicht wach. Sie hatten dann noch zwei, drei Kontermöglichkeiten, wo wir nicht gut absichern. Wir machen dann kurz vor der Pause sogar das 1:2, das hat uns Kraft gegeben. Wir kommen dann auch gut raus aus der Halbzeit. Aber zum Schluss hatten wir wenig Durchschlagkraft, waren viel zu unpräzise. Das war einfach nicht gut Wir waren einfach nicht wach und nicht konzentriert."

Fynn Arkenberg (Havelse, Ex-Spieler HFC): "Natürlich habe ich noch Sympathien für den HFC, die drei Punkte sind aber gut bei uns aufgehoben. Die letzten beiden Spiele waren nicht gut. Aber es ist gut, dass wir jetzt wieder in der Spur. Es war gut, dass wir heute geschlossen als Mannschaft, ekelhaft und aggressiv auf dem Platz standen und schnell nach vorn gespielt haben. Das war der Schlüssel zum Erfolg."

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Florian Schnorrenberg (Trainer Halle): "Wir haben heute gesagt, wir müssen 100 Prozent abliefern. Ob das jetzt an der Einstellung lag, kann ich noch nicht sagen. Aber wir hatten heute den einen oder anderen Spieler, der längst nicht an die 100 Prozent gekommen ist. Und wenn Du dann einen tief stehenden Gegner, der gut umschalten kann, das wussten wir vorher, so einlädst und zwei Tore Rückstand aufholen musst, dann wird es nicht einfach. Wir sind enttäuscht, weil wir uns heut eine andere Leistung vorgestellt haben. Wir haben dann auch zu langsam gespielt im eigenen Ballbesitz. Wir hatten trotzdem die eine oder andere Möglichkeit. Und wenn man mal symptomatisch Terrence Boyd nimmt, der sonst unser Torgarant ist, der verhindert heute noch das 2:2, weil er Shcherbakovski in die Schussbahn läuft."

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Rüdiger Ziehl (Trainer Havelse): "Wenn wir gewinnen, ist es für viele überraschend, weil wir ein Außenseiter in der 3. Liga sind. Wir haben heute viel investiert und unsere Möglichkeiten durch Ballgewinne auch gut genutzt. Wir sind verdient in Führung gegangen. Wir wussten, dass Halle hintenraus viel Ballgewinne hat, dass wir gut verteidigen müssen. Das haben wir gut gemacht, hatten in der einen oder andren Situation sicher auch das nötige Glück. Das Glück haben wir uns durch eine geschlossene Mannschaftsleistung erarbeitet. Das haben wir im Vorfeld auch eingefordert. Wir wollten eine Mannschaft auf dem Platz haben. Und, dass wollten wir auch sehen. Wir waren heute sehr griffig in den Zweikämpfen. Die Mannschaft wollte sich heute beweisen."

von Dirk Hofmeister

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 06. November 2021 | 16:00 Uhr

96 Kommentare

Nordlicht aus der Altmark vor 10 Wochen

Es braucht wohl wieder ein Derby gegen Magdeburg damit der HFC wieder die richtige Einstellung bekommt. Gegen Magdeburg war von Anfang an klar, dass der HFC sich nicht schlachten lassen wollte.

MAGNETO vor 10 Wochen

@Hobosapiens
Wo bitte hast du das von dir geschriebene gehört oder gelesen?
Es gab nicht mal ansatzweise Ausreden bei uns. Allgemeiner Tenor: Das Team war schlecht!
Und die 3 Schiedsrichterinnen haben eine prima Leistung geboten. Im Gegensatz zu vielen männlichen Kollegen waren sie auch überhaupt nicht arrogant.

revolvere vor 10 Wochen

naja,
fest steht (für mich), dass Schnorrenberg der wunschtrainer vom präse ist, und nietfeld der wunschkandidat von Schnorrenberg. und solange sich in der einstellung nichts ändert, wir dsich auch nichts ändern.
wir fahren dieses jahr etwas besser, das will ich nicht bestreiten, das system ist aber nahezu dasselbe.
ich meine, wir sind ja auch nicht doof.
gruss nach halle