Fußball | 3. Liga Chemnitz nach Sieg gegen K'lautern auf Nichtabstiegsplatz

13. Spieltag

Dritter Heimsieg in Serie für den Chemnitzer FC. Die "Himmelblauen" konnten auch gegen den 1. FC Kaiserslautern ihren Höhenflug fortsetzen. Die Entscheidung im Spiel fiel bereits in der ersten Hälfte.

Der Chemnitzer FC steht erstmals seit dem 2. Spieltag auf einem Nichtabstiegsplatz. Die "Himmelblauen" besiegten am Sonntag den 1. FC Kaiserslautern 3:1 (3:1). Während der CFC mit dem dritten Heimsieg in Serie auf Rang 16 steigt, rutscht der Gast aus der Pfalz nach der sechsten Saisonniederlage dagegen auf Abstiegsplatz 17 ab.

Doppeltorschütze Hosiner

Der CFC machte den Sieg mit einer starken, druckvollen und effizienten ersten Halbzeit perfekt. Chemnitz begann die Partie hochkonzentriert und selbstbewusst. Angriffe der Gäste wurden zeitig gestört, die zweitschwächste Abwehr der Liga durch Pressing weiter verunsichert. Noch in der Anfangsphase wurde der CFC belohnt, nach gut einer halben Stunde stand es bereits 3:0.

Philipp Hosiner aus Nahdistanz (9.) und nach umstrittenem Elfmeter (35.) sowie Tarsis Bonga (14.) nach einem Patzer von FCK-Keeper Lennart Grill trafen. Zudem hatte der CFC Glück, dass ein böses Foul mit gestrecktem Bein von Tobias Müller nur mit Gelb geahndet wurde (21.) - sonst hätten die Chemnitzer rund 70 Minuten in Unterzahl bestreiten müssen.

Tor für Chemnitz, Chemnitzer Spieler jubeln nach dem Treffer zum 2:0.
Bildrechte: Picture Point/Gabor Krieg

Neun Gelbe Karten

Zum Ehrentreffer für die Gäste traf Florian Pick, der eine Unstimmigkeit in der CFC-Abwehr nutzte (45. + 2.). Nach dem Wechsel war der CFC dem 4:1 näher als K’lautern dem 2:3-Anschluss. Bei der besten Möglichkeit der zweiten Hälfte prüfte CFC-Abwehrspieler Paul Milde Gäste-Keeper Grill mit dem Hinterkopf (56.). Mit zunehmender Spielzeit wurde die Partie immer aggressiver, Schiedsrichter Michael Bacher verteilte insgesamt neun Gelbe Karten. Der dritte CFC-Sieg dieser Saison geriet aber nicht mehr in Gefahr.

Stimmen zum Spiel

Florian Pick (Torschütze Kaiserslautern): "Wir wussten, dass Chemnitz nach den letzten Wochen selbstbewusst auftreten und nicht mit einem Zitterfuß in die Partie gehen wird. Das war heute ein Kampfspiel. Wir haben es in den ersten 25 Minuten verpasst, dagegenzuhalten. Wir haben die ganze Woche Zweikämpfe geführt und in den ersten 25 Minuten keinen einzigen geführt. Nach dem Anschluss hatten wir noch eine gute Chance. Wenn es 2:3 steht, ist das Spiel nochmal offen. So wurde das Spiel immer länger und immer zäher. Ich finde für vieles immer Worte. Aber selbst mir fällt es jetzt schwer, einen Grund zu finden, warum es bei uns nicht läuft. Wir haben jetzt maximalen Druck."

Philipp Hosiner und Tarsis Bonga Beide CFC.
Hosiner (li.): "Wir sind wieder da." Bildrechte: imago images/HärtelPRESS

Philipp Hosiner (CFC, Doppeltorschütze): "Wir haben das dritte Heimspiel in Folge gewonnen. Es ist ein unheimlicher Aufwärtstrend zu erkennen. Wir arbeiten sehr gut, vor allem zu Hause mit den Fans macht es großen Spaß. Wenn wir unsere Heimspiele gewinnen, kommen wir irgendwann da unten raus. Jetzt sind wir wieder da und sind überglücklich. Die letzten Wochen hat sich die harte Arbeit ausgezahlt. Wegen meines Doppelpacks muss ich jetzt keine Runde geben, das ist ja mein Job. Aber Ausgeben muss ich ohnehin noch einen nach meiner Heirat vor zwei Wochen."

Niklas Hohender (Kapitän Chemnitzer FC): "In den Trainingseinheiten und den letzten Spielen haben wir uns das Selbstvertrauen geholt, das nach der Niederlagenserie am Anfang der Saison gefehlt hat. Momentan treffen wir es ganz gut. Nach dem 3:0 haben wir gesagt, wir halten jetzt den Druck hoch und lassen nichts zu. Defensiv haben wir in der 2. Halbzeit eine gute Leistung gezeigt. Deswegen geht der Sieg auch in Ordnung."

Boris Schommers (Trainer Kaiserslautern, bei Magenta Sport): "Ich hab der Mannschaft nach dem Spiel gesagt, wenn sie nicht versteht, dass man von der ersten Minute an kämpfen und fighten muss, dann werden wir keine Punkte mehr holen. Wir haben heute in den ersten 25 Minuten das Spiel verloren, weil sie da noch nicht so gekämpft haben, wie sie es dann in der zweiten Halbzeit getan haben. Man muss sich das Glück auch erarbeiten. Heute hat der Schiedsrichter zudem 50:50-Situationen für den Gegner entschieden. Das müssen wir uns auch erarbeiten. Wir müssen aber auf uns selbst schauen, und mit der Leistung der ersten 20 Minuten kann man kein Spiel gewinnen."

Patrick Glöckner (Trainer Chemnitz, bei Magenta Sport): "Ich bin absolut stolz auf die Mannschaft - über 90 Minuten. Wir haben den Gegner so bearbeitet, wie man das bei solchen Bedingungen tun muss. Bedingungen meint die Platzverhältnisse, aber auch die Tabellensituation. Wir hatten etwas Druck, die Mannschaft war defensiv aber brutal klar und in der Offensive brutal torgefährlich. Die Laufwege bei den Toren waren so, wie wir es uns erhofft haben: über die Außen ins Zentrum kommen, im Rücken des Außenverteidigers. Beim 1:0 waren wir vier Mann in der Box, das zeigt, dass die Jungs gewillt waren, ein Tor zu erzielen. Wir sind auf einem guten, soliden Weg. Ich sage den Jungs immer: Wenn sie alles investieren und bereit sind, über die Grenzen zu gehen, werden wir am Ende über dem Strich stehen. Dass wir jetzt schon über dem Strich stehen, ist eine schöne Momentaufnahme."

Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. Oktober 2019 | 16:30 Uhr

6 Kommentare

AufmerksamerBeobachter vor 40 Wochen

Es reicht vollkommen, zur Winterpause in der Tabellenmitte zu sein. Das Spiel in Münster ist das schwerste bis dahin. Preußen M. hat in Ingolstadt lange geführt und wird alles daran setzen in diesem Heimspiel endlich auch aus dem Keller rauszukommen. Das Wetter spielt auch eine Rolle, Zeit für Schönspielen ist jetzt nicht mehr - gut, das der CFC nicht so eine Kindermannschaft wie Jena hat, die werden bis Weihnachten bestenfalls noch 2 Punkte holen können.

Tom123 vor 40 Wochen

Das war wieder einmal eine taktische und kämpferische Leistung, auch wenn wir etwas Glück mit dem Schiedsrichter hatten. Vor allem über die Außen waren wir gefährlich. Kaiserslautern hat wie ein kompletter Absteiger gespielt. Es macht wieder Spaß unsere Jungs vom CFC spielen zu sehen. Weiter so!

Himmelblauer Erzgebirgler vor 40 Wochen

Starke Leistung der gesamten Mannschaft, welche Hoffnung gibt auf mehr. Klar gab es durch den Schiri teils Entscheidungen die 50:50 für den CFC gewertet wurden(nur gelbe Karte gegen Müller, Handelfmeter). Ich denke aber über die Saison gleicht sich das aus, wenn man bedenkt das in den Spielen gegen München 1860 und Ingolstadt bei normalerweise Roten Karten in der Anfangsphase zu Gunsten des Gegners(Ahndung nur mit Gelb) entschieden wurde.

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