Fußball | 3. Liga Insolvenzverwalter droht CFC mit Liquidation

Die nächste Eskalationsstufe im Führungsstreit beim Chemnitzer FC: Insolvenzverwalter Klaus Siemon sieht den Fortbestand des Vereins wenige Tage vor der Mitgliederversammlung als akut gefährdet an. Der Grund dafür ist die Kandidatenliste für den Aufsichtsrat, mit welcher der Jurist nicht einverstanden ist. Der e.V. arbeite nach Aussagen von Siemon nicht genug mit ihm zusammen.

"Ich weise vorsorglich darauf hin, dass ich mit den übermittelten Personen nicht einverstanden bin. Sollte diese Liste so gewählt werden, sehe ich den Bestand des Chemnitzer FC e.V. als akut gefährdet an", wird Insolvenzverwalters Klaus Siemon in einem internen Schreiben zitiert, welches unter anderem dem Internetportal "Tag24" vorliegt und in Auszügen am Dienstag veröffentlicht wurde. Siemons Ziel sei es, dass die Gesellschafter der CFC Fußball GmbH einen größeren Einfluss im Aufsichtsrat besitzen.

Klaus Siemon
Bildrechte: imago images /Picture Point

Sollte diese Liste so gewählt werden, sehe ich den Bestand des Chemnitzer FC e.V. als akut gefährdet an.

Klaus Siemon Insolvenzverwalter Chemnitzer FC

Siemon will nur Kandidaten mit seiner Zustimmung

Am Freitag hatte der Ehrenrat des Chemnitzer FC e.V. eine sechs Personen umfassende Liste vorgelegt, die bei der Mitgliederversammlung am 19. August zur Abstimmung stehen soll. Diese Liste ist für Siemon jedoch nicht akzeptabel. Er machte darauf aufmerksam, dass der Verein den Insolvenzverwalter laut der Insolvenzordnung bei der Sanierung des Clubs unterstützen müsse.

"Dem ist der Chemnitzer FC e.V. bisher nicht ausreichend nachgekommen. Deshalb erteile ich die Anweisung, keine Personen in Aufsichtsrat oder Vorstand zu bestellen, die nicht meine Zustimmung haben. Zuwiderhandlungen werde ich zum Anlass nehmen, Rechtsmittel und Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Außerdem können Zuwiderhandlungen zur Liquidation des CFC e.V. führen", erklärte Siemon in seinem Schreiben.

Gesellschafter unterstützen Siemons Vorgehen

Auch die Gesellschafter der Fußball GmbH kritisierten auf einer Pressekonferenz am Dienstag den Notvorstand des e.V., der die Mitgliedschaft einzelner Personen aus dem Gesellschafterkreis nicht anerkannt haben soll. Ohne eine Mitgliedschaft ist aber keine Teilnahme an der Mitgliederversammlung und damit auch keine Kandidatur für den Aufsichtsrat möglich. "Die Fronten sind sehr verhärtet. Uns sitzen im Notvorstand Juristen gegenüber, die uns ständig erklären, was alles nicht geht", erklärte Gesellschafterin Romy Polster.

Auch Udo Pfeiffer, der nach eigenen Aussagen seit mehr als 25 Jahren unterstützend im Verein tätig ist, bekräftigte: "Wenn wir vor der Mitgliederversammlung nicht mit einer klaren Einigung vom Tisch gehen, ist bei mir Schluss. Wir arbeiten und investieren seit vielen Jahren in den Chemnitzer Fußball."

Trotz der scheinbar festgefahrenen Situation hoffen die Gesellschafter auf eine Lösung im Sinne aller Beteiligten. Dafür soll es noch in dieser Woche ein Treffen zwischen den Gesellschaftern sowie dem Notvorstand und dem Ehrenrat des e.V. geben.

___
rho/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 13. August 2019 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2019, 16:03 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

29 Kommentare

14.08.2019 21:12 Der Graue 29

@23, Mike, wie viele Namen hast Du überhaupt? Kümmere dich um deinen FSV! Es wird gemunkelt hier liegt auch einiges im Argen! Herr Simon soll schon beim letzten Heimspiel auf der Tribüne gesessen haben.......

14.08.2019 15:22 MLink-Berlin 28

Bringt es hinter endlich euch!
Macht eine saubere Insolvenz wie jeder andere Verein auch! Wenn alles geregelt ist, kann man im Profigeschäft wieder mitmischen. So wird das nix...

Der IV hält sich zu 100% an geltendes Recht, Ihm da Mauschelei vorzuwerfen ist mumpitz! Vereinsbrille abnehmen.

