Fußball | 3. Liga Jena entlässt NLZ-Leiter Nowak: "Nicht zu tolerierender Vertrauensbruch"

Der FC Carl Zeiss Jena hat auf die Vorwürfe gegen Cheftrainer Kenny Verhoene reagiert und zunächst NLZ-Leiter Heiko Nowak entlassen. Verhoene selbst bleibt aber vorerst Trainer der ersten Mannschaft und der U19.

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Der FC Carl Zeiss Jena hat auf die Vorwürfe gegen Cheftrainer Kenny Verhoene reagiert und Heiko Nowak mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums entbunden. Stefan Treitl, Leiter Individualisierung und Spielerentwicklung, lässt seine Aufgaben zunächst ruhen. Das gab der Drittligist am Dienstag (10. März) in einer Pressemitteilung bekannt.

FC Carl Zeiss: "Alles dafür tun, Vorwürfe aufzuklären"

Die Blau-Gelb-Weißen begründeten die Entscheidung mit einem "nicht zu tolerierenden Vertrauensbruch" der beiden NLZ-Funktionäre, indem diese die Anschuldigungen "ohne Einbeziehung der Gremien" öffentlich gemacht hätten.

Der Verein versprach zudem, auch mit Hilfe externer Unterstützung "alles dafür zu tun, um die Vorwürfe aufzuklären und somit weiteren Schaden vom Nachwuchsleistungszentrum abzuwenden". Dabei soll es auch "weitere Gespräche mit den Betroffenen geben", und zwar mit dem Ziel, "entsprechende Konsequenzen daraus abzuleiten." Verhoene selbst bleibt aber vorerst Trainer der ersten Mannschaft und der U19.

Verhoene soll Fotos in Unterhosen angefordert haben

Am Montag waren Vorwürfe gegen den neuen Cheftrainer Verhoene bekannt geworden. Angeblich soll er als Coach der U19 zur Überprüfung des Fitnesszustands seiner Spieler Fotos in Unterhosen angefordert haben. Außerdem berichten Medien von Elternbeschwerden über ein Trainingslager in Belgien, bei dem die Jugendspieler angeblich in einer Umkleidekabine schlafen mussten - ohne Fenster und Belüftung. Verhoene bestreitet die Vorwürfe und behauptet, er habe keinen Druck auf Spieler ausgeübt.

Die Tatsache, dass die Elternvorwürfe vor deren Klärung öffentlich gemacht wurden, stellt laut Mitteilung "einen nicht zu tolerierenden Vertrauensbruch dar", der nun die Entlassung Nowaks zur Folge hatte. Wie es mit Verhoene weitergeht, werden die kommenden Tage zeigen.

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pm/mze

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 10. März 2020 | 17:45 Uhr

8 Kommentare

Tomsen vor 32 Wochen

Das stimmt so nicht ganz. Förster ist Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH des FCC und diese beinhaltet die Profimannschaft, die U23 (2.Mannschaft) und die U19, wo die Vorfälle waren. Also ist er auch mit den Verantwortlichen des FCC in das NLZ involviert.

Was mich nur wundert ist, nach mehreren übereinstimmenden Medienberichten wurde der FCC letzte Woche schon über die Vorfälle informiert und erst am Wochenende die Medien, warum wurde erst am Montag mit der Aufarbeitung begonnen?!

Herr Förster und Herr Verhoene sind nicht mehr haltbar beim FCC und keiner tut was. Der Präsident schläft gemütlich weiter obwohl er jetzt auch seinen Hut nehmen müsste. Und der Vorstand sagt gar nichts. Komisch das hier von öffentlicher Seite auch nicht viel passiert....

Es brennt gewaltig beim FCC und die Verantwortlichen (Förster, Berka, Verhoene) gießen gemütlich weiter Benzin drauf und die Feuerwehr (Vorstand und Duchatlet) genießen die Wärme und den Anblick...

Wolfgang vor 32 Wochen

Seit über 50 Jahren bin ich Fan dieses Vereins. Habe viele Höhen und Tiefen erleben dürfen/müssen. Das was derzeit passiert ist der absolute Tiefpunkt. Eine 1.Mannschaft mit unterirdischer Leistung, der unfähigste GF der Welt, ein Grüß-Gott-Onkel als Präsident und ein Aufsichtsrat im Tiefschlaf.
Und nun das Theater im NLZ. Egal was nun dran ist an den "Gerüchten", wie sollen denn Jugendliche und deren Eltern noch Vertrauen haben. Hier wid auch an der wirtschaftlichen Zukunft des Vereins gesägt.
Jeder Kreisklassen-Verein hat mehr Profil und Anstand als der derzeitige FCC.
Was tun? 1.Mannschaft durch die 2. Mannschaft ersetzen und Strafanzeige gegen GF, Präsidium und Aufsichtsrat wegen bewußter Herbeiführung einer wirtschaftlichen Schädigung und der Rufschädigung des Namens Carl Zeiss sowie der Stadt Jena.

DerIch vor 32 Wochen

Zunächst einmal gilt auch weiterhin die "Unschuldsvermutung" bis zum Beweis des Gegenteils.

In solchen speziellen Fällen sollten den Verantwortlichen aber klar sein, dass der Schutz der Jugendlichen, vermutlich teils minderjährig, ebenfalls eine hohe Priorität haben muss.

Ob die Reaktion der Verantwortlichen beidem Gerecht wird, scheint zumindest fragwürdig. (Und hinter her will's keiner wahr oder gewußt haben ...)