CFC-Anhänger (Archivbild) Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Fußball | Rassismus

Rassismus-Vorwurf gegen Fans des Chemnitzer FC

Die Freude bei Chemnitzer FC über den Punkt von München hat einen bitteren Beigeschmack. CFC-Fans sollen das eigene Team rassistisch und antisemitisch beleidigt haben. Augenzeugen im Stadion konnten dies nicht bestätigen.

Die Freude über den Punktgewinn des Chemnitzer FC bei Bayern München II hat einen hässlichen Beigeschmack. CFC-Fans sollen laut der Vereinsführung eigene Spieler und Sportdirektor Thomas Sobotzik während der Partie antisemitisch und rassistisch beleidigt haben. Die Anfeindungen sollen sich unter anderem gegen den dunkelhäutigen CFC-Spieler Tarsis Bonga gerichtet haben. Zudem hätten sich die CFC-Anhänger mit dem suspendierten CFC-Angreifer Daniel Frahn solidarisiert.

Mannschaft nach dem Spiel nicht in der Kurve

Daraufhin sollen Sobotzik und CFC-Pressesprecher Steffen Wunderlich den Fans mitgeteilt haben, dass sich das Team nicht in der Kurve verabschieden wird, woraufhin es zu weiteren Beleidigungen gekommen sein soll. Nach dem Spiel sollen CFC-Anhänger am Mannschaftsbus des Chemnitzer FC ihr Unverständnis über das Fernbleiben der Mannschaft geäußert haben.


Die Mannschaft des Chemnitzer FC hat nach dem heutigen 2:2-Unentschieden beim FC Bayern München II den obligatorischen Besuch der Fankurve unterlassen. Grund dafür sind Äußerungen aus dem Gästeblock während der 2. Hälfte des Spiels, die der Chemnitzer FC mit all seinen handelnden Personen als widerlich empfindet und auf das Äußerste ablehnt. Bedrohungen und Aussagen, wie „ Thomas Sobotzik, du Judensau“ oder „ Daniel Frahn ist wenigstens kein Neger “ dürfen in unserer Gesellschaft keine Akzeptanz haben. Der Chemnitzer FC prüft derzeit alle rechtlichen Schritte und wird diese konsequent umsetzen.

Offizielle "Stellungnahme zum Spiel des Chemnitzer FC beim FC Bayern II" | Presseinformation Chemnitzer FC

Müller: "Keinerlei Rufe gehört"

Tarsis Bonga soll rassistisch beleidigt worden sein. Bildrechte: imago images / Picture Point

Markus Müller, Sprecher des Fanszene e.V. sagte gegenüber dem MDR: "Ich war in München vor Ort, und habe keinerlei Rufe gehört. Allerdings saß ich auch auf der Haupttribüne. Mittlerweile habe ich mit mehreren Fans gesprochen, die haben mir versichert, dass es solche Rufe und Beleidigungen nicht gegeben hat." Auch die Sportredaktion des MDR kann nach einer ersten Auswertung des Video-Materials diese Vorwürfe nicht bestätigen.

Dem MDR sagten einige Anhänger, sie hätten in der Fankurve gestanden und von den rassistischen sowie antisemitischen Ausfällen nichts gehört. Mit "Siemon raus" sei lediglich gegen den bei CFC-Fans unbeliebten Insolvenzverwalter protestiert worden. Einige Fans äußerten die Vermutung, Sportdirektor und Pressesprecher würden die Anschuldigungen nutzen, um die CFC-Fans diffamieren zu wollen.

CFC-Fans und die Nähe zu Neonazis ...

Die Anhänger des CFC sorgen nicht zum ersten Mal für Negativ-Schlagzeilen. So wurden in der Vergangenheit immer wieder Fanclubs wegen der Nähe zur Neonazi-Szene verboten. Im Frühjahr gedachte die CFC-Fankurve einem verstorbenen Neonazi mit einer Gedenkminute. Nach der Suspendierung von Daniel Frahn wegen dessen mutmaßlicher Nähe zu Neonazis solidarisierte sich die CFC-Fankurve beim darauffolgenden Heimspiel, indem Frahns Rückennummer 11 hundertfach in die Höhe gehalten wurde.

dh/maw

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. August 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019, 20:35 Uhr

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