Diese Saison wird der CFC so wie es aussieht leider nicht überstehen! Die Verantwortung dafür tragen m.M.n. allein die handelnden Personen vor der Insolvenz. Der IV räumt nur den Dreck hinterher, für was anderes außer einer sauberen "Rettung" oder "Liquidation" ist er eben nicht drin!

Drück euch dennoch die Daumen!

BWG aus der Mudderstadt

14.08.2019 14:20 nicht der Klaus 27

Si(e)mon befiehlt.... :-D

14.08.2019 13:49 Kalle 26

UPDATE: Nach "Freie Presse" (14.08.2019) vorliegenden Informationen hat Siemon beim Insolvenzgericht beantragt, die Mitglieder des Vorstands beziehungsweise Notvorstands, Andreas Georgi, Annette Neuerburg und Frank Sorge, für die Dauer der Mitgliederversammlung am Montag zu inhaftieren.

14.08.2019 13:00 TYPISCH PL-FUHRE-ANDY: PLAUENS PATRIOT UND ALL IHRER GEMEINDEN UND INSTITUTIONEN IM LANDKREIS 25

Weg!
Sofort weg mit solch einem Verein!
Sofortige Streichung aus dem Vereinsregister!

14.08.2019 12:54 Bernhard 24

Was haben denn Georgi und teile der Fanszene unternommen , als das Geld vor der Insolvenz nur so aus den Fenster geworfen wurde? Bei den Mitgliederversammlungen wurde doch alles durchgewunken.

14.08.2019 11:24 Mike 23

Kernproblem ist: a) .. dass offenbar Fans bestimmen wollen, die nicht mal Mitglied beim CFC sind; b) ... es Mitglieder gibt, die mitbestimmen wollen, aber dem Verein 80 TEUR Beiträge schulden; c) es einen (Not-)Vorstand gibt, der sich offenbar berufen fühlt auf der großen Bühne des Sports, aber die Gefahr nicht ansatzweise überblickt und das Kräftemessen mit dem Verwalter sucht. Am Ende wird der CFC der Verlierer sein, weil es ein "weiter so mit dem CFC" nicht geben wird. Im schlimmsten Fall fliegt der CFC aus der Liga, das NLZ geht den Bach runter, die Sponsoren haben eh bald die Schn... voll. So sit das eben wenn man dem Stammtisch folgen will ...

14.08.2019 10:25 Paul 22

Kernproblem ist die viel zu schnelle Rückkehr in Liga 3. In Liga 3 kann man keinen Verein gesunden. Mit Liga 3 ist eben auch dieses ganze öffentliche Interesse da. Wäre man letzte Saison mit einem deutlich abgespeckten Kader in die Saison gegangen, von mir aus auch noch runter in die Oberliga hätte man im Hintergrund den Verein sanieren können. Aber nein, man musste mit aller Macht sofort wieder ins gefährliche Fahrwasser. Größenwahn in Chemnitz sei Dank! Erstaunlich ist außerdem, dass der CFC z.Zt. immer noch auf dem Transfermarkt aktiv wurde (wenn vllt. auch ohne Ablösen)

14.08.2019 10:24 09577 21

Ob das Handeln des IV in Form von Nötigung bzw. Erpressung so durchgeht, das müssen andere entscheiden. Fakt ist, Siemon kann keine Personen im Aufsichtsrat durchsetzen, die entgegen der Satzung keine CFC-Mitglieder sind oder schnell noch durch die Hintertüre Rechtswidrig dazu gemacht wurden. Wer bis zur Insolvenzeröffnung kein Mitglied war, hat keine Chance. Das verbietet das Gesetz!
Auf der anderen Seite muss man genau abwägen, wo man hin will. Kreisklasse und Aufgabe des NLZ oder eine bittere Pille schlucken für den Erhalt des Profifußballs. Fakt ist aber auch, dass der Notvorstand mit Unterstützung von Teilen der Fanszene die ganze Situation bewusst noch verschärft hat. Zwei Seiten führen ihre Ego-Machtspielchen auf dem Rücken des Fußballs aus. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der CFC-Fans das so möchte.
Einigen Investoren sollte man aber auch sagen: treibt es nicht auf die Spitze!

14.08.2019 10:01 Konrad 20

Soll er doch den Verein liquidieren. Dann merken auch die Gesellschafter das der liebe Herr Siemon auch sie an der Nase herum geführt hat. Eher ist dies nicht möglich.

Zum Thema

Mannschaft vor Fanblock des CFC 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK