Fußball | 3. Liga CFC-Cheftrainer Glöckner: "Gehaltsverzicht wäre selbstverständlich"

Patrick Glöckner ist ein absoluter Glücksgriff für den Chemnitzer FC. Der Chefrainer brachte frischen Wind und sportliche Erfolge und geht jetzt auch in Sachen Gehaltsverzicht voran.

Erste Trainingseinheit mit Patrick Glöckner, Trainer Chemnitzer FC.
Patrick Glöckner ist seit Ende September bei den "Himmelblauen" und blickt auf einen Punkteschnitt von 1,76 in 21 Spielen. Bildrechte: imago images/Picture Point

"Natürlich, das ist doch selbstverständlich", antwortet Patrick Glöckner – ohne eine Sekunde zu überlegen – auf die Frage nach einem möglichen Verzicht auf das eigene Gehalt. "Der Verein hat uns viel gegeben, wenn wir jetzt etwas zurückgeben können, sollte das für jeden einen Herzenssache sein", sagte der 43-jährige Fußballlehrer am Donnerstag (26.03.2020) dem MDR. Er gab aber auch zu Bedenken, dass "ein Gehaltsverzicht keine Dauerlösung sein kann". Kein Wunder. Drittliga-Profis und -Trainer verdienen nicht schlecht, sind aber von den Gehältern der Bundesliga-Profis (meist) meilenweit entfernt.

"Werden mit weniger Geld auskommen müssen"

Romy Polster
Romy Polster kündigt mögliche Einschnitte an. Bildrechte: imago images/HärtelPRESS

Bisher wurde beim CFC nur die Einführung der Kurzarbeit angezeigt. In einem Interview mit der "Freien Presse" brachte die Chemnitzer Vorstandsvorsitzende, Romy Polster, weitere Einschnitte ins Spiel, um die drohenden wirtschaftlichen Verluste abzufedern. Auf dem Plan stehe auch, mit Profis und Trainerstab über einen Gehaltsverzicht zu sprechen.

"Wir haben das zumindest als Option auf dem Zettel. Wegen der zu erwartenden finanziellen Schwierigkeiten werden wir auch an den Kennzahlen für den Drittligakader noch einmal arbeiten müssen, sprich mit etwas weniger Geld auskommen als ursprünglich geplant", sagte Polster. Mögliche Geisterspiele, um die Saison zu Ende zu bringen, könne der CFC aufgrund fehlender Einnahmen im sechsstelligen Bereich allein nicht bewerkstelligen, so Polster.

Einzelheiten werden besprochen

In der kommenden Woche wird es beim CFC eine Telefonkonferenz geben, auf der Einzelheiten zur Kurzarbeit und vielleicht auch zum Gehaltsverzicht mit den Spielern und Trainern besprochen werden sollen. Finanzieller Verzicht ist ein Weg, um Löcher zu stopfen, doch auch Glöckner weiß: "Das Trainergehalt wird nicht reichen, um den Verein zu retten. Da müssen alle an einem Strang ziehen".

Weiterbildung am Laptop

CFC-Trainer Patrick Glöckner (li.) mit Sportdirektor Armin Causevic
Patrick Glöckner mit dem neuen CFC-Sportdirektor Armin Causevic. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Die Corona-Krise hat Glöckner zum Home-Office verdonnert. Statt auf dem Trainingsplatz zu stehen, sitzt er in seiner Heimat in Frankfurt/Main am Laptop und bildet sich weiter. "Ich bin im regen Austausch mit anderen Trainern, schaue mir unsere letzten Spiele an und bereite Präsentationen vor, um bestmöglich vorbereitet zu sein, wenn es wieder losgeht", erklärt er und schiebt lachend hinterher: "Langweilig ist mir nicht." Dennoch fehle ihm die Arbeit mit der Mannschaft.

Glöckner hofft auf Fortsetzung der Saison

Glöckner hofft, dass die Saison sportlich zu Ende geht. Ein Abbruch wäre das Schlimmste, so der Coach. "Ich will meinem Job nachgehen, die Jungs wollen den Wettkampf haben. Ob als Geisterspiele oder mit Fans ist da zweitrangig, wichtig ist, dass es sportlich durchgezogen wird." Der Spielbetrieb in der 3. Liga ist vorerst bis Ende April ausgesetzt worden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 26. März 2020 | 14:40 Uhr