Fußball | 3. Liga FC Carl Zeiss Jena muss sich weiter gedulden - Stadt lehnt Ausnahmegenehmigung ab

Der FC Carl Zeiss Jena muss sich weiterhin mit dem Trainingsbetrieb gedulden. Eine Ausnahmegenehmigung für das Schlusslicht der 3. Liga lehnte die Stadt Jena ab. Im Falle einer Fortsetzung der Saison könnte es für den FCC damit eng werden. Das Konzept von DFB ud DFL wird durch den Chef des Jenaer Pandemiestabes scharf kritisiert.

Ein Fußball ruht auf einem Pult vor einem Spielfeld.
Bildrechte: imago/Gerhard König

Lange Gesichter an den Kernbergen. Während bereits eine Mehrzahl der Drittligisten in Kleingruppen trainiert und ab Montag möglicherweise wieder regulär ins Mannschaftstraining einsteigt, muss sich das Team von René Klingbeil weiterhin in Geduld üben. Denn bis zum 7. Mai ist das Ernst-Abbe-Sportfeld inklusive Trainingsplätze vorerst gesperrt. Laut den jüngsten Ansagen der Stadt wird es dabei wohl auch bleiben.

Bleibt dem FCC nur eine Woche Vorbereitung?

"Ausnahmegenehmigungen sind (…) nur für Einzelsportarten möglich, keinesfalls für eine Kontaktsportart wie Fußball“, sagte Benjamin Koppe, Sicherheitsdezernent der Stadt Jena und Chef des Pandemiestabes, der "Ostthüringer Zeitung" (Mittwochsausgabe). Der FCC könnte demzufolge frühestens am 8. Mai wieder ins Training starten. Sollte die Saison in der 3. Liga ab Mitte Mai fortgesetzt werden, bliebe dem Tabellen-Schlusslicht damit wohl nur etwa eine Woche Vorbereitungszeit.

Sollte dieses Szenario eintreten, würden die Thüringer im Vergleich zur Ligakonkurrenz einen deutlichen Nachteil haben. Das Wort "Wettbewerbsverzerrung" ist im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Ausgangsituationen der Drittligisten nicht umsonst bereits ein ums andere Mal gefallen. Eine zu kurze Vorbereitungszeit wurde zudem auch ein deutlich erhöhtes Verletzungsrisiko mit sich bringen.

Konzept "teils hanebüchen und nicht ausgereift"

Auch für das von der DFL ausgearbeitete Konzept zur Wiederaufnahme der Saison findet Koppe deutliche Worte. Dieses sei "teils hanebüchen und nicht ausgereift". Für den CDU-Politiker entstehe der Eindruck, "dass der Fußball einsame Entscheidung trifft und versucht, mit der Politik abzustimmen." Auch die geplante Maßnahme der DFL, nur gezielt Mitspieler oder Betreuer infizierter Spieler unter Quarantäne zu stellen, hält Koppe für unsinnig. Vielmehr müsste bei einer Infektion die komplette Mannschaft in Quarantäne gehen. Ähnliche Bedenken äußerte auch bereits der Leipziger Virologe Professor Uwe Liebert.  

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jsc